Ich

Das Selbst und die geheimen Zeichen des Glücks

Das Selbst und die geheimen Zeichen des Glücks

Schlüssel jeder spirituellen Fortentwicklung ist persönliches Gewahrsein. Das heißt, wer seine Achtsamkeit steigert, erweitert dabei den Raum seiner bewussten Wahrnehmung. Und so wie sich das Bewusstsein damit vergrößern und entfalten lässt, wird es auch befähigt, sich allmählich zu erheben, hinweg über die vielen Ebenen der Wahrnehmung.

Solch erweiterte Bewusstheit eröffnet einem Menschen Möglichkeiten in der Welt, die über die im Alltag angeeigneten Fähigkeiten hinausgehen. So jemand erkennt dann seine Lebenswelt als großes Ganzes, was ihn ermächtigt die Begrenzungen seiner Persönlichkeit allmählich abzulegen und sich, seiner Berufung gemäß, frei in seinem Leben zu bewegen.

Unsere Persönlichkeit: Eine Maske unseres wahren Selbst

Als Kinder entwickelten wir das, was man das Ego, das Ich oder das beobachtende Selbst nennt. Es ist die physische Bewusstseinsebene des Menschen, mit der sich seine Wahrnehmung zunächst vertraut macht – mit dem Körper und seinen Sinnesorganen als solche – wie auch mit dem, was er über eine Sinne im Außen wahrnimmt.

Die meisten Menschen identifzieren sich mit diesen sinnlichen Fähigkeiten, ahnen aber nur selten, dass es eine höhere Wahrnehmung gibt, die man als Mensch entwickeln kann. Ihr beobachtendes Selbst bleibt damit aber gebunden, an die Körperfunktion des physischen Leibs.

Wer nun erkennt, dass das beobachtende Selbst zu viel mehr befähigt ist, könnte damit beginnen, allmählich jene Beschränkungen zu beseitigen, die sich ihm auf dem Weg zu einer höheren Bewusstheit in den Weg stellen. All die Äußerlichkeiten im Leben an denen wir hängen, sie bilden die Barrieren auf diesem Weg. Wer aber gelernt hat zu verzichten, wird sich auch leichter über höhere Hürden hinwegsetzen können, die ihn sonst an seinem Fortkommen gehindert hätten.

Das Spiegelbild

In Wirklichkeit ist das, was wir als unsere Persönlichkeit im Spiegelbild sehen, und das was wir unser Selbst nennen, nicht das Selbe. Eher gleicht die Persönlichkeit einer Maske hinter der sich unser wahres Selbst verbirgt, eine seelische Entität, die Namen, Geburtsort und Geburtsdatum bezeichnen, damit sie ihre Rolle in der Welt spielen kann. Nur wenige aber ahnen, welche Rolle auf der Bühne ihres Lebens sie eigentlich spielen sollten. Metaphorisch gesprochen: Häufig gibt man sich in dieser Rolle nicht wirklich zum Besten, sondern hüllt sich in etwas, das einem gar nicht entspricht oder übernimmt sogar die Rolle eines anderen Menschen. Manchen aber wird das irgendwann zur Last, selbst wenn sie den Grund dieser Bürde keineswegs kennen.

Die Darsteller im antiken griechischen Theater benutzten in ihren Rollen Masken, um ihrem Schauspiel einen besonderen Ausdruck zu verleihen: Sie nannten sie die »Persona« – der Ursprung der deutschen Wörter Person, Persönlichkeit, Personifikation, Personal, usw.

Der Schweizer Psychologe Carl Gustav Jung (1875-1961) übertrug diesen Begriff auf die menschliche Psychologie und schrieb über die Persona:

(Sie) ist aber, wie ihr Name sagt, nur eine Maske der Kollektivpsyche, eine Maske, die Individualität vortäuscht, die andere und einen selber glauben macht, man sei individuell, während es doch nur eine gespielte Rolle ist, in der die Kollektivpsyche spricht. [...] Sie ist ein Kompromiss zwischen Individuum und Gesellschaft über das, als was einer erscheint.

Es wäre also einen Versuch wert, sich zu erheben, über die Identifikation mit dieser Maske unserer Persönlichkeit. Nur so nämlich, ließe sich eine Verbindung zu dem herstellen, was man in der Esoterik das »Höhere Selbst« nennt.

Sich über Beschränkungen erheben

Der erste Schritt dazu, wäre sich zuerst einmal bewusst zu machen, dass sich die Persona zusammenfügt, aus unserer äußeren Erscheinung, unserem Namen, unserem Geburtsort, unserem Geburtsdatum und unserer persönlichen Geschichte – kurz: als das, als was wir auch allen anderen erscheinen können. Dessen bewusst, kann man dann ein höheres Selbst voraussetzen, dass, in dieses existenzielle Konglomerat eingefügt, existiert.

