Planeten

Die Musik der himmlischen Sphären

Die Musik der himmlischen Sphären

Sphärenharmonie - ewigeweisheit.de

Aus den Lehren des Pythagoras lässt sich sowohl exoterisches wie auch esoterisches Wissen beziehen. Seine sogenannte »Siderischen Harmonik« allerdings, zählt wohl zu den erhabensten solcher Wissensgebiete.

Pythagoras von Samos (570-510 v. Chr.) sagte man nach, dass er von allen Menschen der einzige war, der die feinstoffliche Sphärenharmonie der Planeten zu vernehmen, zu »hören« vermochte.

Bereits aber in den Jahrhunderten vor seiner Zeit, besaßen manche unter den Chaldäern (einem alten Volk das um 1.000 v. Chr. im südlichen Mesopotamien lebte) ein höheres Wissen von eben dem, was wir eben als Siderische Harmonik ansprachen. Für die Chaldäer war klar, dass die Himmelskörper, eben wegen ihrer zyklischen Bewegungen, sich in eine Art »kosmischen Gesang« einstimmen, während sie ihre Bogen über den Himmel ziehen.

Schauen wir noch weiter zurück in die Geschichte des Altertums, so ist da die Rede vom biblischen Propheten Hiob (2185 v. Chr.), der in seinem gleichnamigen Buch schreibt

als die Morgensterne miteinander jauchzten und alle Gottessöhne jubelten

- Hiob 38:7

Es scheinen also schon sehr lange Vermutungen darüber angestellt worden zu sein, dass von jenen, zyklischen, und damit auch kreisförmigen Bewegungen der Himmelskörper, ein Vibrieren ausgeht, das eben alle schwingenden Körper aussenden (man denke da etwa an hoch rotierende Objekte, von denen ein charakteristischer Klang ausgeht).

Von den oben besagten Vermutungen der Menschen von einst, blieb uns bis heute jedoch nur wenig erhalten. Wir wollen uns aber, mit dem was uns dazu an Wissen zur Verfügung steht, dennoch dieser Theorie der Sphärenharmonie weiter nähern.

Noten kosmischer Harmonie

Pythagoras und seine Schüler verwendeten ein Monochord, um die Schwingungsverhältnisse der musikalischen Töne zu studieren. Bei einem Monochord handelt es sich um eine physikalische Apparatur, die einem Musikinstrument ähnelt, wo über die Länge eines entsprechenden Resonanzkastens eine Saite gespannt ist. Je nachdem wo man die Saite mit dem Finger berührt, während man sie anschlägt, erklingt ein anderer Ton.

Mittels ihrer Untersuchungen zur musikalischen Harmonielehre, leiteten die Pythagoreer schließlich ab, dass von jenen zyklischen Sphärenbewegungen der sieben klassischen Planeten, wohl eben entsprechende Klänge ausgehen mussten. Sie stellten sich den Himmel als kosmisches Monochord vor, dessen Saite an ihrem oberen Ende mit dem absoluten Geist und an ihrem unteren Ende mit der absoluten Materie verbunden war – mit anderen Worten: Jene Saite der Sphärenharmonie war für Pythagoras und seine Schüler gespannt zwischen Himmel und Erde (siehe Abbildung).

Sonifikation der Weltordnung mit einem Monochord - ewigeweisheit.de

Eine "Verklanglichung der Weltordnung mit einem Monochord" in einer Illustration von Robert Fludd aus dem Jahre 1617 (Quelle: Deutsche Fotothek).

Vom Umfang des Himmels aus rechnend, leitete Pythagoras diese Sphärenharmonie von den Umlaufperioden der klassischen Himmelskörper Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur und Mond ab. Hiermit war die Anordnung dieser sieben Planeten (Sonne und Mond betrachtete man in der alten Astronomie als Planeten), auch identisch mit der jüdischen Symbolik der Menora (traditioneller Siebenarmiger Leuchter), wobei die Sonne in der Mitte stand, als Hauptstamm mit drei Planeten zu beiden Seiten.

Was die Pythagoreer damals theoretisch herleiteten, darauf sollte im 4. Jahrhundert unserer Zeit auch der römische Philosoph Macrobius Ambrosius Theodosius (385-430 n. Chr.) eingehen, in seinem Kommentar zu Ciceros Somnium Scipionis. Darin meinte er, dass Pythagoras die Geschwindigkeiten und Größen der sieben planetarischen Körper geschätzt hatte, wovon er dann eine ihnen entsprechende Diatonik (Skala von Ganztönen) ableitete. Gewiss war das aber mehr als nur Annahme, da Pythagoras eben über eine Wahrnehmung verfügt haben soll, die ihn solch feinstoffliche Wirkungen empfinden ließ.

Für Pythagoras ging von jeder dieser gigantischen Himmelskugeln ein bestimmter Ton aus, erzeugt durch die Planeten, die sich darin endlos durch diese sphärischen Räume bewegten. Da man in diesen Tönen irdische Manifestationen einer göttlichen Ordnung erkannt hatte, musste daraus zwangsläufig folgen, dass die Planeten (als Repräsentanten der Götter) zur Harmonie ihrer kosmischen Klänge quasi bewusst beitrugen.

Vom sphärischen Gesang der Planeten

Im Alten Griechenland sahen die Eingeweihten für wahr an, was Pythagoras über die Sphärenharmonie meinte, wenn er behauptete, dass von den Planeten bei ihren Umläufen um die Erde, bestimmte, wenn auch feinstoffliche, nicht direkt hörbare Töne ausgehen. Je nach Größe, Schnelligkeit und Entfernung des Planeten, entsprechend unterscheiden sich diese Töne. Saturn etwa, der am weitesten entfernte Planet, soll den subtilsten, aber dennoch schwersten Ton von sich geben, während vom Mond, der am nächsten ist, der deutlichste Ton ausgeht.

Man legte auch eine grundlegende Beziehung fest, zwischen den einzelnen Sphären der sieben Planeten und den sieben heiligen Vokalen der griechischen Sprache:

  • Mond: Α (Alpha)
  • Merkur: Ε (Epsilon)
  • Venus: Η (Eta)
  • Sonne: Ι (Iota)
  • Mars: Ο (Omikron, »kleines O«)
  • Jupiter: Y (Ypsilon)
  • Saturn: Ω (Omega, »großes O«)

Wenn die sieben Planetensphären gemeinsam tönen, erzeugen sie dabei eine vollkommene Harmonie, die wie ein ewig gesungener Lobpreis aufsteigt, zum Thron ihres Schöpfers.

