Jesus Christus

Botschaft von Erzengel Gabriel

von S. Levent Oezkan

Heiliger Erzengel Sankt Gabriel - ewigeweisheit.de

Einst war da die Zeit, da ich kam auf Erden, als Gesandter des Allerhöchsten, der den großen Propheten, Menschensöhnen und Gottessöhnen verkündete: Ihr werdet handeln zum Wohle der Menschen und im Namen Gottes.

Zwei Gottgesandte kamen aus der selben Familie aus dem Stamme des aaronischen Priestergeschlechts: Johannes der Täufer und Jesus Christus.

Beide Male, da ich ihre Geburten verkünden sollte, machte ich die Empfänger meiner Worte verlegen. Da war der schon hochbetagte Priester Zacharias, dessen ebenso alte Frau unfruchtbar geblieben war. Ich aber erschien ihm im Tempel zu Jerusalem, stand da auf der rechten Seite des Altars und verkündete ihm, dass seine Frau schwanger werden würde. Und so auch geschah es.

Sechs Monate später kam ich zu Maria, der ich ihre jungfräuliche Geburt verlautbarte, was nur Staunen und Wundern in ihr auslöste. Doch als Maria dann zu Elisabeth kam, die ja bereits seit Monaten schwanger war, begann das Ungeborene in ihrem Leibe zu hüpfen, da es wohl wie in sich spürte, dort den Funken seinen himmlischen Gleichgesinnten im Außen zu spüren, denjenigen, den er dereinst selbst taufen würde.

Das war Johannes der Täufer, der so lange alleine in der Wüste lebte, allein von wildem Honig und Heuschrecken. Er taufte die Menschen als Symbol der Rettung ihrer Seelen vor dem kommenden Weltgericht und sollte derjenige sein, der durch mein englisches Verkünden den Jesus einweihte, durch die Taufe im flüssigen Grabe des Jordans, als er diesem die Todeserfahrung vorwegnahm, so dass der damit in die Unterwelt hinabfuhr. Dort aber sollte Jesus den Drachen Leviathan bändigen. Und als der aus dem Wasser wieder auftauchte, da senkte sich der heilige Geist auf ihn nieder. Und es ward aus ihm der Christus geworden, als die himmlischen Tore des Erbauers der Welt sich öffneten und jener Geist in Form einer weißen Taube sich senkte, auf des Messias' Haupt.

Auch Du, mein lieber Leser, finde zu diesem Lassen vom Dasein, nur einmal jetzt. Begebe Dich im Geiste hinweg aus dem Leben der Oberflächlichkeiten, entkleide Dich Deiner körperlichen Geschichte und all der vielen Gemütsbewegungen und Leidenschaften, die daran haften. Stirb bevor Du stirbst und erwache in diesem Deinem Leben jetzt zu neuem Dasein, damit Du zu vernehmen Dich ermächtigst, die frohe Botschaft die auch für Dich bestimmt ist zu vernehmen.

Dem islamischen Propheten Mohammed erschien ich immer wieder auf dem Berge Hira und in den Städten Mekka und Medina, und verkündete ihm das Gotteswort, das niedergeschrieben werden sollte im Heiligen Koran - aber nicht durch ihn, sondern einer seiner Jünger. Mohammed konnte nicht schreiben.

Die Unvoreingenommenheit vermag Dir Ähnliches zu ermöglichen.

Der Evangelist Matthäus erinnert an Jesu Worte, dass solch Befreiung von Vorurteilen nur denen möglich ist, die umkehren zu ihrem eigentlichen Selbst, sich der geschichtlich gewachsenen, verdunkelnden dicken Kruste entledigten und dabei werden wie die Kinder: Unbefangen und frei von jedem Vorurteil.

Glaubt damit also, dass auch Euch das Unmögliche möglich zu werden vermag, sobald ihr Euch in dem symbolischen Flusse Jordan rein gewaschen habt, von all den zu Bürden aufgehäuften Unschicklichkeiten der Vergangenheit und Euch endlich umwendet, hin zu Eurer Befähigung Ihr selbst zu sein.

 

 

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Der vierfältige Sonnengott

von S. Levent Oezkan

Sol Invictus - ewigeweisheit.de

Seit uralten Zeiten wird die Ankunft der Sonne im Frühling mit Freude erwartet und dann begrüßt. Die Zeit ihres Abgangs aber betrachtete man immer als Zeit der Trauer und des Unglücks. Mit dem Herbstanfang starb sie, doch wurde ebenso sicher wiedergeboren zu Frühlingsanfang.

Diese beiden Zeitabschnitte im Jahreslauf der Sonne, kreuzen die beiden Sonnenwenden im Sommer und im Winter, woraus sich das Sonnenrad formt, mit seinen vier Speichen.