Als Nächstes gilt es zu versuchen, wie von einer höheren Warte aus betrachtet, die eigentliche Persönlichkeit in ihrem Handeln zu beobachten. Doch nur beobachten und nicht beurteilen! Dann nämlich kann sich das beobachtende Selbst auf ein höheres Niveau als die Persönlichkeit begeben, da es sich zu lösen beginnt aus allem Gut und Schlecht, aus den Verstrickungen in vergangene Erinnerungen, aus Befürchtungen vor Zukünftigem, aus den Verhaftungen mit einem Ich oder einer Abgren- zung zum Du. Zusammengefasst könnte man sagen, dass ein so bewusst gewordenes Selbst, sich letztendlich ja über seine Todesangst erhoben hat, um sich dem Wesen seines Seelenkerns zu nähern.

Ein Beispiel: Sie machen einen kleinen Spaziergang und stellen sich dabei vor, wie ihr Höheres Selbst ihren Körper »ausführt«, statt sich mit dem laufenden Leib zu identifizieren. Ihr physischer Körper ist (nur) das Fahrzeug, das ihr Höheres Selbst steuert. Es gehört nicht zu ihrem Körper, sondern der Körper ist Besitz des höheren, beobachtenden Selbst, ist sein Diener. Das bedeutet, dass man nach und nach lernt, das beobachtende Selbst, nicht mehr mit dem sich abgefundenen Ich des Körperlichen zu identifizieren. Eher geht es in der Entfaltung eines höheren Bewusstseins darum, allmählich von Stufe zu Stufe immer weiter zu wachsen – vorausgesetzt, man löst sich von äußeren Dingen und von der Angst vor dem Tod.

Wir haben Gedanken, doch wir sind nicht unsere Gedanken

Der englische Religionsphilosoph Alan Watts (1915-1973) schrieb über diesen Aufstieg des beobachtenden Selbst Folgendes:

Es ist sowohl die Fähigkeit unser normales Alltagsbewusstsein zu bewahren, als es dabei auch gleichzeitig loszulassen. Sprich, man beginnt, ganz unbefangen, den Gedankenfluss im Auge zu behalten, all die Eindrücke, Gefühle und Erfahrungen geistig zu erfassen, die unentwegt unser Bewusstsein zu durchströmen versuchen. Statt aber die Gedanken zu kontrollieren und in den Gedankenstrom einzugreifen, lässt man sie so fließen, wie es einem gefällt. Normalerweise wird das Bewusstsein von diesem Gedankenstrom mitgerissen. Darum wäre es wichtig zu lernen, über diesen Gedankenstrom zu wachen, ohne dass er das Bewusstsein erfasst.

Vier Ebenen des Bewusstseins

Um die Wende zum 20. Jahrhundert begründete der griechisch-armenische Esoteriker und Abenteurer Georges I. Gurdjieff (1866-1949) ein spirituelles System, das Menschen helfen sollte eine »innere Evolution« anzustoßen. Gurdjieff sprach hier von einem »Vierten Weg« der einem Menschen helfen sollte diese innere Entwicklung des Bewusstseins anzustoßen. Dabei ging es ihm um vier Bewusstseinszustände:

  1. Der niedrigste Zustand dieser vier Entwicklungsstufen war für Gurdjieff der Schlaf.
  2. Den normalen Wachzustand, von dem die meisten Menschen glauben, er sei freies Bewusstsein, war für Gurdjie nichts weiter, als nur ein anderer Zustand des Schlafs. Denn was einen da wach hält, sind die in der Tiefe der menschlichen Psyche brausende Leidenschaften, vielleicht etwa mit dem vergleichbar, was der österreichische Psychologe Sigmund Freud (1856-1939) als das »Es« bezeichnete.
  3. Manche Menschen aber sind fähig, wahre Bewusstheit zu erfahren. Doch meist nur in kurzen Augenblicken. Das passiert wenn die verkrusteten Schichten der Persona (Maske der Persönlichkeit), an manchen Stellen abzuplatzen beginnen. In diesem Zustand erfährt man eine Art Erinnerung an das, was man das »Wahre Selbst« nennen könnte. Doch damit gehen auch Gefahren einher, da nicht jeder diesem »erwachten Gewahrsein« gewachsen ist.
  4. Der höchste Zustand ist vollkommene Erleuchtung, wo der »Erwachte« sich und die Dinge so sieht, wie sie tatsächlich sind. Es ist, was die Buddhisten den Samadhi-Zustand nennen, wo das beobachtende Selbst mit dem Atman, dem jedem Menschen innewohnenden göttlichen Funken, vereint wahrnimmt. Jeder Wunsch über Dinge oder andere Personen zu Urteilen verschwindet damit und wird überflüssig.

