Buchrezension: König der Welt - von René Guénon

Rezensent: S. Levent Oezkan

René Guénon - ewigeweisheit.deRené Guénon (1886–1951) war eine der Literatur-Koryphäen des 20. Jahrhunderts. Sein umfangreiches Werk könnte man bezeichnen, als besondere Fundgrube, für jene die in unserer modernen Welt nach Orientierungspunkten suchen. Nie war Guénon's Werk aktueller, leben wir heute doch in einer echt unbeständigen Zeit, die geprägt ist von den Launen des technologischen Fortschritts. Niemand weiß wohin die moderne Weltgesellschaft in den kommenden Jahren steuert.

Umso wichtiger, dass man zumindest einige Anhaltspunkte in seinem Leben manifestiert, die sich auf die integralen Traditionen der Welt berufen. Was damit gemeint ist: die Philosophia Perennis. Das ist die Ewige Weisheit, das gemeinsame Urwissen der Menschheit in Ost und West. René Guénon schuf mit seinem Lebenswerk die Basis zum Verständnis dieser Urtraditionen.

In seinem vorliegenden Werk "König der Welt", deutet René Guénon auf die offenkundigen Gemeinsamkeiten eines spirituellen Weltzentrums, wie man sie in ähnlicher Form findet im Christentum, im Islam, im Buddhismus Tibets, wie auch in anderen Traditionen.

Der 1924 erschienene Bestseller "Tiere, Menschen und Götter" von Ferdinand Ossendowski, dürfte für Guénon eine wichtige Inspirationsquelle gewesen sein. Ossendowski beschreibt darin ein "Mysterium der Mysterien" vom "König der Welt", der sich in einem unterirdischen Königreich aufhalte: Agarrtha - ein Ort, den die tibetischen Mönche Shambhala nennen (hierüber schreibt auch Johan von Kirscher in seinem Buch Shambhala und der Polare Mythos).

In diesem verborgenen Reich von Agarrtha befindet sich die zentrale Macht der Erde. Von hier aus soll insgeheim unsere Welt regiert werden. Dieser Ort, der auf keiner Landkarte verzeichnet ist, ist nur Auserwählten zugänglich.

Auf der Erde gibt es Abkömmlinge dieses zentralen Weltzentrums, in denen sich der König der Welt verkörpert: sei es als christlicher Priesterkönig Johannes, als Priesterkönig Melchisedek der Hebräer oder als einer der Priesterkönige Tibets. Auch die Topographien Roms und Jerusalems, sollen diesem ursprünglichen Zentrum der Welt ähneln.

In seinem bemerkenswerten Buch, entwickelt René Guénon die These über ein höheres Prinzip, durch das auf unserem Planeten eine göttliche Regentschaft, durch einen Weltherrscher verwirklicht wird. In den Veden nennt man ihn Manu - das ist der Name für den Stammvater der Menschheit unseres Zeitalters.

Weniger aber hat Guénon's Werk zu tun mit modernen Verschwörungstheorien.
Vielmehr schöpft er aus den Quellen verschiedener Überlieferungen aus den uralten Traditionen in Ost und West. Denn dieser verborgene Ort des Weltenkönigs Manu, ist ursprünglicher Mittelpunkt aller Traditionen - eine Art Paradies im Zentrum der Welt.

Inhalt

  • Westliche Vorstellungen von Agarttha
  • Königtum und Priestertum
  • Shekinah und Metatron
  • Die drei höchsten Funktionen
  • Die Symbolik des Grals
  • Melchisedek
  • Luz, der Ort der Unsterblichkeit
  • Das höchste verborgene Zentrum im Kali-Yuga
  • Omphalos und Betyl
  • Namen und Symbole der geistigen Zentren
  • Ortsbestimmung der geistigen Zentren
     

Informationen zum Buch

Die deutsche Übersetzung des Buches ist leider vergriffen.

Jedoch ist sie gebraucht im Online-Buchhandel ZVAB oder bei eurobuch.com erhältlich. 
Linkhttp://bit.ly/2tDRpdL

In größeren Städten kann man das Buch auch in Bibliotheken ausleihen. Z. B. in der der Staatsbibliothek zu Berlin:
Linkhttp://bit.ly/2uxMkQG

Auf englisch ist das Buch sogar kostenlos auf archive.org zu finden, unter dem Titel "The Lord of the World":
Linkhttp://bit.ly/2tzgwxg