Von diesen heiligen Gesetzmäßigkeiten beeindruckt, verfertigte man manche der frühen Musikinstrumente mit eben sieben Saiten. Diese Siebenheit brachte man immer in Verbindung mit sowohl ihren Entsprechungen im menschlichen Körper, als auch mit den Planeten. Auch die Namen Gottes bildete man damals aus Kombinationen der sieben Planetentöne:

Planet Frequenz Note
Saturn 147,85 Hz D
Jupiter 183,58 Hz Fis
Mars 144,72 Hz D
Sonne 126,22 Hz H
Venus 221,23 Hz A
Merkur 141,27 Hz Cis
Mond 210,42 Hz Gis

Für die Pythagoreer galt: Alles was existiert, hat eine Stimme und damit singen alle Geschöpfe ewig das Lob ihres Erschaffers. Der Mensch aber kann diese Klänge der Planeten nicht hören, weil seine Seele in die Illusion der materiellen Existenz verstrickt ist. Wenn er sich irgendwann aber von den Fesseln der niederen Welt mit ihren Sinnesbegrenzungen zu befreien lernt, dann werden ihm die Töne der Sphärenharmonie wieder hörbar sein, so wie es ihm das auch möglich gewesen sein soll im Goldenen Zeitalter (vor etwa 10.000 Jahren).

Sobald die menschliche Seele wieder ihren wahren Zustand zurückerlangt, wird sie nicht nur den Chor des Sphärengesanges der Planeten hören, sondern auch mit ihm in eine immerwährende Hymne des Lobes an das Ewige Gute einstimmen.

Form, Raum und Resonanz

Im Alten Griechenland wusste man um einen geheimen Zusammenhang zwischen Musik und geometrischer Form. Die architektonischen Elemente der Tempelbauten etwa, standen da in Zusammenhang mit Noten und musikalischen Tonleitern. Die Architekten von einst, versuchten mehrere solcher Elemente ausgewogen in einer Gebäudearchitektur zu integrieren, damit sie als gesamtes Bauwerk mit eben einem bestimmten musikalischen Akkord korrespondierten – vorausgesetzt seine Bauteile entsprachen auch den Anforderungen harmonischer Ton-Intervalle.

Die Erkenntnis dieser Analogie zwischen Klang und Bauform, inspirierte später wohl auch den deutschen Philosophen Arthur Schopenhauer (1788-1860) zu der Aussage:

Architektur ist gefrorene Musik.

Auch andere deutsche Philosophen, wie etwa Friedrich Schelling (1775-1954) oder Friedrich Schlegel (1772-1829), teilten mit ihrem Zeitgenossen diese Anschauung: Architektur und Baukunst sei erstarrte Musik.

Wenn wir aber zurückblicken in jene Zeit, in der man in Griechenland und Ägypten die heiligen Mysterien feierte, da gab es schon damals besondere Klang-Räume, in denen die Hierophanten ihre Beschwörungen und Intonationen sangen oder sprachen. Selbst ein geflüstertes Wort, wurde darin so intensiviert, dass der Nachhall im gesamten Gebäude (Mysterien-Tempel) hörbar wurde – manche meinen sogar, dass bereits die leistete Intonation in solch einem Klang-Raum, ein gar ohrenbetäubendes Dröhnen auslöste.

Eigentlich jedes Element in der Natur hat seinen eigenen Grundton. Wenn solch ein Element mit anderen Elementen in einer zusammengesetzten Struktur (zum Beispiel in einer Tempel-Architektur) kombiniert wird, ergibt sich daraus ein Akkord, der, würde ihn einer kennen und seinen Klang erzeugen können, die Verbindung seiner Bestandteile de facto auflösen würde. Auch jedes Individuum hat einen Grundton. Doch wenn dieser erklingt, besteht die Gefahr, dass sich dabei auch die Existenz dieses Individuums auflöst.

Die biblische Legende von den Mauern Jerichos, verdeutlicht zweifellos die geheimnisvolle Bedeutung dieses individuellen Grundtons: Aus dem Buch Josua (auch: »Buch Joschua«) entnehmen wir der Schilderung über die Schlacht von Jericho (Josua 6:1-27), dass die Israeliten am siebten Tag ihrer Belagerung siebenmal um die Stadtmauern marschiert waren und dann siebenmal die Trompeten geblasen hatten, was die Mauern der Stadt zum Einstürzen brachte. Anscheinend wusste man schon in alter Zeit Menschen vom Zusammenhang der individuellen Töne aller Dinge, wie auch von harmonischen Klängen, die eine Architektur in Resonanz zu versetzen vermögen.

 

Eine kleine Esoterik des Lichts

Eine kleine Esoterik des Lichts

Lichtspektrum - ewigeweisheit.de

Licht enthüllt die Herrlichkeiten der äußeren Welt. So etwa verleiht das Licht den Dingen Schönheit, enthüllt Schönheit, doch vermag auch deren Gegensätze zu offenbaren. Licht zeigt sich und die Dinge eben so, wie sie sind.

All die unerreichbar weiten Entfernungen des Weltalls, durchfließen seine unendlichen Ströme. Denn das Licht ferner Sterne etwa, brauchte Jahre, Jahrtausende, Jahrmillionen und noch viel länger manchmal, um die Weiten des Universums zu durchmessen, bis es dereinst auf der Erde ein Auge wahrnimmt.

Der niederländische Brillenmacher Hans Lipperhey (1570-1619) entwickelte Anfang des 17. Jahrhunderts das moderne Teleskop, dass seitdem der Astronomie verhilft, eben jene weit entfernten Lichter zu erkunden, ihre Farben, Formen und Ausmaße zu entdecken. Auch Mikroskope entstanden in dieser Zeit in den Niederlanden, um all das zu erforschen, was für das bloße Auge zu klein ist, um es zu sehen.

Die feinen Kräfte des Lichts, Bewegungen und Formen seines Erscheinens, sind wunderbar und sanft. Doch gleichzeitig hat das Licht die Kraft zu durchdringen, in seiner Stärke manchmal gar zu verbrennen, zu vernichten.