Um diese letzte Stufe zu erreichen, müsste ein Übender, so Gurdjieff, zuerst ein Bewusstsein in der 3. Stufe entwickeln. Das ist sicherlich ein längerer Weg. Denn man muss sich mit den Bewusstseinskräften, die in diesem Zustand wirken, erst vertraut machen, da sie zum »normalen Wachzustand« der 2. Stufe, eigentlich keine direkte Verbindung haben. Menschen die entweder sehr sensibel sind oder zu eifrig versuchen sich auf diese Stufe zu erheben, laufen durchaus Gefahr den Verstand zu verlieren.

Befreiung des Emotionskörpers

Fest steht, dass die meisten Menschen auf unserem Planeten, da sie vielleicht auch nie von diesen höheren Zuständen des Bewusstseins hörten, nur ganz gelegentlich, vielleicht in besonders schwierigen Lebenssituationen, eine solche höhere Bewusstheit plötzlich in sich aufsteigen fühlen.

Wer sein beobachtendes Bewusstsein diszipliniert, wird allmählich dazu befähigt, seine Gefühle zu kontrollieren und sich dabei eines feinstofflichen Leibes bewusst zu werden, der sich aus seinen Emotionen und Empfindungen zusammensetzt. Das ist der Emotionskörper.

Selbstbetrachtung ist ein sehr geeignetes Werkzeug, sich seine höheren Daseinsformen bewusst zu machen und die inneren und äußeren Muster zu erkennen, die einen Menschen seinem wirklichen Daseinsgrund näher bringen.

Darum geht es: Die Erfüllung unseres wahren Seins auf diesem Planeten zu verwirklichen. Wenn nicht in dieser, dann vielleicht in unserer kommenden Inkarnation – wo und was immer das sein wird.

Wichtigste Voraussetzung aber, um solch höheres Gewahrsein überhaupt zu erlangen, sind eine positive Lebenseinstellung und die Fähigkeit Mitgefühl zu entwickeln, für alles Leben in dieser Welt. Dabei ist es wichtig immer wenn man wütend über etwas ist, sich nicht mit den dabei aufsteigenden, negativen Emotionen zu identifizieren, noch sich von ihnen mitreißen zu lassen. Die Kunst ist es, solche Gefühlsbewegungen von einer anderen Warte aus zu beobachten. So kann es sogar gelingen sich von solchen Emotionen zu lösen und sie nicht weiter anzufeuern, noch bevor sie überhandnehmen.

Ärger, Sorgen, Hass und Wut entstehen aus den Problemen der Persönlichkeit eines Menschen. Sie als solche zu entlarven heißt, sich seinen Emotionskörper bewusst zu machen, ihn mit Hilfe des beobachtenden Selbst zu erkennen, doch sich nicht mit ihm zu identifizieren. Wem das gelingt, der kann Negativität durch selbst erzeugte Hochgefühle ausgleichen, innere Blockaden überwinden und sich dabei über bisher unbewusste Schranken erheben. Er befähigt sich damit, seinen Emotionskörper in Balance zu bringen und so auch zu heilen. Wie von selbst wird er damit die inneren und äußeren Widersacher seiner Persönlichkeit bezwingen und für mehr Glücksempfinden in seinem Leben sorgen.

Immer also wenn einen belastende Empfindungen und negative Gefühle plagen, kann man sich sagen:

Ich empfinde diese Emotionen, doch ich bin mehr als meine Emotionen: Ich bin grenzenloses Bewusstsein, ewig und frei.

 

Hindernisse sind Wegweiser

von S. Levent Oezkan

Es gibt einen Grund wieso Du auf diesem Planeten bist. Du – die Seele – die Deinen Körper benötigt, um auf diesem Planeten ihre individuellen Erfahrungen zu machen. Für Deine Seele solltest Du Fähigkeiten entwickeln, die Dir helfen, unabhängig zu werden. So kannst Du Deinen Lebensunterhalt bestreiten, mit dem was Dir entspricht.

Zuerst solltest Du das was Du jetzt, in diesem Augenblick bist und hast, akzeptieren, annehmen und Wert schätzen.

Es gibt so viele Dinge die einem selbstverständlich erscheinen. Aber Millionen anderen Menschen fehlen diese Dinge – sei es genügend Essen, ein Dach über dem Kopf, Freunde oder Wissen. Dankbarkeit kann Deine Grundhaltung werden.