Schon die Philosophen im Alten Ägypten und Alten Griechenland kannten die, in den vier Stationen der Sonne wirkenden Geheimnisse, und hatten ihr Leben im Jahreslauf ebenso unterteilt in vier Abschnitte. Für jeden dieser vier Teile, dachte man sich den Sonnengott als Mann in vier Lebensphasen. Jedes neue Jahr kam da der Sonnengott zu neuer Jugend, alterte und starb schließlich, so wie man das auf Erden ja erfährt auch im Pflanzenreich. Gewiss lag in dieser Symbolik eine gewisse Ähnlichkeit zu einer jungen Schlange, die sich etwa alle vier Wochen häutet und, wie es scheint, danach zu neuem Jungsein findet.

Immer schon galt die Sonne als höchste Wohltäterin, die die Hungrigen speist und alles vom Totsein auferweckt, als höchster Geist der Philanthropie: Der Christenheit bekannt als Christus, den Alten Griechen als Dionysos, den Alten Ägyptern als Horus und man kannte ihn im Alten Persien als Mithras – alles göttliche Repräsentanten der Hoffnung und Herrlichkeit, Abgesandte des kosmisch Sonnenhaften auf Erden.

Winter – Neugeburt

Als Sinnbild für die Geburt des Sonnengottes zur Wintersonnenwende, symbolisierte man den Sonnengott meist als einen von seiner Mutter abhängigen Säugling, manchmal von einer Ziege gestillt, tritt die Sonne am 21. Dezember ja ein in das Sternbild des Steinbocks. Diesem kleinen Sonnengott war auf geheimnisvolle Weise gelungen, den bockbeinigen Mächten der Finsternis zu entkommen. Sie nämlich wollten ihn vernichten, während er noch in der Wiege des Winters lag. Das neugeborene Licht ist da ja noch ganz schwach.

Gewiss erinnern solche Vorstellungen an das Horus-Kind auf dem Schoß seiner Mutter Isis. Horus galt den Ägyptern als Gott des Lichts, dessen rechtes Auge, auf die Sonne im Osten blickte. Als solch neugeborener Gott des Lichts, entsprang er in anderen alt-ägyptischen Sagen dem »Haus des Hor«: So nannte man den Mutterschoß der Himmelsgöttin Hathor. Sie trug auf ihrem Haupt, zwischen zwei Hörnern eine goldene Sonnenscheibe und war vermählt mit dem Sonnengott Ra.

Frühling – Jugendlichkeit

Zur Tagundnachtgleiche im Frühling dann, war die Sonne zu einem schönen Jüngling herangewachsen. Sein goldenes Haar hing in blonden Locken auf seinen Schultern, und sein Licht strahlte in alle Teile des Grenzenlosen.

Sommer – Reife

Zur Sommersonnenwende verwandelte sich die Sonnensymbolik dann zu Darstellungen eines großen, starken, bärtigen Mannes. Als solcher stand er in der Blüte seiner Reife und symbolisierte damit, die Stärke und Fruchtbarkeit der Natur zu dieser Jahreszeit.

Herbst – Alter und Tod

Mit der Herbst-Tagundnachtgleiche (Eintritt der Sonne ins Sternbild Jungfrau), verwandelte sich dann der Sonnengott in einen ganz alten, weißhaarigen Mann, der in die Vergessenheit der Winterdunkelheit schlurft. Was aber der Herbst im Wesentlichen ist, dass symbolisiert ganz wunderbar die biblische Legende über die Jungfrau Delila und ihren Verehrer Samson (16. Kapitel im Buch der Richter). Delila entlockte dem Samson ein Geheimnis, worauf man ihm die Haare (Sonnenstrahlen) abschnitt, ihn blendete und er all damit seine Kraft verlor. Der Name »Delila« aber ist eine Anspielung auf den hebräischen Namen für die Nacht »Lailah« und Samson ist abgeleitet vom hebräischen Wort für die Sonne, »Schemesch«. Und eben solch ein Geheimnis, das wird dem Initianden in die Heiligen Mysterien (wie einst im griechischen Eleusis oder auf der thrakischen Insel Samothrake), zu Herbstbeginn für ihn erlebbar, aus seinem Inneren entlockt – worauf er stirbt, um wieder geboren zu werden.

Jesus Christus Sol Invictus

In manchen okkult-christlichen Zirkeln werden die Wintermonate durch die drei Vollstrecker symbolisiert, die Jesus von Nazareth ans Kreuz brachten: der Jünger Judas Iskariot als Verräter, der Hohepriester Kaifas als Richter und als Vollstrecker der Statthalter Pontius Pilatus. Sie hatten den Auftrag den Bringer der Wahrheit und des Lichts (Jesus Christus) zu vernichten.

Christi Wiederauferstehung im Frühling, zu Ostern (Zeitraum in der Westkirche aus dem ersten Vollmond vor der Frühlingstagundnachtgleiche errechnet) wird gefeiert, zu eben jenem Datum, als man auch schon bei den Alten Griechen die Wiedergeburt des Frühlings- und Weingottes Dionysos feierte – dem »Zweimalgeborenen«.

