Das Buch Kohelet - Siebentes Kapitel

von Prediger Salomo (Übersetzung: S. Levent Oezkan)

Besser ein guter Name, als gutes Salböl, und der Tag des Todes besser als der Tag der Geburt.

Es ist besser in das Trauerhaus zu gehen, als in ein Haus wo man trinkt. In jenem ist das Ende aller Menschen, und der Lebendige nimmt es zu Herzen.

Es ist Trauern besser als Lachen, denn bei trauriger Miene wird das Herz heiter. Denn das Herz der Weisen ist im Trauerhaus, und das Herz der Narren im Haus der Freude.

Es ist besser die Mahnrede eines Weisen zu hören, als den Gesang eines Narren. Denn das Lachen der Narren ist wie das Knistern der Dornen unter dem Topf. Und auch das ist vergänglich.

Erpressung verblendet den Gebildeten und Bestechung verdirbt das Herz.

Das Ende eines Dinges ist besser als sein Anfang. Ein geduldiger ist besser als ein stürmischer Geist.

Übereile dich nicht in deinem Geist zu zürnen, denn im Herzen der Narren ruht Ärger.

Sprich nicht: Wie kommt es, dass die früheren Zeiten besser waren, als die jetzigen? Denn deine Frage zeugt nicht von Weisheit.

Weisheit ist so viel wert wie Besitz und ein Vorteil für jene, die sich der Sonne erfreuen.

Denn die Weisheit beschirmt, wie auch das Geld. Aber die Weisheit gibt das Leben dem, der sie hat.

Schaue dir an die Werke Gottes, denn wer kann gerade machen, was er krümmt?

Sei guter Dinge an gutem Tage, und den bösen Tag nimm auch für gut. Denn diesen schafft Gott neben jenem, dass der Mensch nicht wissen soll, was künftig ist.

Allerlei habe ich gesehen in den Tagen meiner Eitelkeit. Manch ein Gerechter geht in seiner Gerechtigkeit zu Grunde, und manch Gottloser lebt lange in seiner Boshaftigkeit.

Sei nicht übergerecht, und gib dich nicht all zu weise, denn: Warum willst du scheitern?

Sei nicht allzu gottlos und sei kein Narr, denn: Warum willst du sterben, ehe es Zeit für dich ist?

Es ist gut, dass du an diesem festhältst und auch von jenem nicht deine Hand lässt. Denn wer Gott fürchtet, wird sich in jedem Fall richtig verhalten.

Die Weisheit stärkt den Weisen mehr als zehn Machthaber, die in der Stadt sind.

Denn es ist kein Mensch so gerecht auf Erden, dass er nur Gutes tue und nicht sündige.

Gib auch nicht acht auf alles, was man sagt, damit du auch nicht über dich schimpfen hören musst einen Untergebenen. Denn dein Herz weiß, dass auch du sehr oft über andere geschimpft hast.

Solches alles habe ich versucht mit Weisheit. Ich sprach zu mir: Ich will Weisheit erlangen. Sie aber blieb mir fern.

Fern ist alles, was geschehen ist, und tief, ja tief versunken. Wer könnte es wieder finden?

So habe ich mein Herz umgekehrt, zu erfahren und zu erforschen und zu suchen Weisheit und Kunst, zu erfahren der Gottlosen Torheit und den Irrtum der Tollen.

Und ich fand, dass bitterer als der Tod eine solche Frau sei, deren Herz Netz und Strick und deren Hände Fesseln sind. Wer Gott gefällt, der wird ihr entrinnen. Aber der Sünder bleibt durch sie gefangen.

Schau, das habe ich gefunden, spricht der Prediger, eins nach dem andern, dass ich Erkenntnis fände.

Was ich fortwährend suchte, aber nicht fand, ist dies: Unter tausend habe ich einen Menschen gefunden. Aber unter all jenen fand ich keine Frau.

Nur dies, siehe, habe ich gefunden: Dass Gott den Menschen aufrichtig gemacht hat. Aber sie suchen viele Künste.