Auch wenn Dir die gegenwärtige Situation fremd vorkommt und Du Dir ein anderes Leben wünschst, darfst Du nicht vergessen, dass es vielen anderen Menschen so geht wie Dir.

Egal wer oder was Du jetzt bist: Es gibt einen Grund, wieso Du in diesem Körper, auf diesem Planeten geboren wurdest.

Du bist mehr als Dein Körper

Erinnere Dich stets daran:

Ich bin mehr als mein Körper – ich bin Bewusstsein, ewig und frei!

Dein Leben ist größer als Du denkst. Auch wenn Dich vielleicht im Moment viele Probleme einengen: suche nach dem Ruhepol in Dir. Dort liegt die Quelle Deiner Kraft. Auf der Suche nach diesem inneren Pol der Kraft, solltest Du Deine Persönlichkeit untersuchen. Sie setzt sich aus vielen verschiedenen Eigenschaften zusammen. Alles was Du in Deinem bisherigen Leben an Erfahrungen gesammelt hast, alles Förderliche, wie auch die Hindernisse, sind Dinge mit denen Du arbeiten kannst.

Es geht um Deine Begabungen – um das, was Dir leichtfällt. Und jeder Mensch hat eine Begabung. Doch nur wenige suchen danach. Meist ist es das, von dem man selbst garnicht weiß, dass es eine Begabung ist. Was uns leicht fällt, erscheint uns oft banal. Andere empfinden es aber vielleicht als großen Wert, den sie aus sich selbst nicht hervorbringen können. So kann jeder Mensch sein Wissen, seine Fertigkeiten, sein Mitgefühl, seinen Glauben, sein Vermögen (finanziell oder spirituell), kann seine Stärken mit Anderen teilen – Ihnen seine Gaben übereignen. Wofür er Dankbarkeit erntet.

Dankbarkeit ist Energie – geistig, emotional oder physisch. Mal zahlt sie sich aus im geistigen Austausch, mal im Mitgefühl, mal als Geld oder anderen physischer Tauschwert. Geld ist eine Energieform.

Auf der Suche nach Kraft

Stell Dir diese Frage immer wieder:

Was ist die Quelle meines inneren Kraftpotentials?

Sie gilt es zu finden, sie sollst Du zu erkennen trachten. Ist das erfolgt, musst Du Deine Begabungen damit abgleichen. Das heißt: Du sollst an Deiner Person arbeiten. Das ist die wichtigste Voraussetzung um weiter zu gehen. Diese Arbeit besteht darin, Wege zu finden, womit, wo und durch wen Du Energie beziehen kannst. Schreibe jetzt alles auf was Dir dazu einfällt. Dann fang an mit der Umsetzung.

Wenn Du herausgefunden hast, was Dir gut tut, und womit Du Deinen inneren Energietank füllen kannst, finde als nächstes heraus, was zu tun ist, damit dieser Energietank immer gefüllt bleibt.

Stell Dir außerdem immer wieder die Frage:

Was nimmt mir meine Energie, die ich eigentlich bräuchte, um meine Leben voll zu verwirklichen?
Gibt es Menschen, Tätigkeiten oder äußere Einflüsse (z. B. die Nachrichten im Fernsehen) die sich von meiner Energie ernähren?

Das Leben fließt aus Dir heraus

Das allerwichtigste ist Dein wahres, Dein magisches Selbst, voll und ganz mit Kraft zu erfüllen. Zuerst muss Du lernen, Dein eigenes Zentrum zu werden. Dies sollte von nun an den wichtigsten Platz in Deinem Leben einnehmen. Es ist egal ob andere sagen: "Er / Sie ist total von sich selbst eingenommen." Den eigenen Kraftpol zu entdecken und zu nähren, hat nichts mit Egoismus zu tun: Dein innerer Kraftpol ist überlebenswichtig!

Ein Egoist ignoriert die Unterscheidung zwischen Selbst und Ich. Sein Selbst überschattet sein aufgeblähtes Ich, da er sich damit identifiziert. Wer aber einem Egoisten schmeichelt, kann ihn steuern. Schau um Dich, wie viele Menschen ihr ganzes Leben darauf aufbauen bewundert, begehrt oder beneidet zu werden. Ist es nicht sehr traurig? Sie helfen damit einfach keinem - nicht einmal sich selbst. Ist so jemand nicht völlig unfrei? Ist er nicht völlig abhängig von dem, was man über ihn denkt oder sagt? Denn kommt einer, der nicht die Rolle des Schmeichlers nicht einnimmt, sondern kritisiert, gerät sein Gefühlsleben durcheinander. Er hat eben ein Wunschbild von sich, wie er anderen erscheinen möchte. Er ist wie ein Darsteller, dessen Bild auf einer Leinwand erscheint. Dort sieht er sich selbst, ist Zuschauer und Schauspieler zugleich - ist mit "Sich nicht Eins".

