Druiden

Reise nach Avalon

Reise nach Avalon

Glastonbury Tor - ewigeweisheit.de

Ich saß gerade in der großen Buchhandlung in der Friedrichstraße, unweit von Unter den Linden. Zwei Frauen in bunten Gewändern unterhielten sich neben mir. Ein etwas ungewöhnliches Bild. Dann fiel da der Name Avalon. Ich dachte gleich an den Zauberer Merlin, den alten Druiden und Ratgeber des legendären König Artus.

Zuerst hatte ich, wie wohl auch viele andere, als Junge von dem sonderbaren Zauberer und seiner geheimnisvollen Insel gehört. In einem verborgenen Hain dort, wuchs Merlins magischer Apfelbaum, auf eben dieser Insel des Lichts, einem Hort der Unsterblichen.

Kein Wunder dass es schonmal vorkommt, dass jemand auf den Landkarten danach sucht, wenn es doch eine so wundervolle Stelle auf dem Globus gibt, wo man sich der Unvergänglichkeit erfreut. Diese Insel aber trägt den Namen Avalon. Immer schon auch ein Ort der Feen und Priesterinnen, ein überweltlicher Bereich der weiblichen Spiritualität.

Wo aber befindet sich diese mythische Insel heute und wo befand sie sich einst? Ist Avalon eine Gegend im Jenseits oder ist es wirklich eine Insel auf unserer Erde, in einer schwer zugänglichen Region?

Chalice Well Gardens Glastonbury - ewigeweisheit.de

In den Chalice Well Gardens im südenglischen Glastonbury.

Wenn man die Sagen um Morgan Le Fay, König Artus und Merlin liest, scheint sich Avalon sowohl im Diesseits als auch im Jenseits zu befinden.

In unserer Welt aber beansprucht der englische Ort Glastonbury für sich, jene Insel Avalon zu sein. Doch auch wenn es um den wundersamen Heiligen Gral geht, kommt man nicht umhin sich mit Glastonbury zu beschäftigen, dieser kleinen Stadt in der englischen Grafschaft Somerset.

Das Beltane-Fest

Schon einen Tag darauf saß ich in der Staatsbibliothek zu Berlin und schlug dort neue Bücher auf, worin ich fand dass Glastonbury in der Tat ein Ort ist, wo einst alter Paganismus auf die neue Religion der Christenheit traf - zwei spirituelle Strömungen, die sich dort auch auf ganz wundersame Weise vermischen sollten. Darum auch umwehen diese südenglische Kleinstadt unglaublich viele alte, doch auch neue Legenden.

Es war etwa Anfang April, als ich in der Staatsbibliothek über den arthurischen Gral, Druidentum und paganische Kulte im alten Europa recherchierte. Wie ich da herausfand, sollten sich in etwa vier Wochen in Glastonbury die alljährlichen Festlichkeiten zu Beltane ereignen, jener heiligen Nacht im Heidentum, der Walpurgisnacht vom 30. April auf den 1. Mai. Noch am selben Tag buchte ich meinen Flug nach Bristol. Ich konnte kaum erwarten nach Glastonbury zu kommen.

Druidenfeuer und Hexentanz

Beltane ist das Fest des hellen Feuers, das man überall im Kult der Druiden in dieser heiligen Nacht entzündet. In alter Zeit glaubte man, dass sich in dieser Nacht die Bewohner der Unterwelt zeigten und einem jeden der ihnen begegnet ein Weistum anvertrauen, was in Büchern kaum zu finden ist.

Für die alten Kelten begann an Beltane der Sommer und damit ein neues Jahr. Die keltische Priesterschaft der Druiden entzündete da des Nachts riesige Holzscheite, um deren Feuer man ekstatisch tanzte. Wohl kein Zufall das mancherorts auch heute noch Leute in der Nacht vom 30. April große Holzscheite in Flammen setzen und woanders »in den Mai tanzen«.

Wie ich allerdings erfuhr wurden diese Festlichkeiten in Glastonbury auf eine ganz intensive Weise begangen, was man nicht mit den Feierlichkeiten in anderen europäischen Städten vergleichen kann. Was dort nämlich in der Walpurgisnacht, an Beltane gefeiert wird, spielt sich irgendwo ab zwischen Euphorie und Wahn – und das in einer so kleinen Stadt von gerade einmal 9000 Einwohnern. In Deutschland gab es dazu mal den Heiligenberg am Neckar oder den Brocken im Harz.

Chalice Well Brunnen Glastonbury - ewigeweisheit.de

Der Brunnen Chalice Well in Glastonbury. Hier soll sich in verborgener Tiefe ein sakrales Gefäß befinden, dass man im Westen den Heiligen Gral nennt.

Am Brunnen Chalice Well

Als mein Flugzeug in Bristol gelandet war und ich damals zum ersten Mal meine Füße auf englischen Boden setzte, stieg eine eigenartige Vertrautheit in mir auf, die mich wissen ließ: Das ist ein guter Ort.

Mit meinem Mietwagen fuhr ich vom etwa 40 km entfernten Flughafen zum ersten Mal im Linksverkehr. Da dachte ich mir »hätte ich doch vielleicht besser ein Taxi genommen.« Doch schon nach etwa drei Kilometer begann sich alles immer vertrauter anzufühlen und ich sauste über die teils moosbewachsenen, engen Straßen Somersets.

Also kam ich schließlich an, dort im hübschen Städtchen Glastonbury. Ich hatte mich eingemietet in einem kleinen Landhaus. Von meinem Fenster aus konnte ich den magischen Turm auf dem Glastonbury Tor sehen. Unweit von dort befand sich auch ein schöner alter Brunnen.

Meine freundliche Gastgeberin lud mich ein zu einem Glas Tee und da lernte ich auch meine Zimmernachbarin kennen: Françoise aus Toulouse. Sie hatte schon viel über die Geschichte des Ortes gelesen und interessierte sich wie wohl fast alle Touristen hier, für alternative Themen der Heilkunde und Spiritualität.

Sie war schon einmal hier, ein Jahr zuvor, doch leider nur ein Wochenende. Diesmal hatte sie aber mehr Zeit mitgebracht, wie sie meinte, um auch die umliegenden Orte besuchen zu können. Françoise hatte große grüne Augen und blickte mich damit an, als sie mir versicherte dass in Glastonbury einfach alles miteinander vernetzt sei und, das wenn man an einem Ort begänne, bald schon zur nächsten interessanten Stätte eile, da sich dort mitunter das Rätsel einer begonnenen Geschichte auf wunderbare Weise löst. So ist das eben mit mythenbehafteten Orten in Glastonbury: Sie nehmen kein Ende.

Auch wollte sie sich einen Tag Zeit nehmen, um hier einen der drei esoterischen Buchhandlungen zu besuchen. Für einen kleinen Ort wie Glastonbury eine verblüffen hohe Dichte an »Spiritual Bookshops«.

Glastonbury ist voller solcher Läden und ähnlicher Seminarzentren, wo man ungewöhnliche Dinge lernt, wo man besonderen Schmuck, Kräuter, besondere Düfte und noch so einiges mehr kaufen kann, wo einem Wahrsagerinnen die Zukunft voraussagen wollen und man dort in den Genuss von allerlei alternativer Wellness kommt.

Besonders auch die Räumlichkeiten des Chalice Well Trust, einem esoterischen Zentrum direkt umgeben von den Chalice Well Gardens, bieten regelmäßige Veranstaltungen zu Meditation, alternativen Heilmethoden, zu den Jahreszeitlichen Festen wie Tagundnachtgleiche und Sonnenwende, doch auch mit vielen anderen interessanten Inhalten. Außerdem befindet sich hier der ehrwürdige Brunnen Chalice Well mit seinem wunderschön verzierten Deckel (siehe Bild).

Blick auf den Glastonbury Tor - ewigeweisheit.de

Blick auf den Glastonbury Tor. Das ganze Jahr über umgeben ihn grüne Wiesen.

Muttergöttin Erde

Glastonbury ist durchtränkt von einer sehr alten, scheinbar durch und durch keltisch geprägten Kultur, die ihre Gottesvorstellungen nicht unerreichbar in den Himmel verfrachtete, sondern eine ganz greifbare, fast einen ganz eigenen Geschmack besaß, den jene Priesterinnen ihren Bewunderern und Anhängern sprichwörtlich zu kosten gaben. Man kann hier auch von einem Kult um die alte Erdgöttin sprechen, die als Lebensspenderin den Menschen Gesundheit gab und Weisheit vermittelte – nun ja, es eigentlich auch heute noch tut.

Es ist auf jeden Fall das, was im frühen Druidentum zu höchster Entfaltung kommen sollte, doch irgendwann das Christentum ablöste.

In Glastonbury aber scheint sich mancherorts seit alter Zeit nichts verändert zu haben. Eher versucht man dort Druidentum und esoterisches Christentum auch heute noch gekonnt miteinander zu verbinden. Was die Muttergöttin im alten Keltentum bedeutete, das Selbe glaubt man zu erkennen in der christlichen Gottesmutter Maria.

Das wohl ist eines der wichtigen Augenmerke, wieso sich dieser alte Kult des keltischen Druidentums, bis heute als das erhalten hat, wofür so viele Menschen wieder Feuer und Flamme geworden sind.

Arkane Kräfte im Grund

Von meiner Nachbarin Françoise hatte ich außerdem erfahren, wie wichtig Glastonbury für spirituell gesinnte Menschen ist. Hier nämlich sollen in der Erde zwei Hauptkraftlinien verlaufen, die sich auf dem nahegelegenen Erdhügel in Form eines Labyrinths in einander verquirlen. Und dieser Hügel, der dort von einem Turm gekrönt aufragt, den nennt man den Glastonbury Tor.

Das Wort »Tor«, hatte mir Françoise bestätigt, kommt vom keltischen »Twr Avallach«, dem Erdberg, womit auch der Name Avalon verwandt ist. Wir werden aber noch sehen, was es damit sonst noch auf sich hat.

Direkt auf dem Gipfel des Glastonbury Tor nun, verlaufen wie gesagt zwei unterirdische Energielinien: Die sogenannte St-Michael-Linie und die Marien-Linie – ein männlicher Erdkraftstrom und ein weiblicher. Man spricht hier auch von den sogenannten »Ley-Linien«. Die ziehen sich entlang einer hunderte Kilometer langen Linie vom südwestlichen Cornwall bis nach Norfolk. Manche glauben gar sie verliefen noch weiter westlich im Meeresgrund, unter den heiligen Stätten des versunkenen Atlantis. Unzählige heilige Monumente liegen darauf, die von den Marien- und St-Michaels-Linien umwunden werden. In Glastonbury verdichten sich diese Kräfte unter dem Wearyall Hill, dem Tor, sowie der Abbey, der einstigen Kathedrale von Glastonbury.

 

Der Glastonbury Tor ist ein großer Kraftort. Wer schon einmal auf ihn stieg und von dort ins weit umläufige Gebirge geschaut hat, der spürt unweigerlich eine Art Vitalität, die dort echt aus dem Boden aufströmt. Feinfühlige Menschen empfinden da eine große magnetische Kraft, die sich aus dem Erdinnern gen Himmel öffnet. Ein anderer, nicht weit davon entfernter, sogenannter Kraftort, ist wo die beiden tausendjährigen Eichen stehen, denen man einst, in nachkeltischer Zeit, die Namen »Gog und Magog« gab.