Es ist aber vor allem sein vitalisierender Einfluss, der auf der Erde Leben überhaupt erst möglich macht. Pflanzen können unter freiem Himmel nur durch das Licht der Sonne ihren Stoffwechsel vollziehen. Und es sind die Pflanzen von denen sich die Tiere und auch wir uns ernähren. Ohne dieses Licht verschwände sofort alles Leben von der Erdoberfläche.

Farblicht als Heilmittel

Wir tun gut daran, die Potenziale und Prinzipien der Schönheit des Lichts, in all ihren Erscheinungsformen als solche wertzuschätzen. Alle Farben sehen wir eben wegen des Lichts und je genauer wir die Gesetzmäßigkeiten dahinter erkannt haben, desto mehr wird es sich uns als wunderbare Kraftquelle zeigen, die unser irdisches Menschsein belebt und auch heilt.

Besonders die heiltätigen Kräfte die mit dem Licht der Sonne auf die Erde kommen, wie auch seine farbigen Ausprägungen in der Welt, machen diese Form der Energie zu einer therapeutischen Substanz. Bei der sogenannten Farblichttherapie handelt es sich um eine Behandlungsform, die sich Wirkungen der Farben auf die menschliche Seele zu Nutzen macht. Aber auch den leiblichen Organismus kann Licht heilen. Das weiß man seit sehr alter Zeit, wo man schon Menschen dem Licht der Sonne zu therapeutischen Zwecken aussetzte, um damit ihre innere und äußerliche Wohlbefindlichkeit zu verbessern. Bis heute bringt man Infrarot und Ultraviolett, in der sogenannten Phototherapie zur Anwendung .

Die von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) entwickelte Farbenlehre lieferte hierfür ein wichtiges Grundlagenwerk. Der deutsche Biologe Ernst Ludwig Krause (1839-1903), der unter Pseudonym »Carus Sterne« veröffentlichte, lieferte dazu 1895 einen Kommentar in seinem Aufsatz »Der Farbenreiz bei Mensch und Tier«. Darin erläuterte er die Heilwirkungen von Licht und Farbe.

Im selben Jahr 1895 schrieb einen ganz wesentlichen Beitrag zur Farblicht-Therapie der amerikanische Arzt Edwin Dwight Babbitt (1829-1905), in seinem Buch »The Principles of Light and Color« (deutsch: »Die Prinzipien von Licht und Farbe«). Auch Rudolf Steiner (1861-1925) entwickelte später mit dem Neurologen Felix Peipers (1873-1944) im Jahre 1908 eine eigene anthroposophische Farbenlehre, die sowohl therapeutisch wie auch künstlerisch zur Anwendung kommt. Darin unterscheidet man zwischen sogenannten »Bildfarben« und »Glanzfarben«. Die vier Bildfarben haben immer etwas Schattenhaftes und sie zeigen nicht ihr eigenes Wesen, sondern bilden etwas anderes ab:

  • Schwarz ist das geistige Bild des Toten.
  • Weiß ist das seelische Bild des Geistes.
  • Grün ist das tote Bild des Lebens.
  • Pfirsichblüt ist das lebendige Bild des Seelischen.

Die drei Glanzfarben sind folgende:

  • Gelb steht für den ausstrahlenden Glanz des Geistes,
  • Blau den Glanz des Seelischen, einem »Sich-innerlich-Zusammennehmen«, einem »Sich-Stauen«, »Sich-innerlich-Erhalten« und
  • Rot der Glanz des Lebendigen, der ein gleichmäßiges Erfülltsein des Raumes bildet und den Ausgleich zwischen Gelb und Blau darstellt.

Licht, jenseits aller Sichtbarkeit

Licht ist die grundlegende Manifestation des Lebens und taucht die gesamte Schöpfung in seinen Glanz. Daher ist es interessant, einmal seine subtile Natur näher kennenzulernen. Aus physikalischer Perspektive betrachtet, ist das was man Licht nennt, die Schwingung eines sich ausbreitenden, elektromagnetischen Feldes, das bestimmte Reize auf den Sehnerv im Auge des Menschen auslöst, um dann im Gehirn als entsprechende Licht- und Farbwirkung erkannt zu werden. Doch leider ist diese Feststellung oft die Einzige, womit man den Begriff des Lichts allein auf die Sinneswahrnehmungen beschränkt.

Es gibt allerdings viel mehr Licht, als man je gesehen hat. Auch unbekannte Formen des Lichts existieren, die kein optisches Gerät je registrieren wird. Unzählige Farben existieren, die man nicht sehen kann, ebenso wie Klänge, die man nicht hören kann, Gerüche, die man nicht riechen und Geschmäcker die man nicht schmecken kann, und Dinge, die sich ebensowenig erfühlen lassen. Damit scheint der rein auf seine Sinne bezogene Mensch wohl umgeben zu sein von einem übersinnlichen Universum, von dem er scheinbar kaum etwas weiß, weil die Zentren der Sinneswahrnehmung in ihm, nicht ausreichend entwickelt sind, um subtilere Schwingungen zu bemerken.

Die Farben als Repräsentanten kosmischer Größen

Die Meder bauten jene Stadt, die heute Ekbatana heißt, deren Mauern von großem Ausmaß und Stärke sind und sich kreisförmig ineinander erheben. […] Die Anzahl der Kreise beträgt sieben, wobei der Königspalast und die Schatzkammern innerhalb des letzten Kreises liegen. […] Auf dieser Mauer sind die Zinnen weiß, auf der nächsten schwarz, auf der dritten scharlachrot, auf der vierten blau, auf der fünften orange. […] Bei den letzten beiden sind die Zinnen mit Silber beziehungsweise Gold beschichtet.

So beschrieb der griechische Geschichtsschreiber Herodot (490-420 v. Chr.) diese antike Stadt Ekbatana (heute im Iran), deren sieben Mauern angestrichen waren, mit eben diesen sieben genannten Farben, welche Attribute der ihnen entsprechenden Planetengötter bildeten.