Leider ist er damit nicht allein. Die meisten Menschen sehen ihr Leben vor sich ablaufen, wie auf einer Leinwand. Sie sind lediglich Teilnehmer an einem großen Schauspiel. Sie identifizieren sich mit dem, was sich um sie herum abspielt.

Es gibt aber Menschen, die ganz anders sind. Ihr Leben strömt aus ihnen hervor. Sie gestalten ihre Zukunft selbst. Ihnen ist es nicht wichtig, was andere über sie denken. Sie haben ihren Kraftpol gesucht und gefunden und wissen, wie sie daraus Energie beziehen; nicht nur für sich selbst, sondern wissen auch, wie sie diese Energie an andere weitergeben. Darauf kommt es an.

Das Innere dieser Menschen ist eins, mit der verborgenen Quelle der Kraft. Und diese Quelle hat ihren Ursprung in einem noch viel größeren, universalen Energie-Zentrum. Erfüllt Dich diese Energie, kannst Du sie auch anderen Menschen zur Verfügung stellen.

Bevor Dir Kraft aus der universalen Quelle zufließen kann, musst Du lernen Dich anzunehmen, Dich als Mensch ehren und als jemand erkennen, der auf diesem Planeten eine Aufgabe zu erfüllen hat. Du sollst kein Wichtigtuer werden, sondern ein Mensch, der aus dem Schlaf des Alltags erwacht ist – erwacht aus der Hypnose des inneren Dialogs. Diese Fähigkeit gilt es zu entwickeln, denn den meisten von uns wurde sie "aberzogen", vielleicht von den Eltern, vielleicht von Lehrern in der Schule. Falsch wäre aber irgend jemand zu beschuldigen. Es ist das Jahrtausende alte Erbe unserer Zivilisation. In einer ewig langen Kette von Ursachen und Wirkungen, von Tätern und Opfern, wurden diese Falschannahmeimmer immer wieder weitergegeben. Doch auch das ereignete sich im Großen Weltgeschehen, um einen höheren Sinn und Zweck zu erfüllen.

Der Planet Erde – ewigeweisheit.de

Ein neues Zeitalter hat begonnen

Die Menschheit in ein neues Zeitalter. Alles was bisher war, wird sich ändern. Wir stehen an der Schwelle in eine vollkommen andere Welt. Immer mehr Menschen finden zu sich selbst, erinnern sich an ihre wahre Bestimmung. Sie sehen, das sie Teil sind, von etwas viel Größerem: dem universalen Bewusstsein. Dich als Teil davon zu erkennen, ist einer der Gründe, wieso Du auf diesem Planeten geboren wurdest.

Für andere da zu sein, hat nichts mit Selbstlosigkeit zu tun. Nur im Suchen nach wahrer Erfüllung, wächst in Dir die Stärke, mit Deinen Begabungen, anderen Menschen zu helfen. Es gibt mindestens so viele Begabungen, wie es Menschenseelen auf dieser Erde gibt.

Wenn Du Deinen inneren Pol der Kraft findest und ihn mit Deinen Begabungen verbunden hast, wirst Du nie wieder etwas erfüllen müssen, dass Du nicht möchtest. Eher wirst Du jemand werden, der anderen echten Nutzen bietet, einer, auf den die Menschen von alleine zukommen. Sie sehen in Dir jemanden, der voller Energie ist, einer, in dessen Gegenwart man sich einfach wohl fühlt. Dann erst wirst Du auch tatsächlich etwas in Deiner Welt verändern können.

Diese Art des Seins verstehen viele Menschen leider falsch. Sie glauben es sei egoistisch, sich erst einmal um sich selbst zu kümmern, sich selbst anzunehmen und zu ehren. Doch wie will man auf dieser Welt von Nutzen sein, wenn man sich selbst nicht ausstehen kann? Ist es darum nicht lächerlich, das man sich selbst klein macht, nur damit einer nicht sagt: "Der / Die ist ein Egoist/in!" Das ist falsche Bescheidenheit.

Wir spirituellen Leute neigen leider dazu, viel zu bescheiden zu sein. Denn wir wollen um jeden Preis vermeiden, als Egoist wahrgenommen zu werden. Darum opfern wir uns lieber für andere auf, machen alles kostenlos, aus Angst, Geld für unsere Gaben entgegen zu nehmen. Nur wovon lebt ein Mensch dann? Vom Geld seiner Eltern, von staatlicher Hilfe, von einem Job der ihm nichts gibt außer Geld?