Die saftig grünen Wiesen auf jeden Fall, die auch den Hügel des Glastonbury Tor bedecken, tragen ihren Teil zu dem bemerkenswerten Eindruck bei. In der wärmeren Jahreszeit sieht man hier auch kleine Herden weißer Schafe und es kommt schon einmal vor, dass sich einem ein solches, dort ja freilaufendes Tier, einfach für einen Spaziergang anschließt. Mir auf jeden Fall war das passiert. Ein kleiner Widder folgte mir. Nicht das er etwa auf irgend etwas Schmackhaftes hoffte. Ich weiß wirklich nicht was er an mir fand. Er lief mir einfach hinterher und blieb stehen, wenn ich mich nach ihm umdrehte. Irgendwie ulkig, doch gleichzeitig auch unheimlich.

Holy Oak Glastonbury - ewigeweisheit.de

Eine der beiden uralten Eichen Gog und Magog, etwa nordwestlich des Glastonbury Tor. Wen man hinter dem Gipfel des Hügels, etwa 400 m einem kleinen Weg (Stone Down Lane) folgt und die erste Abzweigung nach links nimmt, findet man sie dort.

Holy Oak Glastonbury - ewigeweisheit.de

Außer Rand und Band

Glastonbury ist wirklich klein, denn als ich mich abends in den wohl einzigen Pub begab, um dort den Klängen eines Konzerts zu lauschen, traf ich dort zufällig auch Françoise. In unserer Unterhaltung sprachen wir natürlich über Glastonbury. Sie hielt diese Stadt für einen der wichtigsten Orte in Europa, von wo aus das einstige Matriarchat der Neuzeit und auch ein neues Heidentum, noch einmal in den schönsten Farben zu blühen beginnen sollten.

Man konnte tatsächlich diesen Eindruck gewinnen, wenn man durch die kleine schöne High Street in Glastonbury spazierte, wo einem da und dort Hexen und weiß gekleidete, goldbehangene Druidinnen begegnen. In dieser Straße passiert man auch eine anglikanische Kirche, in deren Vorhof sich ein Labyrinth befindet, jener Form deren Ursprünge aus der sehr alten minoischen Kultur Griechenlands stammen, wo der Stier in der Zeit vom Übergang zwischen Matriarchat und Patriarchat, eine zentrale Symbolfigur gewesen war.

Dieser Ort in Somerset zeigt sich darum in einem wahrhaft seltsamen Zusammenspiel aus vielen uralten Kulten. Auf ganz kuriose Weise finden hier einander Druidentum, moderne Gesellschaft und christliches Gralsmysterium. Eben auch die alte Legende von dem heiligen Trinkbecher des Letzten Abendmahls Christi, hat in Glastonbury einen wichtigen Stellenwert.

In Glastonbury scheinen die Kräfte des Himmlischen und des Irdischen auf faszinierende Weise zusammenzulaufen und sich dort an den heiligen Stätten zu verbinden. Und nicht nur theoretisch. Man braucht sich nur zu Walpurgisnacht auf den Glastonbury Tor begeben, an dessen Hängen sich ja zwei heilige Quellen befinden – eine rote und eine weiße, eine »blutige« und eine »silbrige« – so zumindest scheinen es die sichtbaren Öffnungen der beiden Brunnen zu suggerieren. Denn aus der einen Quelle fließt anscheinend eher eisenhaltiges Wasser (Red Spring), wodurch ihr Lauf rot-orange gefärbt ist, während die andere Quelle eher silbrige Farben zeigt (White Spring).

Während meines Besuchs in Glastonbury, waren in der Beltane-Nacht an den Quellen, und auch sonst wo in der Stadt, Schamanen, Druiden und Hexen zu Gange. Wer sich nach Sonnenuntergang zum Brunnen von White Spring begab, fand dort ein kleines Gebäude, wo sich über viele Bahnen Wasserströme ergossen und wo zu lauten Trommelklängen Tänzer und Tänzerinnen um Becken voll »geheiligtem Wasser« einen wilden Reigen tanzten.

Während mir der benachbarte Chalice Well tagsüber eher als Ort der Besinnlichkeit erschien, war White Spring zu Beltane ein Ort der Hemmungslosigkeit, wo sich manche ganz den Kräften der Unterwelt hinzugeben schienen. Denn hier sollen sich die Tore nach »Annwn« öffnen, dem was die alten Kelten so als das Schattenreich titulierten.

Andere machten sich in dieser Nacht auf, um die Stufen auf den Gipfel des Glastonbury Tor zu erklimmen. Auf der Höhe dort soll sich einst ein großer Fels befunden haben. Den aber zerschlugen angeblich Christen als sie genug hatten vom wilden Treiben der Druiden, wo es, wie ich mal wo laß, auch schonmal vorkam dass ein Mensch den Göttern geopfert wurde.

So machten die Christen riesige Feuer um den Fels und zerschlugen hernach das darin glühende steinerne Ungetüm der Heiden. Aus den Steinen aber erbauten sie zu Ehren des Erzengels St. Michael dort auf dem Gipfel des Glastonbury Tor eine kleine Kirche.

Was mit dem heiligen Fels auf dem Glastonbury Tor geschah, dass schien den Göttinnen und Faunen der Umgebung gar nicht lange zu gefallen. Ein Erdbeben soll den Hügel so sehr erschüttert haben, dass das Kreuzschiff der kleinen Kapelle dort in sich zusammenfiel, bis eben auf jenen Turm der dort noch heute steht. Wollte das der Geist des Felsen? Erinnerten sich die Steine an ihren eigentlichen Ursprung?

Es ist eben eine weitere der vielen Sagen, die diesen magischen Ort zu umschweben scheinen.

Baum in Chalice Well Gardens, Glastonbury - ewigeweisheit.de

Die Äste dieses Baumes in den Chalice Well Gardens in Glastonbury, haben sich über die Jahrzehnte ineinander verwunden. Man sieht hier anscheinend die Effekte, die aus den Erdströmungen in den Pflanzen zum Vorschein kommen, denn so wie die Wurzel so auch Krone.

Baum in Chalice Well Gardens, Glastonbury - ewigeweisheit.de

Die Insel der Äpfel

Was bedeutet der Name »Avalon« seinem Ursprung nach?

Es ist ein keltisch-kymrisches Wort und kommt von »Abal« oder auch »Afall«, dem Apfel. Denn wie 1135 der alte Geistliche Geoffrey von Monmouth in seiner Geschichte über die englischen Könige verriet, nannte man eben jenen Ort, von dem hier die Rede ist, die »Insel der Äpfel«. Und eben diese Insel dachte man sich oft als jenen Hügel, den Glastonbury Tor.

In der Tat war das einst ein von Wasser umgebener Berg. Erst vor etwa 2000 Jahren zog sich von hier das Meerwasser des Bristol-Kanals allmählich zurück, so dass dort ein kleiner See entstand aus dessen Mitte da der Glastonbury Tor und der gegenüberliegende Wearyall Hill aus dem Wasser ragten. Die alten Kelten aber sollen hier einst eine kleine Siedlung gegründet haben.

Der Name Glastonbury aber kommt von »Glestinga Burg«. Hier nämlich herrschte wohl einst ein keltisches Adelsgeschlecht, die Glestinga, deren Name vielleicht verwandt ist mit dem englischen Wort »glistening«, dem Funkeln. Denn wenn dort auf dem Tor in den ersten Jahrhunderten vor unserer Zeitrechnung, vielleicht jene Menschen lebten, so sah man des Nachts dann wohl dort aus der Ferne, wie sich der schimmernde Glanz ihrer Feuerlichter im Wasser spiegelte. Auch heute noch kann man solche Phänomene im Winter beobachten, da dann die Felder in Feuchtigkeit getränkt, den Glastonbury Tor als tatsächliche Insel erscheinen lassen.

Heiliger Weißdorn und der Gral

Wie dem auch sei, sollte Glastonbury dereinst eine Stadt werden, wo sich sowohl das alte Heidentum und das jüngere Christentum trafen. Und da fällt der Name Josef von Arimathäa. Er war ein Onkel des Jesus von Nazareth, in dessen Grab man den am Kreuze gestorbenen Christus legte. Auch gab man ihm anscheinend den Gral – jenes heilige Trinkgefäß des letzten Abendmahls. Doch als die Römer erfuhren dass Josef von Arimathäa mit dem verurteilten Nazarener zu Gange gewesen war, verurteilte man ihn zu einer jahrelangen Kerkerhaft, ohne ihm dann dort aber Wasser oder Nahrung zu geben, in Erwartung das er dort sterbe. Allein durch die Kraft des Grals soll er in seinem Verließ überlebt haben, um dereinst seinen Auftrag zu erfüllen. Er sollte hier in Glastonbury die erste christliche Gemeinde Europas gründen.

Es heißt dass Josef von Arimathäa nach Avalon zu Schiff kam und auf dem Wearyall Hill landete, gegenüber des Glastonbury Tor. Da rammte er seinen Wanderstab aus Weißdorn in den Boden, woraus dann Wurzeln trieben und die heilige Pflanze zu wachsen begann. So will es der Mythos vom »Holy Thorn«, dem heiligen Weißdorn, der dort bis einst gewachsen war, doch anscheinend immer wieder neue Triebe aus seinem Stamm hervorschießen.

Den Gral aber brachte Josef von Arimathäa aus Jerusalem hierher, um ihn am Fuße des Glastonbury Tor zu verbergen. Darin nämlich hatte er die gottgesegneten Tropfen eingesammelt, die Jesus bei seinem Kreuzestod aus der Seite rannen, als Blut und Wasser, nachdem ihm der Centurio Longinus diese Wunde zugefügt hatte, mit seiner weißdornhölzernen Lanze.

An jener Stelle aber wo Josef von Arimathäa dort in Glastonbury den Kelch verbarg, sollen, so die Legende, dereinst die beiden Quellen Red Spring und White Spring entspringen – als Allegorie auf die Heilige Wunde des Christus. Diese Stelle nennt man darum »Chalice Well«, den Brunnen des Kelchs, die Quelle des heiligen Grals.

Glastonbury Abbey - die alte Abtei - ewigeweisheit.de

Die Ruinen der alten Abtei zu Glastonbury. Dort soll der Leichnam von König Artus begraben sein.

Glastonbury Abbey - die alte Abtei - ewigeweisheit.de

Warten im Jenseits

Wie mir meine französische Nachbarin Françoise am kommenden Morgen beim Frühstück erzählte, sollte ich unbedingt noch die alte Abtei zu Glastonbury besuchen. Das natürlich hatte ich mir bereits auf meine Reiseliste geschrieben. Angeblich sei dort, so Françoise, der Leichnam König Artus' beigesetzt und im rechten Winkel zu ihm seine Gattin Guinevere. Sie ruhte dort also nicht neben ihm. Man hatte sie  zu seinen Füßen beigesetzt.

Guinevere, so will es die Sage, hatte Artus betrogen mit dem eigentlich ehrenhaftesten aller Ritter der Tafelrunde: Lancelot, den Artus einst mit dem magischen Schwert Escalibur zwang sich ihm zu ergeben und anzuschließen.