Solche sieben Gottheiten verehrte man, da man in ihnen die kosmische Verkörperungen sieben schöpferischer Eigenschaften erkannte. Jene personifizierten Planetengottheiten dachte man sich im Körper der Sonne wohnend, wo die Sonne doch ihr weißes Licht ausstrahlend, wie eine Saat aller Ton- und Farbpotenzen, diese in der Welt zur Manifestation bringt.

Die berühmte Zikkurat (gestufter Tempelturm) des Gottes Nebo, in der antiken babylonischen Stadt Borsippa, besaß sieben große Stadien beziehungsweise Stufen, die auf sie hinaufführten und die jeweils in der Hauptfarbe eines der sieben klassischen Planeten bemalt waren. Scheinbar war man bereits im Alten Babylon mit dem Konzept des Spektrums in seiner Beziehung zu den sieben schöpferischen Göttern oder Mächten vertraut.

Ordnet man die Farben den zwölf Tierkreiszeichen zu, sind sie wie die Speichen eines Regenbogen-Rades angeordnet:

  • Dem Widder entspricht das reine Rot,
  • dem Stier ein Rot-Orange,
  • den Zwillingen reines Orange,
  • dem Krebs Orange-Gelb,
  • dem Löwen reines Gelb,
  • der Jungfrau Gelb-Grün,
  • der Waage reines Grün,
  • dem Skorpion Grün-Blau,
  • dem Schützen reines Blau,
  • dem Steinbock Blau-Violett,
  • dem Wassermann reines Violett und
  • den Fischen Violett-Rot.

In seinem Dialog Menon beschreibt der griechische Philosoph Platon (428-347 v. Chr.) die Farben als Ausströmungen von Formen, die der Mensch sehend empfinden kann. Auch in seinem Dialog Theaitetos kommt er auf dieses Thema zu sprechen:

Führen wir den soeben behaupteten Grundsatz aus, dass nichts aus sich selbst heraus existiert, dann werden wir sehen, dass jede Farbe, weiß, schwarz und jede andere Farbe, aus dem Zusammentreffen des Auges mit der entsprechenden Bewegung entsteht, und dass das, was wir die Substanz jeder Farbe nennen, weder das aktive noch das passive Element ist, sondern etwas, das sie durchdringt und jedem Wahrnehmenden eigen ist. Bist du sicher, dass die verschiedenen Farben jedem Tier – sagen wir einem Hund – so erscheinen, wie sie dir erscheinen?

Auch in der modernen Theosophie einer Helena P. Blavatsky (1831-1891) wird auf solcherart sakrale Siebenheit der Farben eingegangen, wo eben eine siebenfältige Konstitution des Menschen darüberhinaus mit sieben Zuständen der Materie korrespondiert:

Farbe Seinsform Aggregatzustände
Violett Chaya, das Ätherische Doppel Feinstoffliches
Indigo Höhere Manas, die Spirituelle Intelligenz Luft
Blau Die Aura-Hülle Dampf oder Dunst
Grün Niedere Manas, die Animalische Seele Übergangsebene
Gelb Buddhi, die Spirituelle Seele Wasser
Orange Prana, das Lebensprinzip Übergangsebene
Rot Kama Rupa, der Begierdenkörper Eis

Wie wir sehen konnten also, rührt solcherart siebenfältige Unterteilung der Farben her von dem, wie die ihnen entsprechenden kosmischen Zyklen der sieben Kräfte des Himmels (klassische Planeten) auf Erden wirken.

Aber es gibt auch Entsprechungen dieser Makrokosmischen Größen, mit dem, was der Mensch mit seinen Sinnen wahrzunehmen vermag im Bereich akustischer Reize. Daher ist es kaum verwunderlich, wenn es eben sieben Töne der Tonleiter sind (C, D, E, F, G, A und H), auf denen die gesamte Harmonielehre basiert. So nämlich wie die Farben auf Ebene der hohen Lichtfrequenzen mit den planetarischen Zyklen korrespondieren, entsprechend auch stimmen sie überein mit den sieben Tönen der klassischen Tonleiter.

 

Christliche Ostern: Ein Planetarisches Einweihungsmysterium

von Johan von Kirschner

The Baptism of Christ, 1803 - William Blake - ewigeweisheit.de

Jesus und Christus sind nicht der Selbe. Jesus ist der Name eines Menschen, der sich über unzählige Inkarnationen zu einem körperlichen Gefäß entwickelte, um durch die Taufe den kosmischen Christus aufzunehmen - drei Jahre lang.

Mit der Geburt Jesu senkte sich der Geist Gottes in das Fleisch - Gott wurde Form. Und da Gott zeitlos, Materie aber vergänglich ist, muss Gott auf der Erde sterben, um sich auf ihr zu Verkörpern. Und er muss im Körper sterben, um in der himmlisch, ewigen Einheit wieder geboren zu werden. Das ist das christliche Mysterium.
Auf den Menschen übetragen: das Ich leiht sich das Licht des Selbst, so wie Gott Jesu das Christuslicht für die Dauer seines Wirkens verlieh. Das Ostermysterium signalisiert die Befreiung Gottes aus der Gefangenschaft der weltlichen Formen.

Mit dem Auftreten Jesu Christi wurde den Menschen gezeigt, wie sie sich durch die Welt der Formen bewegen sollen, damit, im christlichen Sinne, der Geist sich dereinst vom leidenden Körper befreien kann. Es geht ums Verlassen der Welt der Gegensätze, denn das Reich des göttlichen Geistes "[...] ist nicht von dieser Welt" (Johannes 18:36).
Weltflucht ist was anderes. Es geht um die absolute Hingabe an das "was ist". Das Erleben des Abstiegs in den tiefsten und dunkelsten Punkt, die bedrückende Enge der Schwierigkeiten im Leben: daran reift der Mensch.

Die Karwoche

Die sieben Tage der Karwoche und die Stationen des Leidensweges Jesu zeigen uns einen Mysterienweg. Seit jeher ist die Sieben eine Zahl der Einweihung. Sieben Stufen musste der Initiant im iranischen Mithraskult durchlaufen und bewegte sich dabei durch die sieben Sphären der Planeten.

Mit den sieben Tagen der Karwoche wird ein siebenfach gegliederter Einweihungsweg gegeben: von der Huldigung der körperlichen Erscheinung Jesu zu Palmsonntag, bis zu seiner Grablegung am Karsamstag. Zweimal Sieben (14) Stationen des Kreuzweges (Via Dolorosa) am Karfreitag, "sieben Worte" des Jesu am Kreuz. Wie wir im Folgenden sehen werden, ist die Sieben auch die esoterische Zahl des Freitags.