Immer und immer wieder bekommen die Menschen eingebläut: "Du bist (noch) nicht gut genug, Du musst erst noch dies und das lernen, können und haben, bevor Du Deinen Lebenstraum beginnen kannst." Genau - irgendwann, wenn Du in Pension gehst. Das wurde den meisten von uns eingehämmert. Es ist eingeprägt, wie das Siegel in eine Münze. Und Dein innerer Dialog verläuft entlang dieser Prägung, gleicht immer wieder die Gegenwart ab mit der Vergangenheit. So lebt man im ewigen Gestern. Man glaubt in der Rückschau Halt zu finden, doch in Wirklichkeit fesselt sie uns an Probleme, die schon lange der Geschichte angehören. So laufen die meisten von uns im Hamsterrad ihrer persönlichen Geschichte. Darum liegt dem Klerus so viel am Wort "Hoffnung", mit der Aussicht auf Erlösung.

Wie Du den inneren Dialog beendest

Mein Vater meinte mal zu mir:

Wenn Du immer nur im Kopf lebst, wirst Du niemals frei sein.

Beim gewöhnlichen Menschen brabbelt der innere Dialog ununterbrochen. Er vermittelt das Gefühl "zu sein". Meist aber, und das weißt Du, sind die Worte die dabei gedacht werden, skeptischer, zynischer Art, oder steigen aus einer Art Opferhaltung empor. Diese Haltung setzt sich aus Erinnerungen an die Vergangenheit zusammen. Das hindert Dich am Weitergehen. Du solltest darum lernen, wie Du den inneren Dialog abstellst.

Es ist möglich den inneren Dialog willkürlich zu beenden. Versuche Dich auf zwei Dinge gleichzeitig zu konzentrieren. Wenn Du z. B. einen Spaziergang machst, kannst Du Dich konzentrieren, auf das Gefühl in Deinen Fersen und auf die Hebe- und Senkbewegung Deiner Bauchdecke beim Atmen. In der Sitzmeditation kann diese Art der Konzentration gerichtet werden, auf die Bauchbewegung beim Atmen und den Luftstrom, der dabei aus der Nase ein- und austritt. Oder achte auf die Geräusche um Dich, während Du auf Zehn zählst, mit jedem Atemzug: 1-2, 3-4, 5-6, 7-8, 9-10 und von vorne.

Betrachte, höre, fühle und konzentriere Dich auf Deinen Atem. Bewusstes Atmen bildet den Kern jeder Meditation. Sobald der innere Dialog wieder beginnt, starte einfach von Neuem.

Aus der Verhaltensforschung weiß man, dass wir uns nicht auf mehr als zwei Dinge gleichzeitig konzentrieren können. Darauf basiert auch die Funktionsweise der Hypnose. Ein Hypnotiseur bittet einen Probanden sich auf etwas zu konzentrieren (ein Mantra, ein visuelles Objekt, etc.) und fügt irgendwann ein hypnotisches Überraschungsmoment hinzu: Die Person fällt in Trance. Mit unserem inneren Dialog ist es ähnlich: er hypnotisiert uns. Er lässt uns mit offenen Augen schlafen. Er brabbelt vor sich hin. Hier und da erscheint etwas in unserem Blickfeld, wir schweifen ab und springen auf den nächsten Gedankenstrom auf. Daher kann es passieren, wenn wir anfangen zu meditieren um den innere Dialog abzuschalten, wir plötzlich müde werden. Das ist eine überaus interessante Erfahrung.

So stellt sich die Frage:

Was bin ich eigentlich? Bin ich mein Denken, das wenn es ausfällt, sich mein Wachbewusstsein verabschieden möchte?

Wer ein "Erweckter" ist, hat einen Weg aus dem Schlaf des Inneren Dialogs gefunden. Er ist frei im Denken – ist nicht mehr das Kontrollorgan seines Seins. Dann hat sich der Denker in einen Diener verwandelt, hat Platz gemacht, einer tiefer sitzenden, in Bildern sprechenden Instanz. Das ist die Vision. Sie fließt Dir aus dem universalen Gemüt zu, lässt Dich wissen, was Du wirklich bist und welche Aufgabe Du auf diesem Planeten zu erfüllen hast. Niemand als nur Dein innerstes Wesen vermittelt Dir diese Vision. Und Du kannst sie nach Beliegen formen.

Sich selbst annehmen

Ganz gleich, wie Du auf diesem Planeten gelandet bist: Es geht darum Dich anzuerkennen, wie Du jetzt bist. Je eher Dir das gelingt und Du Deiner eigentlichen Aufgabe näher kommst, stärkst Du damit Deinen inneren Kraftpol, der mit der kosmischen Kraftquelle im Zentrum des Universums verbunden ist.