»Doch auch Artus war nicht ohne«, meinte Françoise, die gerade ihren Tee austrank, um mich darauf wissen zu lassen, dass sie gleich zu einem »Hexentreffen« verabredet war. Ich musste unweigerlich schmunzeln darüber, doch schon reichte sie mir die Hand.

Was Françoise angedeutet hatte mit Artus, war wohl ein Hinweis auf seinen Sohn: Mordred. Zwar wusste Artus davon selbst erst nichts, denn es war finster in der Höhle und es scheint als hätte Merlin seine Finger da im Spiel gehabt. Doch einst an Beltane, zeugte er mit seiner Halbschwester, der großen Zauberin Morgan Le Fay, im Dunkel dort ein Kind, dass aber im Verborgenen bei Morgan aufwuchs. Dieser Junge aber, nicht wissend wer sein Vater ist, sollte genau ihn dereinst schwer verwunden.

Wie uns der alte französische Schriftsteller Chrétien de Troyes wissen lässt, kam es wirklich zum Kampf zwischen Sohn und Vater. Dabei wurde Artus fast getötet. Im Schwebezustand zwischen Leben und Tod kam er auf die magische Insel Avalon, schien dorthin entrückt worden zu sein, in jenen himmlischen, paradiesischen Apfelgarten. Dahin aber hatte Morgan Le Fay Zugang und pflegte ihn dort. Seither liegt er dort in einer Art Totenhalbschlaf, auf seine irdische Rückkehr wartend, um dereinst wieder zu erscheinen – in Glastonbury.

Kommen Sie ihm vielleicht zuvor?

 

Reisetipps

Anreise

Glastonbury im Südwesten Großbritanniens, in der Grafschaft (County) Somerset, befindet sich etwa 35 km südlich von Bristol. Mit dem Flugzeug fliegt man entweder nach Bristol oder nach London.

Mit dem Auto

Vom Flughafen Bristol kommt man gut über die North Side Road über die A38 ins etwa 40 km entfernte Glastonbury.

Je nachdem von welchem der vier Flughäfen in London man fährt, ist die Strecke zwischen 190-220 km nach Glastonbury.

Mit dem Bus

Vom Flughafen Bristol fährt der Bus A1 etwa alle 15 Minuten nach Bristol Temple Meads, von wo aus man dann mit dem Bus 376 nach Glastonbury kommt, der dort jede Stunde abfährt. Fahrzeit etwa 2 Stunden.

Von London aus fährt ab Paddington Rail Station der Bus 27 alle 10 Minuten nach Hammersmith Bus Station von wo aus man die Buslinie Superfast 3 (einmal täglich) nach Glastonbury nimmt.

Mit der Bahn (recht umständlich)

Vom Flughafen in Bristol fährt ein Bus regelmäßig zum Hauptbahnhof Bristol. Es gibt in Glastonbury allerdings keinen Bahnhof. Man kann jedoch mit dem Zug nach Castle Cary fahren. Hier halten Züge der West of England Railway und der Heart of Wessex Line. Der Ort Castle Cary befindet sich in etwa 1,5 km Entfernung vom Bahnhof. Ab Castle Cary kommt man mit dem Bus 667 nach Glastonbury.

Castle Cary wird auch von London Kings Cross / St. Pancrass angefahren.

Wichtigste Sehenswürdigkeiten in Glastonbury

  • Glastonbury Tor, freier Zugang
  • Chalice Well in der Chilkwell Street. Preis: ca. 4.,50 GBP (Stand 2019)
  • Glastonbury Abbey, Eintritt ca. 8 GBP (Stand 2019)
  • St. Margeret's Chapel die man über die Magdalene Street erreicht, von der ein schmaler Durchgang abgeht
  • Auf dem Stadtfriedhof findet man das Grab der berühmten Magierin, Rosenkreuzerin und Autorin Dion Fortune

Booking.com

Magische Künste der Druiden

von S. Levent Oezkan

Druiden Magie - ewigeweisheit.de

Auch die Kelten hatten ihre Magier. Bei denen aber war das immer Sache der Druiden – der keltischen Priesterschaft. Das heilige Buch Mabinogion der Kelten sagt, dass die eigentlichen Ursprünge des Druidentums in ferner Vergangenheit liegen, wo einst das sagenhafte Volk der Tuatha Dé Danann in Erscheinung trat – die mythischen Nachfahren der keltischen Göttin Danu.

Bei den Kelten war das hohe Handwerk der Magie anfänglich Sache der Frauen. Lange bevor Männer die Hohepriesterschaft ihres Stammes vertraten, übten die Kelten diese spirituelle Disziplin nur im Schutzkreis der Druidinnen aus. Im Laufe der Entwicklung der ersten Hochzivilisationen aber, übernahmen das Wissen der Druidinnen dann ihre männlichen Anhänger. Erst seit dem befasste man sich Seite an Seite mit Magie und höheren Zauberkünsten.

Nachdem das Druidentum verschwand, schien, als hätte sich altes Wissen in Kreisen der Magierinnen fortgesetzt, während das allgemeine Priestertum begann zu christianisieren. Vielleicht geschah das einfach nur um den alten Naturglauben der Kelten, auch für die Zukunft zu bewahren. Und daran scheint sich bis heute nichts geändert zu haben. Wer einmal die eigentümliche Kleinstadt Glastonbury, im englischen Somerset besuchte, wird dort wohl einigen dieser Zauberinnen begegnen, selbst in weißem Aufzug und goldenem Krönchen. Man könnte dort tatsächlich den Eindruck gewinnen, das manchen auch heute noch magische Zaubersprüche und Amulette helfen, natürliche Prozesse zu beschleunigen. Gar die eigene Erscheinung von jetzt auf nachher zu verändern oder sich unsichtbar zu machen, sei es auch nur anscheinend, sind Fähigkeiten über die die Eingeweihten des wahren Druidentums verfügen sollen.

Vieles was durch die alten Druiden zu uns kam, übernahmen nach ihnen christliche Heilige und auch der Klerus. Die Kunst der Druiden schien insbesondere in Irland und den Britischen Inseln eine wesentliche Rolle zu spielen, was anscheinend dereinst in das dort so eigentümliche Christentum einfloss.

Knüppel, Schwerter, Kessel, Felsen

In alter Zeit fürchtete man noch die Macht der keltischen Priester. Bei der Verehrung der Göttinnen ließ man darum stets den Vortritt den Druiden, denn das gemeine Volk hatte Angst, ein Fluch könnte es heimsuchen. Jedem keltischen Klan stand ein Druide vor. Der begleitete auch seine Könige aufs Schlachtfeld, um ihn dort als Heeresführer in seiner Kampfesmacht zu unterstützen. Der Druide laß in den Sternen, wie der Gegner taktieren werde, zum Gewinn des Feldherrn. Der römische Naturphilosoph Plinius (23-29 n. Chr.) setze das Wort »Druide« deshalb gleich mit »Magier« oder »Wahrsager«, einem der über die selben Mächte verfügte wie man es schon aus dem Alten Ägypten kannte. Dort nämlich vertrat diese Rolle der Magier und Hohepriester des Gottes Thoth.

Götter der Druiden: Die Tuatha Dé Danann

Im Morgennebel landete einst das sagenumwobene Volk der Tuatha Dé Danann an den Ufern Irlands. Da nahmen sie das alte Land von Éire ein. Das ereignete sich vielleicht vor etwa 12000 Jahren. Von noch viel älteren Meistern sollen sie dort die magischen Künste erlernt haben. Daher wurden sie auch in jüngeren Sagen und Märchen als die Druidenzauberer der Danu bezeichnet. Wenn es also um den Ursprung der magischen Künste geht, fällt der Name Irland.

Druiden vermochten die Stille plötzlich mit Kriegsgetöse zu durchbrechen oder ließen aus dem Nichts heraus schauerlichen Schreie von Hundertschaften erschallen. Die Töchter des irischen Druiden Calatin waren auf der Suche nach dem Helden Cúchulainn. Mit ihren Gesängen erhoben sie sich über die Lüfte, um nach ihm zu suchen. Zwar verbarg ihn der Druide Cathbad, doch sie fanden den Krieger dennoch. Sie erzeugten durch ihre Zauber einen Dunst, in den sie Cúchulainn hüllten und danach schlugen. Auch der alten Priesterin Sena wird nachgesagt, sie hätte Macht über die Winde und könnte durch ihre Magie die Wellen im Meer aufbrausen lassen.

Die Magie der Druiden basierte grundsätzlich auf der Manipulation der vier Elemente Feuer, Luft, Wasser und Erde. Dafür stand je ein Symbol, dass gewiss auch an die Symbolik der kleinen Arkana im Tarot erinnert: Knüppel (manchmal auch Pfeile), Schwerter, Kessel und Felsen. Wie sie bei diesen magisch-alchemistischen Handlungen verfuhren, damit halten sich die überlieferten Sagen bedeckt. Wegen der Magie des Druidenkönigs Cormac mac Airt sollen einst alle Gewässer Irlands versiegt sein (Luft). Doch da trat ein anderer Druide auf, dessen abgeschossener Pfeil (Feuer) an einer Stelle niederging, wo ein Fels (Erde) aufbrach, aus dem plötzlich eine Quelle (Wasser) hervorsprang.

Quellen und Brunnen spielten in den Sagen um Druiden und Druidinnen immer eine wichtige Rolle. Da wäre zum Beispiel der Heilbrunnen Chalice Well zu nennen, der sich in einem kleinen Park in Glastonbury befindet. Viele englische Sagen berufen sich auf diesen Ort, wie etwa die Fabeln um König Artus, den Zauberer Merlin, das heilige Wunderschwert Excalibur oder die Magierin Morgana. Es sollen aber auch die Blutstropfen Christi, als leuchtende Spuren in einem Kelch geschimmert haben, nach dem man hier in Glastonbury suchte. Die keltische Sagenwelt geht manchmal also über in die Legenden der Christenheit. Auf sie trifft man häufig in jenen Ländern, wo einst auch Kelten lebten. So etwa im französischen Lourdes, wo auch die Heilige Bernadette eine Quelle freilegte. Dorthin pilgern jährlich tausende Hilfesuchende, in der Hoffnung auf Heilung.

Die Bäume von Brocéliande

In der Bretagne, im Nordwesten Frankreichs, befand sich einst ein sagenhafter Wald: Brocéliande. Hier wurde der Druide Merlin verzaubert von der schönen Nimue, der Königin des Wassers. Sie entlockte ihm seine Zaubermächte und bannte ihn damit in eine Hecke, deren Laub und Äste aus Weißdorn, sich um ihn schlangen und Nimue ihn so gefangen nahm. Der Weißdorn: im Sagenkreis der alten Kelten ein Gewächs magischer Kraft. Auch die Druidin Morgana (auch: Morgan la Fey) soll in einem verwunschenen Tal dieses Waldes gelebt haben.

Heiliger St. Patrick - ewigeweisheit.de

Schutzheiliger Irlands: Der Heilige St. Patrick

Im Wald von Brocéliande befindet sich auch eine Quelle: Barenton. Wer ihr Wasser in einem Kelch auffängt und danach über den Felsen an der Quelle gießt, soll damit Regen machen können. Bis heute anscheinend, sollen Menschen in Jahren großer Trockenheit, an diesen Ort pilgern, um dort einen Ritus auszuführen. Man begibt sich dann in Gesängen, feierlich an die Quelle und betet dort für Regen.