Karwoche und Chaldäische Reihe

Die Umlaufzeiten der Planeten sind unterschiedlich: von der Erde aus beobachtet, braucht der Saturn am längsten, ihm folgen Jupiter, dann Mars, Sonne, Venus, Merkur und am schnellsten ist der Mond (zwischen dem 1. Jtsd v. Chr. bis zum 2. Jhd. n. Chr. zählten auch Sonne und Mond zu den Planeten). Die Chaldäer zeichneten gemäß dieser Reihenfolge die Planeten um einen Siebenstern. Jeder Planet herrscht über eine Stunde des Tages. Gemäß chaldäischer Zählung beginnt die erste Stunde des Tages mit Sonnenuntergang (was im Übrigen auch im Judentum gilt):

  1. Stunde: Saturn
  2. Stunde: Jupiter
  3. Stunde: Mars
  4. Stunde: Sonne
  5. Stunde: Venus
  6. Stunde: Merkur
  7. Stunde: Mond

Mit der 8. Stunde wiederholt sich die Reihung wieder mit Saturn. Setzen wir diese Wiederholungen fort, sind wir nach 24 Stunden bei Mars und nach 25 Stunden, also der 1. Stunde des neuen Tages, bei der Sonne. Darum ist dann ein Sonnen-Tag: Sonntag. Wieder 24 Stunden später herrscht der Mond. Dann ist also Mond-Tag: Montag. Der Planet der über die erste Stunde herrscht, gibt dem Tag seinen Namen.
Aus dieser Planetenreihe ergeben sich die Namen der Wochentage, da die Planeten ja auch Namen römischer Götter sind:

  • Saturn: Samstag (engl. "Saturday")
  • Sonne: Sonntag
  • Mond: Montag
  • Mars: Dienstag (nord. Gottheit "Ziu" oder "Die", deshalb engl. "Tuesday", franz. "Mardi")
  • Merkur: Mittwoch (franz. "Mercredi")
  • Jupiter: Donnerstag (germ. "Donar", "Thor" im engl. "Thursday", franz. "Jeudi")
  • Venus: Freitag (germ. "Freya", franz. "Vendredi")

Jedem der Planeten ordneten die alten Chaldäer außerdem eine Zahl und ein magisches Siegel bei:

Grund dass die Zählung nicht mit Eins oder mit Zwei beginnt, ist, dass sich mit diesen Zahlen kein magisches Quadrat bilden lässt. Man verwendete solche magischen Siegel synonym für die damit zusammenhängenden Planetenmächte (im Folgenden entsprechen die Zahlen ihren magischen Planetenkräften).

Die Chaldäische Reihe - ewigeweisheit.de

Die Chaldäische Reihe - 7 klassische Planeten, den Wochentagen entsprechend. Die Pfeile auf den Sternlinien deuten auf den jeweils folgenden Wochentag.

Sonntag

Am ersten Tag der jüdischen Woche, dem Palmsonntag, kehrt Jesus auf einem Esel reitend nach Jerusalem ein. Jesus wird von der Menge wie ein König bejubelt. Doch wer hier bejubelt wird ist Jesus, nicht Christus. Es geht um den Leib, das Ich - nicht um das Selbst. Das Ich aber ist sterblich, während das Selbst unsterblich bleibt. Wieso sollte man also dem Körper huldigen, der doch nur ein Abglanz dieses wahren Selbst ist?
Wenn Jesus auf einem Esel reitet, ist das ein Symbol der Seele die sich im Körper sitzend über die Erde bewegt. Der Heilige Franziskus von Assisi nannte seinen Körper "Bruder Esel". Jesus ist jetzt noch nicht der wahre König - erst eine Woche später zu Ostersonntag, wenn er ins himmlische Jerusalem einkehrt.
Nicht also durch die Huldigung der Materie und des Körpers, wird der Mensch ins Licht erhoben, sondern durch die Absage an die Verhaftungen mit der Welt.

Montag

Am Montag fand die Tempelreinigung statt. Jesus warf die Stände der römischen Steuereinnehmer, Geldwechsler und Händler um. Sie standen im Tempelvorhof, wo sich einst die Heiligtümer der Juden befunden hatten. Für die Juden war das ein Kompromiss. Sie wollten verhindern dass im Allerheiligsten des Tempels, an Stelle der Bundeslade, ein Cäsar-Standbild errichtet wurde.
Jesus trat diesem Kompromiss trotzdem entgegen. Er machte durch die Tempelreinigung bewusst, das zwei Götter, JHVH und Cäsar, nicht "unter dem selben Dach" wohnen könnten. Darum zerschlug er gewaltsam die Stände im Vorhof und zwang die Juden damit zur Entscheidung. Durch den gewaltsamen Akt der Tempelreinigung, sorgten sich die Pharisäer um ihr Allerheiligstes. Sie hatten Angst, die Römer könnten den Tempel nun ganz übernehmen. Darum klagten sie Jesus als Tempelschänder an.

Der Tag der Tempelreinigung war also ein Montag - ein Mond-Tag. Als Träger des Sonnenlichts, symbolisiert der Mond die an die materiellen Formen gebundenen, himmlischen Geisteskräfte. Sobald sich das Licht nach Vollmond von ihm löst, verschwindet der Mond allmählich am Himmel - so wie nach einiger Zeit auch der Körper von der Erde verschwindet, wenn ihn das Seelenlicht verlassen hat.
Daher wird das Osterdatum anhand des ersten Frühlingsvollmonds ermittelt. Es ist der Zeitpunkt des Vollmonds zwischen Frühlingsanfang (21. März des gregorianischen Kalenders) und dem darauf folgenden Sonntag.

Am Karfreitag verlässt das Christuslicht den Leib Jesu, der Mond nimmt ab und verdunkelt sich, bis drei Tage später, am Ostermontag (Montag = Mond) Jesu Auferstehung gefeiert wird.