Hier stellen sich zwei Fragen:

Wie kannst Du Dein wahres und erfülltes Sein auf diesem Planten ausleben?
Wie bringst Du Dein magisches Selbst voll zum Ausdruck?

Um diese Fragen zu beantworten, solltest Du Dir immer wieder klar machen: Es gibt keine falschen Entscheidungen. Begangene Fehler sind Teil des Lebens, helfen Dir Dein Leben zu korrigieren. Du hast eine höhere Bestimmung. Wir wachsen an unseren Fehlern. Wachsen ist schmerzhaft.

Alles was Dich hindert richtig zu handeln, sind die Fesseln Deines inneren Dialogs. Daran wirst Du hin- und hergerissen. Dein innerer Dialog ist festgemacht an äußeren Nachrichten und die Erinnerungen daran. Die meisten dieser Nachrichten und Mitteilungen sind aber Falschmeldungen, sind Gerüchte, sind Worthülsen, deren wahrer Ursprung Dir unbekannt ist.

Erinnere Dich aber immer daran: Dein Gehirn ist riesig, im Vergleich zu dem winzigen Bereich, der für den inneren Dialog verantwortlich ist. Dieser winzige Teil sorgt dafür, das wir immer wieder aus dem Lot geraten, uns entfernen vom Pol unserer wahren Kraft.

Pass auf woran Du denkst. Du bist nicht Deine Gedanken. Deine Gedanken werden von einer winzigen Gruppe von Zellen generiert, die in Deinem Gehirn gerade mal den Raum, in der Größe einer Erdnuss einnehmen. Diese kleine Erdnuss sitzt in der linken Hemisphäre Deines Gehirns. Viele von uns lassen aber ihr Leben von diesem kleinen Gehirnbereich regieren. Du solltest Dir aber immer wieder klar machen, dass die Aufgabe dieser winzigen Zellgruppe, dafür vorgesehen ist, Dir Geschichten zu erzählen, damit Du Dich in der äußeren Welt sicher fühlst. Es ist darum wichtig zu entscheiden, welche Deiner Gedanken Dich zu einem Leben führen, das Du Dir wünschst. Wenn es nicht dem entspricht, was Du Dir wünschst, ändere Dein Denken!

- Dr. Jill Bolte Taylor, amerikanische Neurowissenschaftlerin

In dieser Hinsicht sind alle Menschen gleich: unsere Seelen stammen von etwas höherem, etwas größerem ab. Wer davon nichts weiß, lebt unbewusst, ist leicht manipulierbar und mit seinem Leben grundsätzlich unzufrieden. Er identifiziert sich mit dem Denken. Doch das Denken stammt immer aus der Vergangenheit. Das Selbst aber lebt im jetzt – ganz gleich, ob es erkannt wurde oder nicht.

Die Stimme der Stille

Es gibt eine höhere Bestimmung, etwas das Dich ruft, das zu erfüllen, was Dir und Deinen Mitmenschen zu einem besseren Leben verhilft. Darum solltest Du auf diesen Ruf horchen. Er tönt nicht im Außen. Nur in Dir kannst Du ihn rufen hören – in Dir fühlen und erkennen.

Wenn Du nicht auf diese innere Stimme hörst – die Stimme der Stille – kommst Du von Deinem eigentlichen Lebensweg ab und Du machst, was Dir nicht gut tut. Das sind manchmal die falschen Freunde, der falsche Lebenspartner, der falsche Job, usw. Und trotzdem führt es eigentlich immer auf den selben, universalen Lebensweg zurück. Nur vorübergehend erscheinen uns manche Entscheidungen, manche Wege, als falsch. Sehen wir unser Leben aber als Ganzes, erkennen wir hinter allem einen tieferen Sinn.

Lebenshindernisse sind wie Richtmarken auf diesem Weg. Da das die meisten von uns aber nicht von Kindesbeinen an gelernt haben, glauben sie, sie müssten die Stolpersteine auf ihrem Lebensweg, mit allen Mittel beiseite räumen. Wenn ihnen das nicht gelingt, verzweifeln sie, erliegen vor dem Hindernis, bleiben stehen – oder lassen sich Medikamente verschreiben.

Sind wir damit aber nicht einfach nur ein Spielball, der am Hindernis zum Stillstand kommt? Frei ist jemand, der Hindernisse als Wegweiser erlebt und sich und sein Leben den Umständen angleicht – mit allen Konsequenzen. Viele fürchten sich davor, da sie glauben, Veränderung im Leben bewirke nur noch mehr Sorgen. Sie setzen lieber auf Sicherheit. Doch streng genommen gibt es keine Sicherheit. Klar, man kann sich einschließen oder die 10. Versicherung abschließen, Verträge unterschreiben usw. Wie oft hat uns die Geschichte aber gezeigt, dass manchmal Unerwartetes geschieht, das zwingt unser Leben zu verändern. Dann sind alle Sicherheiten dahin.