Wiegenlied und Nebelschleier

Wer sich von den Tuatha Dé Danann für andere unsichtbar machen wollte kannte den Zauberspruch Féth Fíada. Das Wort Féth heißt »Nebel« oder »Dunst«, Fíada ist ein »Wissender«. Damit steht der Spruch also für einen der die Kunst beherrscht sich in Nebel zu hüllen, sich aufzulösen und aus dem Gesichtsfeld anderer zu verschwinden. Klingt ein bischen wie im Märchen und einem kommt da vielleicht das Wunderwerk des legendären Merlin in den Sinn, der eben noch inmitten der Tafelrunde stehend, sich abrupt zurückzog und an seiner statt, ein Wölkchen seine Abwesenheit kaschierte.

Von solch merkwürdigen Gestalten wie dem Merlin, sollen auch christliche Heiligen in Irland ihre teils magischen Handlungen erlernt haben.

Eine berühmte Geschichte aus der christlichen Sagenwelt Irlands, beschreibt den Heiligen St. Patrick bei seinem Aufstieg auf den irischen Hügel Tara. Es gilt den Iren als heiliger Berg, der sich in der Mitte vier alter Königreiche befindet und auf dem man damals die irischen Könige krönte. Von dort aus nun wollte St. Patrick den neuen Glauben verbreiten. Doch seine Gegner waren zahlreich. Seiner lauernden Feinde jedoch gewahr, begann er eine eigenartige Melodie zu singen, eine durch und durch magische Hymne. Auf einmal umhüllte ihn ein glänzender Rauch. Den Soldaten der feindlichen Armee erschien all das zwar so, als wär da etwas, doch was sie sahen war nicht etwa St. Patrick, sondern ihnen erschien ein Hirsch mit seinen Kälbern. Alles was sie vernahmen war ein eigenartiger Gesang:

Atomriug indiu
Niurt tren togairm trindóit
Cretim treodatad
Fóisin oendatad
Atomriug indiu
Niurt gene Christ cona bathius
Niurt a chrochtho cona adnacul.

Heute steige ich auf
Durch eine mächtige Kraft, in Anrufung der Trinität
Durch Glaube an die Dreiheit,
In Bekenntnis zur Einheit
Der Schöpfers der Schöpfung.
Heute steige ich auf
Durch die Kraft des Christus und seiner Taufe
Durch die Kraft seiner Kreuzigung mit seiner Grablegung

Den älteren Schriften christlicher Heiliger lässt sich entnehmen, dass sie fest an die magischen Fähigkeiten der Druiden glaubten. Doch für die Christen standen die Druiden in einem Pakt mit dem Teufel. St. Patrick sagten manche nach, er soll letztendlich dieses Hexenwerk selbst verwendet haben, um die Druiden mit ihren eigenen Waffen zu überwinden. Jenem irischen Heiligen gelang es deshalb magisch erzeugte Schneestürme, plötzliche Finsternis oder druidische Flammenschauer abzuwenden.

Das klingt vielleicht ein wenig nach Märchen, doch nicht zufällig konnten sich solche Legenden überhaupt erhalten. Denn würden sie allein auf Hirngespinsten basieren, hätten sie wohl kaum über mehr als 2000 Jahre hinweg bestehen können.

Im Gegenzug kann auch angenommen werden, dass die Druiden im Christentum eine höhere Macht sahen, wo das Kreuz als mächtiges Symbol, seine eigene magische Wirkung auszuüben vermochte. Das die Biografien christlicher Heiliger voller ungewöhnlicher Legenden sind, scheint auch kein Zufall zu sein. Man denke etwa an den Heiligen Franziskus von Assisi oder Hildegard von Bingen.

Es scheint als hätten die Symbole der Vergangenheit einfach nur die Form ihrer Erscheinung, den Bräuchen einer neuen Menschheitsepoche angepasst. So wurde aus dem Symbol der Muttergöttin die Gottgebärerin Maria Mutter Jesu. An die Stelle des druidischen Zauberers und Heilers, trat die Figur des Jesus Christus. Was Merlin den Druiden war, sollte St. Patrick der irischen Christenheit sein.

Christliche Heiler führten also gewiss ein über Jahrtausende tradiertes Geheimwissen fort, dass sie in all den verschiedenen Riten zu dem werden ließen, was die Leiden eines Menschen linderte oder gar einem ganzen Kreis Gläubiger in ihrer Fortentwicklung half. Die Heilige Columba brachte es auf den Punkt:

Christus ist mein Druide, der wahre Wundertäter

Vielmehr als nur Märchen

Auch wenn manche meinen all das, was man heute über die Druiden weiß, sei reine Erfindung und erdichtet, dürften sie sich vielleicht täuschen. Es soll wirklich Menschen geben die über ein Weistum und Wissen besonderer Sprachen verfügen, womit sie wirklich Menschen heilen, ihre Erscheinung verwandeln oder durch gezielte Anwendung von Zaubern, direkt oder indirekt auf Personen Einfluss zu nehmen – sei es nützlich oder schädlich, heilsam oder unheilvoll. Nicht selten hört man darum von Angehörigen des sogenannten Neu-Druidentums und auch von manch modernen Hexen, die sich anscheinend unsichtbar machen können oder, so wie vor ihnen auch der Heilige St. Patrick, jemandem als etwas Anderes erscheinen als sie eigentlich sind.

Ob bei solchen magischen Ritualen vielleicht auch besondere Substanzen zur Anwendung kommen? Fest steht, dass man seit alter Zeit wusste besondere Zaubertränke herzustellen. Da wäre etwa der Trank des Vergessens zu nennen: wer ihn einnahm, dessen Erinnerung wurde verwüstet und gar seine engsten Vertrauten und Geliebten erschienen ihm als Fremde. Es kann jedoch nicht abschließend gesagt werden, ob solch Wunderelixier eher metaphorisch zu verstehen ist. Immer aber waren es Zaubersprüche über die die Höchsten der Druiden und Hexen verfügten.

Es sollte Druiden auch gelingen durch bestimmte Sprüche jemanden in eine Trance zu versetzen und ihm dabei Halluzination zu induzieren. Und genau hierauf basiert wohl auch das was die Legende oben sagte über Merlins Wunderwerk oder das des St. Patrick. In beiden Fällen geht es aber überhaupt nicht um tatsächliches Auflösen von Materie, sondern eher um die hohe Kunst der Illusion. Damit sei aber nicht ausgeschlossen, dass die alten Druiden dennoch auch Alchemisten waren, die auch physische Substanzen in einander übergehen ließen, Unedles in Edles zu verwandeln vermochten oder tatsächlich etwas Seiendes in etwas Gewesenes überführten.

Bei der Anwendung von Zaubersprüchen, die ein Druide in einer besonderen Melodie aufsagte, nahm dieser auch eine bestimmte Körperhaltung ein. Und genau auf diesem Effekt funktioniert auch Hypnose: über eine gewisse Zeit wird jemand eingesäuselt. Dann, durch eine plötzliche Veränderung der Haltung des Druiden, wird ein Schlüsselmoment ausgelöst, dass das Bewusstsein des Betroffenen schlagartig in einen Trancezustad überführt. Der Betroffene fällt dann in den sogenannten »Druidenschlaf«. Was die druidischen Barden erlernten waren zunächst einfachste Formeln. Sie übten diese Sprüche dann mit besonderen Riten zu verbinden, um damit ein magisches Ergebnis zu erhalten. Wer ganz sicher über diese Fähigkeit verfügte, konnte damit jedes beliebige Opfer in Trance versetzen. In solcher Art Hypnose war dem Druiden jemand vollkommen ausgeliefert, beantwortete ihm jede Frage, kein Geheimnis blieb ihm verborgen. Besonders wichtig waren da auch Melodien. Seine Harfe diente dem Druidenbarden als magisches Instrument, womit er den Betroffenen in eine traumartige Stimmung versetzen konnte. In dieser schlafähnlichen Verfassung suggerierte er ihm dann bestimmte Formeln – ähnlich dem was auch Schlafliedchen bezwecken, die man kleinen Kindern einsäuselt.

Keltische Harfe - ewigeweisheit.de

Skizze einer Keltischen Harfe

Doch auch die Dichtkunst mancher Druiden war so ausgefeilt, dass sie allein durch besondere Verse Menschen in eine vollkommen andere Verfassung transformieren konnten. Auch wenn er selbst nicht zwingend zugestimmt hätte, zählte zu solchen Meistern bestimmt der irische Poet William Butler Yeats. Gewiss nicht ganz zufällig war er Mitglied des Golden Dawn, einem der wichtigsten magischen Orden des 20. Jahrhunderts.

Für unser heutiges Verständnis und die Erfahrungen mit den Neuen Medien, mag das zuvor Gesagte recht ungewöhnlich erscheinen. Wenn aber in grauer Vorzeit nur ein Bruchteil der Gesellschaft lesen konnte und neugierige Ohren sich von den Lippen der Barden einlullen ließen, nahm man noch ganz anders und viel sensibler wahr. Unser zeitgenössisches Bewusstsein ähnelt dagegen eher einem Halbschlaf. Heute haben sich die meisten Menschen bereits an all die technischen Zwischeninstanzen gewöhnt, die ihnen eine Realität wiedergeben, die meist nach Maßgabe Dritter, ihnen die Wirklichkeit einfach nur zu deren Gunsten übersetzt.

Die Druiden aber waren außergewöhnliche Menschenkenner und wirliche Meister der Magie. Vielleicht klingt das alles etwas übertrieben. Nur liegt dass vielleicht daran, dass schon unzählige Fantasy-Filme einem die Sicht auf die Wirklichkeit vernebelten und man darum alles nur als Märchen sieht. Aber auch das erfüllt seinen Zweck.

Druiden als Heiler

Falsch wäre zu meinen dass Druiden ihre Zauberkräfte allein verwendete um auf andere Macht auszuüben. Ihr magisches Wissen diente ihnen der Kontrolle der Elemente. So waren Druiden stets auch Heiler, die über besondere Sprüche und magische Riten, Menschen von Leid und Krankheiten zu heilen vermochten.

Man trug dem Hilfesuchenden auf besondere Zaubersprüche zu wiederholen und sich dabei auf seine Verletzung oder Beschwerden zu konzentrieren. Es heißt dass die Druiden ganz und gar dazu befähigt waren einem Menschen seine Fruchtbarkeit zurückzugeben.

Aus welchen besonderen Worten sich diese magischen Sprüche zusammensetzten, wissen heute aber nur noch jene, denen sie ihrerseits mündlich weitergegeben wurden. Sie stehen in keinem Buch, da das Keltentum einer rein mündlichen Tradition folgte. Gewisse Wahrheiten wurden duch Symbole abstrahiert. Das gibt einen guten Eindruck über die Natur dieses alten Volkes. Nur im innersten Kreis wurde magisches Wissen weitergegeben, damit niemand erfuhr, was ihm nicht zustand und womit er vielleicht hätte Schaden anrichten können.