Dienstag

Am dritten Tag, dem Dienstag, der ja dem kriegerischen Mars zugeordnet ist, wird Jesus in kämpferische Streitgespräche verwickelt. Hier spricht Jesus seinen neunmaligen Wehruf gegen die Pharisäer aus, und behauptet, dass Jerusalem dem Untergang geweiht sei. Dies sollte sich mit dem Jüdischen Krieg im Jahr 70 n. Chr. bewahrheiten. Jerusalem war damals also eine dem Untergang geweihte Stadt.

Mittwoch

Der vierte Tag der Karwoche war ein Mittwoch, dem Merkur zugeordnet. Merkur war der römische Götterbote (entsprechend seinem griechischen Pendant "Hermes"). Als Bote steht gewissermaßen auch der Mittwoch zwischen den beiden Hälften der Karwoche. Die erste Hälfte der Karwoche ist "laut" und aktiv nach außen gerichtet. Die zweite Hälfte ist viel leiser. In den drei folgenden Tagen nimmt die Bedeutung der inneren, stilleren Vorgänge zu: das Abendmahl im geschlossenen Kreis (Gründonnerstag), das einsame Sterben Jesu am Kreuz (Karfreitag) und seine Grablegung (Karsamstag).

Donnerstag

Am Gründonnerstag, dem fünften Tag der Karwoche, kommt das Jupiter-Prinzip zur Entfaltung. Die Farbe Grün steht für die Erneuerung des alten Brauchs des Pessachfests. Das Urmuster des Segens über Brot und Wein wird erneut beim heiligen Abendmahl ausgeübt.
Pessach ist den Juden heilig. Man zieht sich in den Kreis der Familie zurück. Niemand darf das Haus verlassen, da ihm sonst des Nachts der Würgeengel (wie im 11. Kapitel des Exodus) begegnet. Jesus und seine Jünger begingen das Fest in einem Haus des Essenerordens auf dem Zionsberg (siehe Buch: Die Bruderschaft der Essener). Es ist ein heiliger Ort, denn hier brachte einst der Sonneneingeweihte und Priesterkönig Melchisedek dem Abraham Brot und Wein (Genesis 14:18-20 ). Darum nennt man Jesus Christus einen Hohenpriester nach der Ordnung des Melchisedek (Hebräer 5:6,10). Das Mahl mit Brot und Wein ist ein Brauch der die Zeiten durchlebt hat und beibehalten wurde. Mit der Einsetzung des letzten Abendmahls erneuerte und erhöhte Christus aber dieses Opfer von Brot und Wein.

Das Brot der Einsegnung, dass von der Kirche als Hostie übernommen wurde, wird aus zusammengebackenem Mehl hergestellt. Und dieses Mehl entsteht aus dem Getreide, dass die Sonne durch ihr Licht und ihre Wärme auf die Erde fallen und so die Pflanze wachsen lässt. Wenn sich unser Körper durch die in der Sonne gewachsenen Pflanzen ernährt, ist er also aus Sonnenlicht gemacht. Das Licht des Sonneneingeweihten Jesus ist in der geweihten Brot (und in der Hostie) lebendig.
Jesus nahm dieses Brot, teilte es und reichte es seinen Jüngern mit den Worten:

Und indem sie aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach's und gab's ihnen und sprach: Nehmet, esset; das ist mein Leib. Und nahm den Kelch, dankte und gab ihnen den; und sie tranken alle daraus. Und er sprach zu ihnen: Das ist mein Blut des neuen Testamentes, das für viele vergossen wird.

- Markus 14:22-24

Nachdem Judas vom Brot aß, verließ er die Runde und ging um Jesus zu verraten! Auch Jesus verließ wenig später mit seinen Jüngern das Haus. Sie nahmen den selben Weg ins Tal, auf dem einst Melchisedek Brot und Wein hinuntertrug. Am Fuße des Berges, im Garten Gethsemane, wurde Jesus von einem Dämon heimgesucht, der ihn versuchte zu töten. Ihm widerstehend trat blutiger Schweiß aus seiner Haut.

Freitag

In der Nacht zu Karfreitag, dem sechsten, der Venus zugeordneten Tag der Woche, gingen Jesus und seine Jünger hinaus zum Bach Kidron, an dem sich ein Garten befand. Dorthin war in der Morgendämmerung Judas mit einem Trupp bewaffneter Männer gekommen, um ihn festzunehmen und vor die Hohepriester zu bringen. Hier beginnt der Leidensweg Christi - die Via Dolorosa mit ihren 14 Stationen.

Station 1: Jesus wird zum Tode verurteilt

Die Sterblichkeit unseres menschlichen Körpers.

Beim Aufgehen der Sonne kam er vor Pontius Pilatus. Da dieser keine Schuld an Jesus fand, ließ er ihn zu Herodes bringen. Herodes hatte viel von Jesus gehört und wollte diesen Wundermann schon immer mal kennen lernen. Als Jesus vor ihm aber nur schwieg, verspottete ihn Herodes und so kam er zurück zu Pilatus. Der verweigerte sich den Pharisäern ein Todesurteil gegen Jesus zu vollstrecken, erreichte aber nichts. Stattdessen schwoll der Tumult der Pharisäer zu einem lauten Geschrei an. Sie forderten die Kreuzigung Jesu.

Da aber Pilatus sah, dass er nichts schaffte, sondern dass ein viel größer Getümmel ward, nahm er Wasser und wusch die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten, sehet ihr zu!

- Matthäus 27:24

Via Dolorosa - Der Leidensweg Christi - ewigeweisheit.de

Station 1 - Jesus wird zum Tode verurteilt.

Station 2: Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern

Der Künstler nimmt das tote Holz und formt daraus ein Bildnis der Liebe. Liebe überwindet den Tod.

Soldaten brachten Jesus ins Gerichtshaus und entkleideten ihn. Man legte ihm einen Purpurmantel um, flocht ihm eine Dornenkrone, die man ihm auf den Kopf setzte. In seine Rechte gaben sie ihm einen Stab. Die Soldaten fielen vor ihm auf die Knie und verspotten ihn: "Gegrüßet seist du, König der Juden!" Sie rissen den Stab aus seiner Hand, schlugen ihm damit auf den Kopf und spuckten ihn an.
Was sich hier ereignete, erinnert an ein Einweihungsritual. Seit jeher ist die Verletzung der Haut Teil der Initiation. Die Haut grenzt das Innen vom Außen ab - das Ich vom Nicht-Ich. Mit der Initiation wird diese Grenze in Frage gestellt.