Du bist mehr als Du denkst

Wenn Du glaubst im Leben versagt zu haben, ist es nur dieser Pol der Kraft in Dir, der versucht hat, sich auf die große, universale Kraftquelle einzupendeln. Immer wieder versucht sich dieses Kraftzentrum in Dir, der großen kosmischen Energie anzugleichen. Alles was Dich aus der Bahn wirft, drängt Dich, einen Weg zu finden, Deine Orientierung wieder auf dieses universale Gesetz zu richten. Es ist sogar so, dass wir aus unseren Niederlagen mehr lernen, als aus unseren Erfolgen – auch wenn beide gleich viel wert sind. Niederlagen erfüllen den Zweck eines Weckdienstes, für all jene, die sich mit einem bestimmten Lebenshindernis abgefunden haben. Diese Hindernisse sind vielfältig. Mal ist es die Beziehung, die einem schon lange nicht mehr gut tut, der Job, der uns zwar ernährt, aber uns langweilt, das Haus in dem wir leben, uns dort aber nicht mehr wohl fühlen.

Hindernisse die sich Dir in den Weg stellen und Dich versagen lassen, sagen einfach nur:

Du musst Dein Leben ändern!

Es ist nicht einfach, die wahren Gründe hinter den Lebensereignissen zu erkennen. Grundsätzlich gilt aber: Richte Dich nicht gegen die Hindernisse, sonder lerne, wie Du ihre widerstrebende Kraft, für Dich nutzen kannst! Nur die Herausforderungen im Leben bringen Dich weiter. Der gerade, unbeschwerte Weg, führt nichts als direkt ins Grab.

Ganz gleich was sich Dir in den Weg stellt: Dein Leben ist größer als eine Trennung, größer als eine Entlassung, eine Krankheit, mächtiger als Einsamkeit!

Finde die Stille in Deinem Innern. Es ist die selbe Stille auch in den riesigen Zwischenräumen des sichtbaren Universums. Ganz still dreht sich der Himmel um den Polarstern, der seit Jahrtausenden, ruhig im Zentrum des Nachthimmels steht - Haltepunkt des Firmaments. Auch in Dir befindet sich so eine Art Stern, der entdeckt werden will. Nur Dein innerer Dialog verhüllt ihn.

Manchmal bewegen wir uns, wie auf einer unendlichen Umleitung. Es scheint sich einfach nicht weiterzugehen. Erkenne aber, dass das nur ein Hinweis ist, dass Du mit Deinem Leben nicht zufrieden bist. Verändere Dein Leben – immer wieder – bis Du langsam merkst, dass sich die Probleme beginnen aufzulösen. Geduld ist wertvoller als Gold.

Gleichzeitig bedeutet das nicht, das Du Dein gesamtes Leben absichtlich in Schieflage bringen sollst. Nein. Handle aus der Stille heraus und stelle Dir die Frage:

Wie ändere ich die Richtung in meinem Leben?

Durch das, was sich Dir widersetzt, ergibt sich der Weg, auf dem Du eine Lösung für das Problem herbeiführst. In Ruhe, entspannt – in der Stille!

Verstehe durch die Stille,
Handle aus der Stille,
Erobere in der Stille.

- Dag Hammarskjöld, ehemaliger UN-Generalsekretär

Schritt für Schritt

Leider neigen die meisten dazu, das gesamte Problem auf einmal fassen zu wollen. Und daran scheitern sie, denn es ist nicht möglich.

Wie ein Mensch, so will auch ein Problem zuerst kennengelernt werden. Oft zeigen sich uns kleine Türchen, die wir eigentlich nur öffnen bräuchten, um auf die sichere Seite zu kommen, die sich hinter einem Hindernis befindet. Doch in Panik vor dem großen Gesamtproblem, übersieht man die Ausgänge, vor der anscheinend unendlich breiten Wand, wo sich kein Ausweg zeigt.

Kleine Schritte führen zum Ziel.

Türmt sich vor Dir ein großes Problem auf, stelle Dir die Frage:

Was ist der nächste Schritt?

Was musst Du jetzt tun. Von hier aus gehst Du weiter, machst den nächsten Schritt und wieder den nächsten.

Dein Leben ist viel größer als jedes Problem, das ein Menschen haben kann. Daran solltest Du Dich immer erinnern, besonders in Momenten wo Du glaubst, dass es keinen Ausweg gibt.

Scheitern heißt: Du bekommst einen neuen Weg gezeigt.

 

 

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