Bild, Symbol und Zauberstein

Wie auch in anderen Traditionen spielten bei den Druiden magische Amulette eine wichtige Rolle. Auf Talismanen, Schmuckstücken und Fetischen befanden sich besondere Symbole, um dem Träger ähnliche Macht zu verleihen, wie die Gottheit oder die Erscheinung für die sie standen. In Gallien (Nordwesten Frankreichs) und Britannien (Südengland) fand man viele Symbole keltischer Götter, die zum Beispiel ein Sonnenrad zeigen. Man trug dieses solare Zeichen als Schutz vor Kälte, Dunkelheit und zur Abwehr des Bösen.

Eines der wohl berühmtesten Symbole keltischer Amulett-Kunst ist das sogenannte »Schlangenei«. Plinius sagte darüber, es hätte etwa die Größe eines Apfels besessen und sei von Scheiben knorpeliger Haut bedeckt gewesen. Solch seltsame Ovale standen zweifellos in Verbindung mit mit den alten Schlangenkulten der Vorzeit. In unzähligen Ornamenten und Bildzeichen keltischer Kunst, sind solch schlangenartige Muster zu sehen, deren spiralartigen Linien sich ineinander verstreben.

Magische Felsen

Der Steinkult der Druiden rührte wahrscheinlich her von ihrer Verehrung für besondere Kraftsteine und Mineralien, die auch für Heilzwecke verwendet wurden. Doch nicht nur handgroße Steine erfüllten ihren heilerischen Zweck, auch großen Dolmen. Alte, überdimensionale Steintische, besaßen eine ganz eigenartige Wirkung auf jene die sich ihnen näherten. Jeder der sich schon einmal in der Nähe eines Dolmengrabes aufgehalten hat oder die Steine von Stonehenge berührte, hat vielleicht schon einmal die Kraft solcher Naturmonumente gespürt. Nicht zufällig stellte man sie an diesen Orten auf. Sie befinden sich, als eine Art überdimensionale Akupunkturpunkte, auf den Energie-Meridianen der Erde.

In den alt-keltischen Megalith-Bauten befanden sich auch besondere Öffnungen, durch die Helfer der Druiden, in einem besonderen Zeremoniell, Kranke durchgereichten. Es wurden zu solchem Zwecke auch große Spalte in den Stamm eines jungen Baumes geschnitzt, durch den man zum Beispiel ein krankes Kind reichte, damit die magischen Kräfte dieses Baumes ihre Wirkung vollbringen mögen. Wenn sich dieser Spalt nach einiger Zeit zu schließen begann wusste man dass das Kind geheilt war.

Hilfesuchende erhofften sich durch solche Heilungsriten vom Druiden die Ursachen von Krankheit auf das externe Objekt zu übertragen. Es war dann so, als würde man einem bösen Geist einen neuen Wohnort verschaffen, über den er wieder ins Erdinnere zurückgelang, befand er sich an der Oberfläche der Erde doch in der Fremde.

In den oben dargestellten Heilungsarten war das dann also ein Heilstein, Fels oder Baum. Man dachte sich wohl dass eine physische (oder auch psychische) Krankheit ein Ungleichgewicht war, zwischen dem Körper des Kranken und Mutter Erde. Die erwähnten Objekte der Heilung (Dolmen, Felsen, Bäume und so weiter) erfüllten somit einen ausgleichenden Effekt, der eine neue Balance erzeugend, Mensch und Erde einte.

Ein Mensch konnte, durch das Wirken der Erdenergien, wie neu geboren, aus seinem einst erkrankten Körper wieder zu neuer Frische gelangen. Generell erfolgt so eine Regeneration ja bereits auch, wenn man längere Zeit im Grünen oder in den Bergen verbringt, an eben solchen Orten der Stille und Kraft.

Manchen Steinen werden magische Eigenschaften nachgesagt, allen voran der berühmte Stein Lia Fail. Es war einst der Krönungsstein der irischen Hochkönige. Wenn sich ihm der wahre König näherte und der sich schließlich auf den Stein setzte, hörte man ganz eigenartige Geräusche, so als würde der Stein schreien. Der Lia Fail stand in der Grafschaft von Meath in der Mitte Irlands auf dem heiligen Hügel von Tara, wohin den sagenhaften Stein einst die Túatha Dé Danann brachten, aus dem fernen Falias, der mythischen Stadt im hohen Norden.

Auch in anderen Druidenstämmen erfüllten Steine ihren ganz relevanten Zweck als Kultobjekte. Ihnen schrieb man wie Menschen Tugenden zu, wenn sie etwa mit besonderen Symbolen versehen wurden. Solche Zeichen im Stein markierten ein Ereignis, wie etwa die Ernennung eines Häuptlings oder Anführers der Keltenstämme Irlands.

Sicher aber stammen diese Bräuche und Sagen bereits aus vorkeltischer Zeit, wozu sicherlich die alten Megalith-Monumente in Europa zählen. Was die Druiden an Orten wie etwa Avebury oder Stonehenge an besonderen Riten vollzogen, basierte wohl auf mündlicher Überlieferung – etwas das aus der Frühgeschichte Europas stammt. Manche sagen die Flüchtlinge aus Atlantis hätten ihre Gebräuche einst nach Irland gebracht. Und in dieser Tradition sehen sich heute auch Angehörige des Neuen Druidentums. Sie besinnen sich zurück auf ihr eigentlich atlantisches Erbe.

Weiterlesen ...

Einstige Heimat einer Himmlischen Zivilisation: Irland

Einstige Heimat einer Himmlischen Zivilisation: Irland

Inmitten der vier alten Königreiche Leinster, Munster, Connacht und Ulster, dort erhob sich der heilige Berg Tara. Seit Urzeiten war dieser Ort die Residenz der Hochkönige Irlands. Auf dem Gipfel stand ein riesiger Stein, den die Iren den »Nabel der Welt« nannten. Neben diesem Stein soll sich einst eine große Eiche befunden haben, unter deren Krone die Druiden die irischen Fürsten weihten.

Wegen seines zentralen Charakters, war Tara ein Symbol für das neue Weltzentrum, was an eine äußerst alte Tradition angeknüpft. Die Gründung der vier irischen Königreiche, deren Zentrum Tara bildete, stammt wohl ebenfalls aus früherer Zeit, denn es gab im irischen Mythos vier Reiche aus denen die »Himmlischen« ihre Schätze nach Irland brachten.

Wegen der unterschiedlichen Sagen über die Eroberungen Irlands, lässt sich keine exakte, chronologische Abfolge der Urgeschichte des Landes festlegen. Es heißt aber, dass einst von der nordischen Insel Tory, Riesen dämonischer Natur nach Irland kamen, ungeheuerliche Wesen: die Fomoren. Das waren finstere Gestalten, die mit den Geistern tiefer Gewässer in Verbindung standen und aus einer geheimnisvollen Heimat jenseits des Ozeans kamen, von einer mythischen Insel inmitten des Meeres.

Auf dieser Insel befand sich ein Turm aus Glas, der möglicherweise Urzentrum der alten Welt gewesen ist und mit dem Untergang eines alten Kontinents zerstört wurde.

Als ursprüngliche Herrscher Irlands unterwarfen die Fomoren über lange Zeit hinweg, immer wieder die dort eindringenden Fremden, so auch das Volk der »Neimheidh«. Die Neimheidh versuchten Irland einst zu kultivierten. Unter der Führung des Königssohns Nemed, kamen sie aus dem Kaukasus nach Europa. Der Sage nach segelte Nemed mit seinen vier Söhnen vom Kaspischen Meer mit seinem Gefolge auf 44 Schiffen nach Irland, um dort den Sieg über die Fomoren zu erringen. Nun dürfte uns sofort auffallen, dass man heutzutage niemals vom Kaspischen Meer mit einem Schiff in den Atlantik gelangt, denn es ist ein Binnenmeer. Wegen seines Salzwassers, muss es aber vor sehr langer Zeit mit den anderen Meeren verbunden gewesen sein, was wiederum eine einstige Veränderung der Erdoberfläche durch tektonische Verschiebung voraussetzt.

Der Mythos der Neimheidh berichtet weiter, das die 3000-köpfige Armee des Nemed durch Pest ums Leben kam. Nur er und seine vier Söhne, landeten in einem Schiff an den Ufern Irlands. Nachdem sie in der Schlacht um den Turm von Conan geschlagen wurden, forderten die Fomoren von den Neimheidh als Tribut, jedes Jahr zu Samhain zwei Drittel ihrer Erntegüter, sowie zwei Drittel aller neu geborenen Kinder. Einige der Neimheidh flohen darum nach Norden andere zu den Griechen, von wo sie dereinst als die »Fir-Bolg« zurückkehrten, um sich den Fomoren zu unterwerfen und sie als Götter zu verehren.

Nördlich von Skandinavien lernten die anderen Flüchtlinge der Neimheidh Magie. Niemand weiß heute jedoch, wo sie sich dabei wirklich aufgehalten haben. Alles was der Mythos berichtet ist das sie ihre neuen wunderbaren Fähigkeiten in den vier mythischen Städten Falias, Gorias, Murias und Findias erlernten. Dort wurden sie verwandelt und kehrten nach sieben Jahren unter dem Namen »Túatha Dé Danann« nach Irland zurück. Unter der Führung des Druiden Nuada – einem Sohn der Wassergöttin Dana – kamen die Túatha an Beltane nach Irland und unterwarfen in der sagenhaften Schlacht von Magh Tuireadh, die Fomoren und all ihre Diener. Die Túatha Dé Danann traten als Eingeweihte auf und aus ihnen ging die indoeuropäische Idealgesellschaft hervor.

Vier Heiligtümer der Túatha Dé Danann

Aus ihrem nordischen Wohnsitz brachten die Túatha Dé Danann vier heilige Gegenstände, mit denen ein bestimmter jahreszeitlicher Ritus verbunden war. Damit wurden ihnen die Mittel zur Verfügung gestellt mit dem sie den göttlichen Plan verwirklichten. Diese vier heiligen Juwelen, wie sie die Túatha nannten, markierten die Wurzeln der Tradition, die nach der Sintflut von allen Religionen übernommen wurde. Das wollen wir im folgenden zeigen.

  1. An erster Stelle steht der Lia Fáil. Es war der königliche Nabelstein auf dem Hügel von Tara, den die Túatha aus dem Norden nach Irland brachten. Die Iren nannten ihn den »schreienden Stein«, der schicksalskündend den wahren König Irlands nannte. Wahrsagerei und Erde bilden eine Einheit, denn es ist immer ein Objekt, das direkt mit dem Erdgrund oder dem Erinnern verbunden ist, was den Priestern die Wahrheit kündet. Auch in Delphi saß die Pythia über einer gähnenden Erdspalte, um das Orakel zu verkünden.
  2. Mit dem leuchtenden Schwert des Nuada in seiner Hand, bezwang ein Held jeden Feind und konnte damit Schätze und Reichtümer erlangen.
  3. Der Kessel des Dagda war ein Gefäß, das immer mit Ambrosia gefüllt war und so unerschöpflich Speise und Heilung gab, so dass sich daraus eine ganze Armee sättigen konnte.
  4. Derjenige der die Lanze des Lug in seiner Faust hielt war unbesiegbar.