Via Dolorosa - Der Leidensweg Christi - ewigeweisheit.de

Station 2 - Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern.

Station 3: Jesus fällt unter der Last des Kreuzes

Wer fällt wurde versucht, doch war zuvor nie gefallen. Nun beginnt der Fall im Menschen. Denn der Versucher, der ihm einst das Zaubern lehren wollte, doch nicht durfte, rächt sich nun an ihm.

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Station 3 - Jesus fällt unter der Last des Kreuzes.

Station 4: Auf seinem Weg auf die Schädelstätte von Golgatha begegnet er Maria seiner Mutter

Stille ist mächtiger als Worte. Das Wort aber bricht die Stille.

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Station 4 - Jesus begegnet auf dem Weg seiner Mutter Maria.

Station 5: Der Unbekannte Simon aus Zyrene hilft Jesus das Kreuz tragen

Nach der Begegnung mit der Mutter begegnet der Mensch dem Fremden.

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Station 5 - Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen.

Station 6: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch

Das Geheimnis des Heiligen Gesichts.

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Station 6 - Veronika reicht Jesus das Schweißtuch.

Station 7: Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz

Gottes Schwäche ist stärker als die Menschen - 1. Chorinther 25

Via Dolorosa - Der Leidensweg Christi - ewigeweisheit.de

Station 7 - Jesus fällt erneut.

Station 8: Jesus begegnet den weinenden Frauen

Weint nicht um mich, weint um eure Kinder - Lukas 23:28

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Station 8 - Jesus begegnet den weinenden Frauen.

Station 9: Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz

Wie die Schlange im Garten Eden, so bewegt er sich auf seinem Bauch durch den Staub.

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Station 9 - Jesus füllt zum dritten mal.

Station 10: Jesus wird auf der Schädelstätte Golgatha von Soldaten entkleidet, die seine Gewänder untereinander auslosen

Wir müssen uns von allem entledigen.

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Station 10 - Jesus wird seiner Kleider beraubt.

Station 11: Jesus wird ans Kreuz genagelt

Die Frucht vom Baum der Erkenntnis von Gutem und Bösen wird zurückgegeben.

Am oberen Ende brachte man ein Schild mit den Buchstaben I.N.R.I an. Das waren die Initialen des Namens "Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum", dem lateinischen Namen für "Jesus von Nazareth König der Juden". Manche sagen auch, die Initialen wären in Wirklichkeit das Tetragrammation JHVH (hebr. יהוה‎, "Jahve") gewesen, denn die hebräische Variante des Könignamens ist "Jehoschua Ha-Notzri Ve-Melek Ha-Jehudim".

Am Kreuz hängend spricht Jesus sieben Sätze:

  1. "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" - Psalm 22:2.
    Dies ist ein Einweihungsspruch, gesprochen von denen, die der Prüfung der Einweihung unterzogen wurden. Es geht in der Einweihung um die Loslösung des Körperlichen vom Geistigen. Jesus ist der Christusgeist entwichen. Erst mit der Auferstehung kehrt er in den toten Leib zurück. Jesus wird sich als fleischlicher Mensch bewusst, dass ihn Gott verlassen hat und er zu diesem Zeitpunkt nicht mehr der Christus ist.
  2. Als Jesus am Kreuz hing und die Soldaten sich um seine Kleider stritten, sprach er:
    "Vater, vergib ihnen sie wissen nicht, was sie tun!" - Lukas 23:34.
    Die Gewänder sind Symbole der leiblichen Hülle. Die Soldaten stehen für die unbewusst Lebenden, die sich um die materiellen Dinge streiten.
  3. Jesus wurde mit zwei Verbrechern gekreuzigt. Einer von ihnen bekannte sich zu seinen Verbrechen. Jesus sprach zu ihm:
    "Wahrlich ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradiese sein." - Lukas 23:43
  4. "Da nun Jesus seine Mutter sah und den Jünger dabeistehen, den er liebhatte, spricht er zu seiner Mutter: Weib, siehe, das ist dein Sohn!" - Johannes 19:26.
    Es ist der Körper, der aus Mutter Erde durch die Inkarnation der Seele geboren wurde.
  5. "Darnach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich." - Johannes 19:27.
  6. "Darnach, da Jesus wusste, dass schon alles vollbracht war, dass die Schrift erfüllt würde, spricht er: Mich dürstet!" - Johannes 19:28.
    Man gibt ihm Essig. Das ist das polare Gegenteil von Wein. Der Mensch empfängt in der Kommunion den göttlichen Wein. Gott empfängt in der Kreuzigung jedoch den irdischen Essig.
  7. "Es ist vollbracht!" - Johannes 19:30
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Station 11 - Jesus wird an das Kreuz genagelt.

Station 12: Jesus stirbt

Da schrie Jesus noch einmal laut auf und starb. [...] Der römische Hauptmann und die Soldaten, die Jesus bewachten, erschraken sehr bei diesem Erdbeben und allem, was sich sonst ereignete. Sie sagten: Dieser Mann ist wirklich Gottes Sohn gewesen!

- Matthäus 27:45-54

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Station 12 - Jesus stirbt am Kreuz.

Die Zeugnisse über die Kreuzigung in den Evangelien Lukas und Matthäi, müssen aus dem Johannes-Evangelium übernommen worden sein, denn Johannes war als einziger der Zwölf während des Kreuzigungsdramas anwesend. Er war einer der beiden Jünger (neben Thomas) die von Jesus eingeweiht wurden. Er verstand darum was geschah, während die anderen Jünger das eigentliche Werk Jesu versäumten.

Samstag

Der siebte Tag der Woche ist der Sabbat (von hebr. "Shabbatei": Saturn). Zwei Personen treten ins Geschehen: Joseph von Arimathäa und Nikodemus. Joseph von Arimathäa war ein Jünger Jesu. Doch aus Furcht vor den Juden verheimlichte er das. Joseph war ein wohlhabender Ratsherr, der dem Orden der Essener nahe stand. Er war im Besitz des Kelches, der aus einem grünen Stein gemeißelt war. Laut Legende fiel dieser Stein (Smaragd) vom Himmel, als Luzifer und seine Engel gestürzt wurden. Erzengel Michael schlug diesen grünen Stein mit seinem Schwert aus Luzifers Krone.
In diesem grünen Kelch trug Melchisedek den Wein dem Abraham entgegen. Aus dem selben Kelch tranken Jesus und seine Jünger beim Abendmahl. Im selben Kelch fing Joseph von Arimathäa das Blut auf, das Jesus am Kreuz nach dem Lanzenstich aus der Seite rann. Später wurde daraus der heilige Gral, den Joseph als erster Hüter dann nach England brachte (siehe Buch: Das mythische Avalon).