Diese vier Gegenstände sind universaler Natur, denn man findet sie in leicht abgewandelter Form in den heiligen Schriften sowohl des Westens wie des Ostens. Sie entsprechen genau den vier Farben der kleinen Arkana im Tarot: den Münzen (Stein), Schwertern, Kelchen (Gefäß) und Stäben (Lanze), die ja jeweils die Charakteristika der alchemistischen Elemente Erde, Luft, Wasser und Feuer repräsentieren. Bei den Hindus hält der androgyne Shiva-Ardhanarishvara in seinen vier Händen entsprechend ein Rundschild (Stein), eine dreigezackte Rute (Lanze), eine Doppel-Trommel (Gefäß) und ein Schwert.

Excalibur - ewigeweisheit.de

Sir Bedivere übergibt das Heilige Schwert Excalibur der Herrin vom See. Jene magische Waffe des König Artus ist identisch mit dem Schwert der Unbesiegbarkeit des alt-keltischen Helden Nuada: Fragarach.

Im Christentum treffen wir auf diese vier heiligen Symbole im Tablett der Salomé (Stein), in der Lanze des Longinus, dem Kelch des letzten Abendmahls (Gefäß) und dem Schwert mit dem der Täufer Johannes enthauptet wurde. All diese Gegenstände sind die vier Erscheinungsformen »des Einen« – dem heiligen Pol der Himmlischen, was wiederum ein Hinweis auf das Urzentrum der Welt ist. Seinem Prinzip gemäß ist »das Eine« ein solares Symbol für den einen Gott. Es ist der ruhende Pol, den man im chinesischen Dao als »Wu Wei« bezeichnet – »Nicht-Tun«, was wiederum dem Konzept des »unbewegten Bewegers« (Aristoteles) entspricht. Es ist das was die Sonne für den Planeten Erde ist: das Eine um das sich alles dreht, von dem aus sich alles in der begreifbaren Welt befindliche, in die vier Himmelrichtungen hin drehend ausbreitet: nach Osten, nach Norden, nach Süden und nach Westen, ausgedrückt im Symbol des Kreuzes im Kreis ⊕ – einem der bekanntesten und wohl auch ältesten Symbole der Kelten.

Nemeton – der Nabelstein von Tara

Das hier dargestellte universale Prinzip, klingt in der Etymologie des oben erwähnten Helden Nemed an, den man »den Heiligen« nennt. Sein Name ist verwandt mit dem keltischen Wort »nemeton«, dem zentralen Kultplatz der Druiden. Nemeton ist damit ein Synonym für den griechischen Omphalos – dem Stein der Mitte – dem »Nabel der Welt«. So wie der Nemeton von den die Túatha bei ihrer Landung in Irland auf dem Gipfel von Tara aufgerichtet wurde, so wurde auch der Omphalos nach der Deukalischen Flut in Delphi, am Fuße des Parnass aufgestellt.

Solcher Art Steine sind uns aus der gesamten keltischen Welt bekannt und es gibt in Europa mindestens 60 Ortsnamen die auf einen solchen »Ort der Mitte« hinweisen.

Noch heute steht ein solcher Stein auf dem Gipfel von Tara in Irland. In alter Zeit war es der Lia Fáil, der, wie wir gesehen haben, im alten keltischen Glauben eine zentrale Rolle spielte. Dieses keltische Heiligtum ist enger mit dem realen Begriff des Zentrums verbunden, als mit einer konkreten Gestalt. Nemeton ist verwandt mit dem griechischen »νέμος« (némos, »Waldung«), das im Lateinischen »nemus«, »Heiliger Hain« bedeutet. Der Name bezeichnet nicht nur einen bestimmten Ort, sondern auch einen bestimmten Zeitpunkt, sowie eine bestimmte Person, ein Individuum, das sich von der übrigen Gesellschaft unterscheidet. Die Kelten waren davon überzeugt, dass sich die Welt der Menschen an bestimmten symbolischen und realen Orten für die Welt der Götter öffnet. Nemeton war ein Ort des heiligen Austauschs, zwischen der Welt der Götter und der Welt der Menschen. Es konnte eine Waldlichtung sein, auch ein ganzer Wald, die Spitze eines Hügels oder eine Insel im Meer. Darum stehen Nemeton oder Omphalos niemals zufällig an ihrem Ort, sondern nur an solchen Orten, wo die herbeigerufenen Kräfte hervorstrahlen sollen. Entweder an Orten, an denen starke Erdstrahlen und Magnetkräfte wirken, oder solchen, die von der psychischen Kraft aller Menschen durchdrungen sind, die dort viele Jahrhunderte lang ihre Rituale zelebrierten – was mit Sicherheit auf den Gipfel von Tara zutrifft. Darum erheben sich heute auf den Hügeln von einst, unzählige christliche Kirchen und Kapellen, wo, wie wir in den letzten beiden Kapiteln bereits gezeigt haben, die Erdenergien besonders ausgeprägt sind.

Der Omphalos auf dem Parnass in Delphi soll der Sage nach als Meteor vom Himmel gefallen sein. Man verehrte ihn als phallischen Kultstein im Adyton des Apollon-Tempels. Ursprünglich war er wohl ein Opferstein der Göttin Gaia und markierte die Stelle, an der sich die von Zeus im äußersten Westen und im äußersten Osten entsandten Adler, in der »Mitte der Welt« getroffen haben. Nach Pausanias war das die Weltachse, die mythische Verbindung zwischen Himmel, Erde und Unterwelt. Im delphischen Mythos heißt es, dass sich unter ihm das Grab des Dionysos befindet. Einzigartig am delphischen Omphalos war, dass er die Funktion der heiligen Mitte für die ganze den Griechen damals bekannte Welt einnahm. Er verdankt das natürlich dem Orakel des Apollon, dessen unfehlbare Weissagungen im ganzen Mittelmeerraum und darüber hinaus berühmt waren.

Nemeton und Omphalos gleichen einem Kreis, dessen Mittelpunkt überall und dessen Peripherie nirgendwo ist.

Der Mensch - ein kleines Universum auf dem Wege das große in sich zu entdecken

von Eva Jahn

Der Mensch als kleiner Kosmos - ewigeweisheit.de

Der Mensch ist ein kleines Universum, ist ein Spiegelbild des großen Universums und lebt in den Räumen des Raumes. Er lebt in einem wahrhaft wunderbaren Weltall, doch wie wenig weiß der Mensch von ihm – selbst von unserer Mutter Erde! Wie ist es entstanden? Was war es in der Vergangenheit? Was ist das Wesen seines inneren und für die meisten von uns unsichtbaren Aufbaues? Was ist seine Bestimmung? Und was ist die Bestimmung seines Kindes, des Menschen?

(Aus dem Buch "Mensch im Kosmos" von Gottfried von Purucker)

Heute, wie zu allen Zeiten, suchen die Menschen nach Antworten, nach Antworten auf die Fragen:

  • Wer bin ich?
  • Wo komme ich her?
  • Wo werde ich hingehen?
  • Was wird mit mir geschehen?

Es gibt eine Antwort auf diese Fragen, eine Erklärung, die den höhergeistigen Teil unserer Natur wie auch unseren Verstand voll und ganz befriedigt. Diese Erklärung der Tatsachen des Seins ist durchaus wahr und gründet sich nicht auf die wechselnden Anschauungen von Männern, die, wie schätzenswert und ernst sie auch sein mögen, doch immer nur Forscher sind und bedachtsam nur Schritt für Schritt vorgehen können bei ihren höchst anerkennenswerten Bemühungen, mehr über die Geheimnisse der Natur zu erfahren. Es handelt sich vielmehr um eine Erklärung, die aus unvordenklichen Zeiten überliefert ist und von großen Sehern, Menschen mit einer umfassenden und tiefen höhergeistigen Schau, einer Schau, die hinter die zahlreichen Schleier des äußeren oder phänomenalen Universums gedrungen sind, die ihren Geist und ihr Bewusstsein tief in den Schoß des Seins versenkten und bewusst Aufzeichnungen über die Beschaffenheit jenes Teiles des Universums zurückbrachten, der hinter den Schleiern des äußeren Scheins verborgen liegt. Diese ihre Aufzeichnungen und Erkenntnisse überlieferten sie durch lange Zeitalter ihren Schülern, ernsten und nach Wahrheit suchenden Menschen, welche die Wahrheit um jeden Preis erkennen wollten.

Diese überlieferte Wahrheit, diese geordnete Erklärung der Dinge wird der Welt heute unter dem Namen Theosophie gegeben. Sie beruht nicht auf dogmatischen Behauptungen; sie verlangt von niemandem ein unbesehenes Festhalten an irgendwelchen Erklärungen, die jemand heute oder in der Vergangenheit gemacht hat. Aber sie lädt jedermann ein, das zu studieren, was er hört oder liest, und daraus zum Besten seiner eigenen Entwicklung und seines eigenen Verständnisses, wie auch zum Besten der Entwicklung und des Verständnisses seiner Mitmenschen, jene Wahrheiten sich anzueignen, welche über menschliche Durchschnittsintelligenz Hinausgeschrittene nach eigener Aussage in diesen Lehren gefunden und durch Erfahrung bestätigt gesehen haben.

Ein jeder möge diese Lehren selbst prüfen und dann an den ehrlichen Folgerungen festhalten, die er aus diesem Studium zieht. Wir sagen dies vor allem aus einem Grund: Wer auf diese Weise seine inneren Fähigkeiten des Willens, des Urteils und der intuitiven Erkenntnis betätigt, öffnet in sich selbst das Tor, durch welches die strahlende Wahrheit in seine Seele eindringen kann, weil er nach der Wahrheit sucht. Dies ist eine spirituelle Übung edelster Art.

Wer Irrpfaden folgen will, wer sich lieber zur linken Hand wenden will anstatt zu rechten, wer seine Intuition töten will, der möge annehmen, was andere als dogmatische Wahrheit lehren. Aber kein wahrer, spiritueller Lehrer hat jemals so gelehrt. Immer wendet er sich an die Seele und die Intuition des Zuhörers. Dies ist einer der Prüfsteine, mit dem man die Religion von einer Religion, die Wahrheit vom unfruchtbaren Dogma unterscheiden kann.

Es ist Wahrheit im Weltall

Was ist diese Wahrheit? Sie ist das Weltall selbst oder vielmehr die Natur des Weltalls, wie sie sich in der Tätigkeit dieses Weltalls offenbart, das sich auf diese Weise selbst zum Ausdruck bringt. Seine Gesetze sind nichts anderes als die verschiedenen Arten seiner Tätigkeit, die in kosmischen Beziehungen in Erscheinung treten; und wahre Philosophie, wahre Religion sowie wahre Wissenschaft versuchen diese Grundbeziehungen in gedanklicher Formulierung zu deuten. Der erleuchtete Menschenverstand kann diese grundlegenden Beziehungen deuten, weil wir als Kinder des Universums alle Fähigkeiten und Kräfte latent in uns besitzen, die das Universum hat und die in uns als unsere eigenen Kräfte und Fähigkeiten zum Ausdruck kommen. Wir haben also die nötigen Organe, um das Universum zu verstehen, und dieses Verständnis erlangen wir durch das Beiseiteziehen der Schleier, in die unsere Natur gehüllt ist.

Die Fähigkeiten des Verstehens oder Begreifens ist etwas, was wir entwickeln können. Damit ist nicht gesagt, dass wir erst ein Organ des Begreifens aufbauen müssten. Unser Verstehen liegt in uns, nicht außerhalb von uns, und diese Fähigkeit des Verstehens und Begreifens wächst und wird immer klarer, weil auch unser Bewusstsein wächst. Daher hat jeder Lehrer gesagt: Blicke in dich folge dem Pfad, der nach innen führt! Du kannst in alle Ewigkeit nach innen gehen mit ständig wachsendem Licht und reicheres, höhergeistiges und intellektuelles Leben erlangen und so nebenbei auch ständig wachsende Freude gewinnen, die sich vertieft zur Glückseligkeit.

Denn das Weltall ist Harmonie; seine Tätigkeit gründet sich auf eine ethische Ordnung. Es wirkt nach den Gesetzen der Harmonie, die ihm nicht von außen her auferlegt wurden, sondern aus ihm selbst geboren, seine Natur sind; Gesetze, welche die Folgerichtigkeit und Beständigkeit des Tätigkeitsablaufes verbürgen, den wir im Weltall sehen – seine sogenannten Naturgesetze.

Erkenne diese Gesetze – dann wirst du die Wahrheit erkennen.

Jeder von uns wird auf diese Weise selbst zum Weg zur Wahrheit, weil das Verstehen in uns liegt; und auch all das, was verstanden werden muss liegt in uns selber. Jeder von uns ist für sich ein Schlüssel zu allen Pforten des Universums. Wer dem Pfad folgt, der sich von seinem Herzen und Verstand in Richtung seines spirituellen Wesens immer weiter nach innen erstreckt, kommt jenem erhabenen Ziel immer näher, das infolge des sich weitenden Bewusstseins immer größer und ausgedehnter wird und zu immer höherer und erhabener Wahrheit zurückweicht – bis zu jenem universalen Leben, in welchem jedes Menschenwesen wurzelt: mitten im Herzen des Universums.

Aus dem Buch "Mensch im Kosmos" von Gottfried von Purucker

Helena Petrovna Blavatsky - ewigeweisheit.de

Helena Petrovna Blavatsky (1831–1891) - Begründerin der modernen Theosophie

Vielleicht sollten wir uns noch einmal vergegenwärtigen was Natur für den Studierenden der Theosophie bedeutet.

Wenn ein Theosoph Natur sagt, ohne weitere Spezifizierungen vorzunehmen, dann begrenzt er dieses Wort nicht auf die physische Welt allein. Er bezieht sich dann auf die Gesamtheit des Universums. Das schließt die göttliche, spirituelle, intellektuelle, physische und astrale Natur mit ein; er bezieht sich auf all die spirituellen und feinstofflichen Bereiche, Sphären, Welten und Ebenen, die zusammen den Geist, die Seele den Körper des Universums bilden, wie die großen Denker des Westens und des Ostens es ausdrückten.

Das lehrte sie, das lehrte H. P. B. (Helena Petrovna Blavatsky)

Das lehrten die großen Weisen und Seher: eine offene und eine innere, verborgene Lehre; eine exoterische Lehre für die Öffentlichkeit, und eine esoterischen Lehre für diejenigen, die sich selbst als fähig erwiesen hatten, sie zu begreifen und daher auch bereit waren, sie Geheim zuhalten und als heilig zu betrachten. Denn wenn es angebracht wäre, diese esoterischen Lehren der Öffentlichkeit mitzuteilen, würde dies geschehen. Erinnern sie sich, dass die archaische Weisheitsreligion der Zeitalter das natürliche Erbe der Menschen ist. Sie gehört ihnen rechtmäßig. Aber als Einzelne haben wir kein Anrecht darauf, ehe wir nicht erwachsen sind ehe nicht unser Verstand gereift ist, und wir nicht länger in spiritueller und intellektueller Hinsicht wie Kinder sind, bereit, das zu missbrauchen, was uns zwar rechtmäßig gehört, aber den irrenden Menschen von der Natur, den Göttern und den Meistern des Mitleid, Liebe und Weisheit so lange vorenthalten wird, bis die Menschen gelernt haben, sich selber zu beherrschen. Dann werden sie auch imstande sein, das, was ihnen aufgrund des natürlichen Rechtes zusteht, in der richtigen Weise anzuwenden. Dann wird auch keine Gefahr mehr für eine falsche Anwendung und für einen Missbrauch bestehen.

Aus dem Buch "Wind des Geistes" von Gottfried von Purucker

Hier sollten wir uns noch einmal den diesem Absatz vorangehenden Text in Erinnerung rufen, er lautete:

Wer dem Pfad folgt, der sich von seinem Herzen und Verstand in Richtung seines spirituellen Wesens immer weiter nach innen erstreckt, kommt jenem erhabenen Ziel immer näher, das infolge des sich weitenden Bewusstseins immer größer und ausgedehnter wird und zu immer höherer und erhabener Wahrheit zurückweicht – bis zu jenem universalen Leben, in welchem jedes Menschenwesen wurzelt: mitten im Herzen des Universums.

Gottfried von Purucker

Versuchen wir dem Pfad der Wahrheit zu folgen, versuchen wir den Schlüssel in der richtigen selbstlosen Weise anzuwenden damit wir durch einen Missbrauch von uns selbst nicht einen einzigen Menschen von diesem Wachstum ausschließen!

Mehr als 100 Jahre haben die Mahâtmas nach einem menschlichen Wesen gesucht, das in der Lage war auch die okkulten Dinge zu verstehen und bereit war das rechtmäßige Erbe der Menschheit, was ihr vor etwa 2000 Jahren genommen worden war, nach dem Wissen der Meister der Weisheit niederzuschreiben, damit die Menschheit ihr Erbe nun antreten kann. Einer dieser großen Selbste ist der Meister M. der Lehrer H. P. B.'s.

Der andere Meister ist K. H., der sich bereit erklärte in einer Korrespondenz mit A. P. Sinnet und A. Hume zu treten, um auf schriftliche Anfragen schriftliche aufklärende Antworten zu geben.

Diese Fragen und Antworten sind in den Mahatma Briefen veröffentlicht.

Diesen hohen Wesen haben wir aus tiefstem Herzen und tiefster Seele für dieses immense Wissen, dass von H. P. B. niedergeschrieben worden ist, zu danken. Ebenso unserer großen Lehrerin H. P. Blavatsky für all ihre Mühen!Doch weiter in dem Gedanken an den Menschen als dem kleinen Universum [...] von dem wir ja gerade hörten, dass er das ganze Universum in sich trägt, als ein Spiegelbild dieses großen uns umgebenden Universums.

Wenn nun wirklich der Mensch ein kleines Universum ist und das große als natürliches Wissen in ihm steckt, werden wir versuchen danach zu suchen.

Was ist das Offensichtlichste in der uns umgebenden Natur – der Wechsel von Tag und Nacht – der Wechsel der Jahreszeiten oder die Art von Wechseln wie Tod und Leben, oder von noch größeren Zyklen. Tag und Nacht ist ein sich wechselnder Zyklus, der sich stets wiederholt. Leben und Tod sind es ebenfalls, denn Leben – physisches Leben endet irgendwann durch den sogenannten Tod, durch den unsere göttlich-spirituelle Monade ihre Bindung an die physische Hülle verliert, und wieder frei wird und ihre spirituelle Heimat besuchen kann.

Betrachten wir das kleine Universum "Mensch". Ist er nicht wirklich ein geschlossenes System mit Organen, die das ganze Leben hindurch ihre Arbeit tun und die Physis am Leben erhalten?

Und, wie wir durch die Theosophie lernten, ist der Mensch eine zusammengesetzte Wesenheit, ein Bündel von Energien, die als Prinzipien bezeichnet werden und die durch verschiedenste Aufgaben als Kräfte im Menschen wirken.

Esoterische Bedeutung der Physis - Die Organe im Menschen

Die wichtigsten Organe des Menschen sind das Herz, das Gehirn und für die Verdauung die Leber und Milz.

  • Das Gehirn ist das Zentrum des intellektuellen Bewusstseins und das Herz präsentiert die höhere Triade – Atma, Buddhi und Manas, während Leber und Milz den Quaternio als ein Ganzes genommen repräsentieren, die sterblich Vierheit.
  • Das Herz ist die Wohnstätte des spirituellen Menschen, wohingegen der psycho-intellektuelle Mensch im Kopf mit seinen sieben Toren wohnt (entsprechend den sieben Prinzipien). Das Herz ist, wie in der Herzenslehre gesagt, der verborgene und nicht sichtbare Teil, der geheime Teil im Menschen.
  • Die Zirbeldrüse selbst (unser einziges karmisches Organ), wenn erleuchtet, entspricht dem göttlichen Denken.

Gibt es nicht einen Vergleich für diese Aussage?

Oft hört man die Rede oder Worte: von „der Sonne“ im Herzen, wenn ein Mensch voller Liebe, heiter, freundlich hilfsbereit und selbstlos ist? Und wenn wir uns im Gebet der Sonne zuwenden, beten wir nicht die sichtbare Sonne, sondern die dahinter stehende, die verborgene Sonne oder den göttlich-spirituellen Aspekt der Sonne an. Genau das kommt in dem Gesang oder dem Gebet in der Gâyatrî so recht zum Ausdruck:

O, Du goldene Sonne von herrlichstem Glanze,
Erleuchte Du unsere Herzen und erfülle unser Gemüt,
Auf das wir unser Einssein mit dem Göttlichen,
Dem Herzen des Universums, erkennen,
Den Pfad zu unseren Füßen schauen und ihn wandeln
zu jenem fernen Ziele der Vollkommenheit,
Angespornt von Deinem eigenen strahlenden Licht.

Dies ist hier nur eine von den vielen Übersetzungen, die sich zwar alle ähneln aber doch in den unterschiedlichsten Worten zum Ausdruck kommen – der Sinn jedoch ist immer derselbe: Die Entwicklung des Menschen hin zu seiner inneren Göttlichkeit, die die unsichtbare Sonne, die hinter der sichtbaren Sonne steht, versinnbildlicht. So, wie unser Herz das sichtbare – das unsichtbare, die göttlich-spirituelle Monade versinnbildlicht.

Der Anatomische Mensch im Tierkreis - ewigeweisheit.de

Der Mensch im Kosmos. Ein Gemälde der Brüder von Limburg. Mann und Frau werden in einer Vesica gezeigt, wo je einem Organ eines der 12 Tierkreiszeichen zugeordnet wird.

Der Mensch als kleines Universum

Der Mensch ist ein kleines Universum, der aber das große Universum in sich trägt, wie die vorgenannten Beispiele von Dr. von Purucker gezeigt haben.

H. P. B. lässt uns in der Geheimlehre, als sie die Sonne betrachtete und beschrieb, dass man, wen es eine Sonnenfleckenperiode gibt, in das Innere der Sonne schauen kann und das, was man sieht ist eigentlich nur Dunkelheit ... Das für uns unsichtbare Herz der Sonne!

Haben Sie schon einmal eine Röntgenaufnahme oder eine Aufnahme per Computer ihres Herzens gesehen? Sie können die Bewegung der Herzklappen sehen, und das Pulsieren des Herzen in den Formen des Zusammenziehens und der Ausdehnung, aber das Innere bleibt genau wie bei der Sonne dunkel und verborgen.

Die Theosophie lehrt, diese dunklen Flecken sind sogenannte Layazentren, in denen Geist und Stoff homogen ist. Sie werden in der Theosophie auch als Durchgangsstellen von einer Bewusstseinsebene zu einer anderen bezeichnet.