Station 13: Jesus wird vom Kreuz genommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt

Er wandelt nun auf den Pfaden der Toten.

Joseph von Arimathäa erhält von Pilatus Erlaubnis, den Leichnam Jesu vom Kreuz nehmen zu dürfen.

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Station 13 - Jesus im Schoß seiner Mutter.

Station 14: Grablegung

Aus der Tiefe rufe ich, JHVH, zu dir - Psalm 130:1

Joseph von Arimathäa stellt sein eigenes Grab für den Leichnahm Jesu zur Verfügung.

Joseph nahm ihn und hüllte ihn in ein reines Leinentuch. Dann legte er ihn in ein neues Grab. Er wälzte einen großen Stein vor den Eingang des Grabes und ging weg. Auch Maria aus Magdala und die andere Maria waren dort; sie saßen dem Grab gegenüber.

- Matthäus 27:59-61

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Station 14 - Grablegung Jesu.

Die Auferstehung

Das Kreuz ist ein uraltes Symbol der Vierheit in Mikrokosmos (vier Elemente) und Makrokosmos (vier Himmelsrichtungen und vier Jahreszeiten). Der leidende Jesus am Kreuz ist Symbol des archetypischen Menschen, dessen Körper an die Welt der Sinne gebunden ist. Festgenagelt durch fünf Wunden, entsprechend den fünf Sinnesorganen die an die materiellen Erscheinungen der Welt gebunden sind. Es ist also die Arretierung der weltlichen Illusionen, die die Sinne dem Menschen vorgaukeln. Jesus leidet am Kreuz, so wie das an die Polarität von Gut und Böse gebundene Ich. Jesus befreit sich nicht vom Kreuz, sondern befreit am Kreuz sein an die Materie gebundenes Ich.

Beide Balken stehen für die weltlichen Dimensionen von Raum und Zeit. Ihr Schnittpunkt in der Mitte: das Hier und Jetzt - Zeit und Raum sind eins. Dieser Kreuzungspunkt ist ein Synonym für die in der Alchemie begehrte quinta essentia - das Elixier des Lebens, die Tinktur aus dem Stein der Weisen.

Die Kreuzigung ist der Weg des Menschen zu Gott, vom Ich zum Selbst. Darum sagt man: "Du musst das Kreuz auf dich nehmen".
Sich von der Welt zu befreien heißt, sich seinem Schicksal voll und ganz hinzugeben. Zuerst muss man in der gegenwärtigen Lebenssituation Freiheit finden. Erst diese Freiheit erlaubt es, uns an einen anderen Ort, in eine andere Lebenssituation zu begeben.
Somit ist das Kreuz ein Ort der Wandlung, wie ja auch die Erde im Verlauf unserer Inkarnation, mit ihren vier Himmelspolen ein Ort der Wandlung ist. Dafür steht im Christentum der Leidensweg.

Jesu Kreuzigung ist Gegenbild zum Sündenfall im Paradies, wobei das Kreuzesholz dem Baum der Erkenntnis von Gutem und Bösem entspricht. Die Schlange kam von diesem Paradiesbaum zur Erde und brachte das Böse. Um das Böse von der Welt zu nehmen, musste die Schlange am Kreuz aufgerichtet werden:

Da sandte der JHVH feurige Schlangen unter das Volk; die bissen das Volk, dass viele aus Israel starben. Da kamen sie zu Mose und sprachen: Wir haben gesündigt, dass wir wider den Herrn und wider dich geredet haben. Bitte den Herrn, dass er die Schlangen von uns nehme. Und Mose bat für das Volk. Da sprach der Herr zu Mose: Mache dir eine eherne Schlange und richte sie an einer Stange hoch auf. Wer gebissen ist und sieht sie an, der soll leben. Da machte Mose eine eherne Schlange und richtete sie hoch auf. Und wenn jemanden eine Schlange biss, so sah er die eherne Schlange an und blieb leben.

– Numeri 21:6-9

Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn (am Kreuz) erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, in ihm das ewige Leben hat.

- Johannes 3:14-15

Die Schlange ist der absteigende Aspekt der Erkenntnis. Der Messias (hebr. für "Christus") ist der aufsteigende Aspekt der Schlange, die wieder in ihre paradiesische Heimat zurückkehrt. Interessant ist die kabbalistische Numerologie der hebräischen Worte "Schlange" und "Messias" - sie sind identisch:

נחש Nachasch, Schlange = 358 - משיח Meschiach, Messias = 358

Die Legende vom Kreuzesholz

Zwischen Kreuzesholz und dem Holz vom Baum der Erkenntnis von Gutem und Bösem, gibt es einen esoterischen Zusammenhang, den folgende Legende erzählt:

Als Adam aus dem Paradies verdammt wurde, durfte er sich einen Zweig vom Paradiesbaum mitnehmen. In der Welt außerhalb des Paradieses wurde aus diesem Zweig das Holz, aus dem Moses seinen Hirtenstab verfertigte. Mit diesem Holzstab teilte Moses das Meer, er konnte ihn in eine Schlange verwandeln oder mit ihm, an einen Felsen geschlagen, eine Wasserquelle hervorbringen. Am selben Holz richtete er in der Wüste die eherne Schlange auf, damit die Israeliten geheilt wurden. Später wuchs aus dem lebendigen Zweig ein Baum, der zu einem Balken im Salomonischen Tempel wurde. Dieses Holz kam schließlich in die Zimmerer-Werkstatt des Joseph von Nazareth. Von Joseph erwarb Judas das Holz, den er den Soldaten gab, um daraus das Kreuz zu verfertigen.

In dieser Metamorphose wurde das Holz vom Erkenntnisbaum des Todes auf Golgatha zum Kreuzbaum des Heils und des Lebens.

 

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