Von der Wissenschaft werden sie als die schwarzen Löcher im Universums angesehen, die alles verschlingen, um es vermutlich in einem anderen Universum wieder erscheinen zu lassen.

Damit stellen sie ebenfalls ein Durchgangszentrum dar, ein Layazentrum zwischen anderen Ebenen.

In diesem Zusammenhang wird uns etwas sehr wichtiges gezeigt, nämlich das Gesetz der Analogie, das in den Gleichnissen gipfelt: wie Oben so Unten, wie Außen so Innen, bekannt als die hermetischen Gesetze.

Der Mensch trägt kosmisches Wissen und kosmische Bewegung in sich - diese kosmischen Eigenschaften kann er zum Ausdruck bringen

Erinnern Sie sich an die Zeitperioden, von denen die Rede ist, wenn der Mensch sich entwickeln soll, aus dem Geistigen hinab in die Materie? Durch die verschieden Zeiten und verschiedenen Formen menschlichen Lebens?

  • Den Beginn macht stets das Goldene Zeitalter das Krita von 1.728.000 Jahren,
  • das Silberne Zeitalter das Tretâ von 1.296.000 Jahren
  • das Eiserne / Kupferne das Dvâpara von 864.000 Jahren
  • und zu guter Letzt das Schwarze/dunkle das Kali Yuga von 432.000 Jahren in dem wir uns ja zur Zeit befinden.

Kosmische und menschliche Zyklen

Es gibt während der manvantarischen Sonnenperiode oder Lebenszeit einen regelmäßigen Kreislauf des Lebensfluidums durch unser ganzes System, dessen Herz die Sonne ist – so wie der Kreislauf des Blutes im menschlichen Körper. Die Sonne zieht sich ebenso rhythmisch zusammen, wie es das menschliche Herz bei jeder Rückkehr des Blutes tut. Nur braucht das Blut der Sonne, anstatt die Runde in einer Sekunde oder dergleichen zu vollenden, zehn Sonnenjahre zu seinem Kreislauf und ein volles Jahr zu seinem Durchgang durch die Aurikel – die Vorhöfe – und die Ventrikel - die Herzkammern, bevor es die Lungen wäscht und von da aus in die großen Arterien und Venen des Systems zurückkehrt. [...] und 72 menschliche Jahre, um einen Grad eines Tierkreises zu durchlaufen

Die Geheimlehre von Helena P. Blavatsky, Kapitel: Die Sonnentheorie

In Zusammenhang mit dem aus der Geheimlehre zitierten Absatz geht hervor, dass das, was in der Kosmologie als Herzzyklus des Herzens der Sonne bekannt ist, als ein Spiegelbild der zyklischen Hauptphasen die auf kosmischer Stufe tätig sind, auch im Kleinen, im Menschen, gezeigt werden kann.

Das Goldene Zeitalter - ewigeweisheit.de

Auschnitt aus dem Gemälde "Das Goldene Zeitalter" (um 1530) von Lucas Cranach dem Älteren (1472–1553)

Zyklen - Zahlen - Rhythmen - Beschreibungen

Physikalische Einheitenzeichen

Der Übersichtlichkeit halber, verwenden wir im folgenden die physikalischen Einheitenzeichen für die Zeit. Diese sind:

  • Sekunde: s
  • Minute: min
  • Stunde: h
  • Jahr: a

Fachbegriffe

Einleitend sollen einige Erklärungen der Fachbegriffe hier verwendete Fachbegriffe gegeben werden. 

  • Die Vorhöfe des Herzsystems nennt man Aurikeln,
  • Herzkammern werden Ventrikeln genannt.

Der Herzrhythmus besteht aus:

  • Der Zusammenziehung - der Systole und
  • der Erweiterung - der Diastole.

Diese Phasen der Zusammenziehung und Erweiterung des Herzen gehen ineinander über und werden innerhalb eines Durchschnitts von 0,8 s vollendet. Diese 0,8 s sind folgendermaßen aufzuteilen:

Aurikulare Systole 0,1 s
Ventrikulare Systole 0,3 s
Aurikulare Diastole 0,7 s
Ventrikulare Diastole 0,5 s
Ruhezeit des ganzen Herzens 0,4 s

Die aurikulare Systole und Diastole ergeben zusammen also 0,8 s und die ventrikulare Systole und Diastole ebenfalls zusammen 0,8 s.

Wenn wir nun die Zeitperioden betrachten, die die verschiedenen Herzphasen im Maßstab einer Stunde (= 60 • 60 = 3.600 s) ausmachen, kommen wir zu folgendem Schluss:

Erinnern wir uns an die 432 -, die durchschnittlichen 72 Schläge des Herzen / min (oder pro 60 s); mal 60 min ergeben 4.320 Herzschläge, dann sieht das aus wie folgt:

Herzphase
pro h
Zeit Yuga
Aurikale
Systole:
0,1 s • 72 • 60
= 432 s Kali-Yuga:
432.000 a
Ventrikulare
Systole: 
0,3 s • 72 • 60
= 432 s • 3  = 1.296 s
Tretâ-Yuga:
1.296.000 a
Herzruhezeit:
0,4 s • 72 • 60
= 432 s • 4 = 1.728 s
Krita-Yuga:
1.728.000 a
Aurikulare
Diastole:
0,7 s • 72 • 60
= 432 s • 7 = 3.024 s
Ventrikulare
Diastole:
0,5 s • 72 • 60
= 432 s • 5 = 2.160 s1
 

1 Messianischer Zyklus von 2.160 a = 1/12 des Präzessionszyklus von 25.920 a.

Der Unterschied zwischen den Perioden der beiden Diastolen von 0,7 s und 0,5 s beträgt 0,2 s. Er stellt die Zeit dar, in der es nur eine Art Diastole gibt, nämlich die aurikulare Diastole bevor die ventrikulare Diastole wieder einsetzt.

Diese Zeitperiode ist die fehlende Zahl - das fehlende Zeitalter:

0,2 s • 72 • 60 = 432 s • 2 = 864 s
Dvâpara-Yuga:
864.000 a

Addieren wir die beiden Systolen 432 (000) und 1 296 (000) ergeben zusammen 1 728 (000) und damit noch einmal das Krita oder Satya Yuga (oder Goldene Zeitalter).

Die aurikulare Systole 0,1 s und die Ruhezeit 0,4 s ergeben zusammen 0,5 s und machen innerhalb einer Stunde 2.160 s aus, die wiederum die Ziffern des Messianischen Zyklus sind: 0,5 • 72 • 60 = 2.160

Wir, liebe Weggefährtinnen und Weggefährten – liebe Schwestern und Brüder, befinden uns jetzt im Kali Yuga, das eine Dauer von 432.000 Jahren hat. In der Geheimlehre Band I, Seite 725 – Beginn des Kali Yuga, legt Frau Blavatsky ganz konkret das genaue Datum auf den:

16. Februar 3.102 v. Chr. fest und zeigt uns dass alle Sterne / Planeten nacheinander hinter der Sonne hervor kamen: zuerst Saturn, hierauf Mars, dann Jupiter und Merkur – und diese Planeten zeigten sich auf einem sehr kleinen Raum vereinigt. Obwohl Venus nicht erschien, so ließ doch der Hang zum Wunderbaren, in jene Zeit, eine allgemeine Konjunktion sämtlicher Planeten versetzen. Auch der Mond der als Mondfinsternis hinter der Sonne stand, sei nicht vergessen.

Das Zeugnis der Brahmanen ist hier in Übereinstimmung mit dem unserer Tafeln; und dieses Zeugnis, das aus einer Überlieferung hervorgeht, muss auf einer wirklichen Beobachtung begründet sein.

Die Geheimlehre von Helena P. Blavatsky

Im Rhythmus des menschlichen Herzens spielen sich also kosmische Zyklen, genannt Yugas von unterschiedlicher Länge, im Kleinen ab – so ist der Mensch ein kleines Universum, lebt in einem Sonnensystem – einem wunderbaren, größeren Universum, und dieses wiederum in einer Galaxis, die wir Milchstraße nennen und die göttliche Monade unseres Herzens, kann eine Reise bis in das Zentrum dieser Milchstraße antreten, wenn sie nach dem was wir Tod nennen frei wird.

In diesen Beispielen werden wir mit einem weiteren großen Gesetz bekannt gemacht - dem Gesetz der Analogie, wie Oben so Unten, wie Innen so Außen, wie im Großen so im Kleinen.

Das Menschliche Herz als der Teil der göttlich-spirituellen Monade

Der Mensch ein kleines Universum auf dem Wege, das große in sich zu entdecken.

Das Herz ist der Sitz der Göttlich-Spirituellen Monade und das bedeutet, dass hier das Zentrum des Bewusstseins ist. Da nun das Bewusstsein im ganz kleinen wie auch im ganz großen existiert und den ganzen Raum / Universum ausfüllt, so sind wir seine Kinder, seine sich entwickelnden Abkömmlinge.

Werden wir nicht oft genug von unseren großen Lehrern aufgefordert: werdet mitmenschlicher, denk selbstloser, seid selbstvergessener und denkt universell? Hierin liegt eine Aufforderung die uns bewusst werden sollte, wenn wir über das Herz als von der göttlich-spirituellen Monade sprechen.

Wir spüren eine Art von Begrenzung in der Richtung bei unser Gehirntätigkeit, weil unser Gehirn selbst ein begrenzter Teil der physischen Materie ist. Aber jeder denkende Mensch muss, wenn er sich sorgfältig prüft und seine eigenen Erfahrungen studiert, erkennen, dass es im Menschen etwas gibt, das grenzenlos ist, etwas, das ihm immer zuruft:

Komm höher herauf. Geh weiter aufwärts. Dringe weiter und immer weiter vor bis in das, was jenseits liegt. Wirf alles was Grenzen hat, beiseite, denn in diesem Fall gehört es nicht zu deinem höheren Selbst.

Gottfried von Purucker

Dieses Bewusstsein, so sagen wir, ist die Tätigkeit des spirituellen Selbstes im Menschen, die Wirkung dessen was wir die spirituelle Monade nennen; diese spirituelle Monade ist der Mittelpunkt seines / unseres Wesens und kennt in sich keine Grenzen, keine Schranken, keine Beschränkungen, denn sie ist reines Bewusstsein; und damit grenzenlos!

Diese Monade ist es, die mit jeder neuen Inkarnation des Menschen versucht in ihm die höheren Kräfte und Energien zur Geltung, zum Ausdruck zu bringen, um ihn zu Höherem, zu höherem Bewusstsein zu verhelfen und damit die Evolution zu mehr Spiritualität, zu spirituellem Wachstum zu aktivieren.

Oder wie Manfred Kyber in seinem Gedicht mit dem Titel "Ewigkeit" beschreibt:

Immer wieder und wieder
steigst du hernieder
in der Erde wechselnden Schoß,
bis du gelernt im Lichte zu lesen
dass Leben und Sterben eins gewesen
und alle Zeiten zeitenlos.
Bis sich die mühsame Kette der Dinge
zum immer ruhenden Ring
in deinem Willen ist Weltenwille,
Stille ist in dir – Stille -
und Ewigkeit.

Weiterlesen ...