Es steigt um Ostern, mit der Sonne im Osten, auf das Sternbild Widder. Und es war ein junger Widder, ein Lamm, das ja zum letzten Abendmahl dem Gott geopfert werden sollte, um zu neuem Leben aufzuerstehen, als wiederauferstandene Verkörperung der Wahrheit und des Lichts. Als eben solche verehrte man seit alter Zeit die Sonne auch als göttliches Wesen, die im Frühling zum zweiten Mal geboren wurde, nämlich darum, da ab dann die Stunden des Lichts die der Finsternis wieder dominieren. Jeder »Erwachte« der in die Welt kommt, wird von eben diesem Licht erleuchtet.

Dann aber tritt Johannes der Täufer in Erscheinung, der in den Kirchen des Westens und des Ostens, den man am Tag nach der Sommersonnenwende verehrt: Dem 24. Juni, sechs Monate vor Weihnachten. Er bereitete laut christlicher Lehre, dem kommenden Messias den Weg, weihte ihn ein in das himmlisch-göttliche Mysterium, am Ostufer des Jordan (also am Ufer des Sonnenaufgangs) durch die heilige Taufe, womit aus dem Jesus von Nazareth der Christus Jesus wurde, symbolisiert durch die weiße Taube die vom Himmel auf ihn niederflog.

Wenn dann nach der Herbsttagundnachtgleiche am 29. September in der Westkirche dem Erzengel Sankt Michael gedacht wird, bereitet eben dieser im Jahreslauf den kommenden Tag (etwa drei Monate später) des Sol Invictus vor, des unbesiegten Sonnengottes, im Christentum repräsentiert durch das heilige Geburtsereignis zu Bethlehem. Es ist nämlich Sankt Michael, der den Antichristen besiegt, um ihn davon abzuhalten dem solaren Christus seinen Platz streitig zu machen.

 

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Christus und das Sternbild der Fische

von S. Levent Oezkan

Ausschnitt aus der Sternkarte Planisphæri cœleste von Frederik de Wit

In den ersten Jahrhunderten nach der Zeitenwende, entstand, wie es scheint, im ägyptischen Alexandria das christliche Symbol des Fisches, das zu den ältesten Allegorien des Christentums zählt. Vermutlich ergab sich dieses Gleichnis aus den Anfangsbuchstaben des heiligen Anagramm »Ichthys«.

Es bildet sich aus dem griechischen Titel ησοῦς Χριστός Θεοῦ Υἱός Σωτήρ, in lateinischer Umschrift geschrieben: Iesous Christos Theou Yios Soter, das eben bedeutet »Jesus Christus Gottes Sohn Erretter«. Das griechische Wort »Ichthys« steht für den Fisch im Wasser, wie aber auch für das Sternzeichen der Fische, das die Römer »Pisces« nannten. Doch es liegt nahe, dass im christlichen Fische-Symbol, sich eine noch weit vielfältigere Bedeutung verbirgt. Denn obige Wortfolge, aus der sich das fünfbuchstabige Anagramm zusammensetzt, wählte man in dieser Reihenfolge vermutlich absichtlich.
Sollte das Sinnbild des Fisches, in diesem Zusammenhang, vielleicht eine verborgene Symbolik mit dem Namen des Christus Jesus verknüpfen? Es scheint als gäbe es auf diese Frage verschiedene Antworten.

Da wäre zum einen das damalige Taufbad, dass die Römer schon früh als »Piscina« bezeichneten: den »Fischteich«. Taufte man einen darin, wurde er als Christ selbst zum »gläubigen Fisch«. Es scheint, als verweise darauf auch das Neue Testament, wenn darin Jesus dem Petrus, dem Andreas und an anderer Stelle dem Simon versichert:

Kommt her, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.

- Matthäus 4:19

Da sagte Jesus zu Simon: Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen. Und sie zogen die Boote an Land, verließen alles und folgten ihm nach.

- Lukas 5:10

Insbesondere Petrus, der bekanntlich ein Fischer war, sollte ja dereinst eine zentrale Rolle im Christentum spielen, denn kaum ein Zufall, dass der Dom im Vatikan seinen Namen trägt. Jesus Christus hatte Fischer zu Jüngern und wollte sie zu Menschenfischern machen. Tausende speiste der Heiland mit Fischen, dessen getaufte Anhänger selbst zu »christlichen Fischen« geworden waren.

Was aber ist da der Grund, das ausgerechnet das Symbol des Fisches für den Christus gewählt wurde? Hätte es nicht auch die Schale eines Sämanns sein können?

Magier aus dem Orient

Zu Beginn des 2. Kapitels im Matthäus-Evangelium, ist die Rede von den »Magoi«, den Magiern aus dem Morgenland. Sie hatten eine markante Konstellation am Nachthimmel entdeckt, die sie als deutliches Zeichen für die Geburt eines gotterwählten Kindes deuteten. Diese auch in der Bibel überlieferte Episode, sollte wohl dazu führen, dass man schon zu Zeiten als die Evangelien entstanden, das Wesen des Christus auch auf astrologische Gesichspunkte hin beleuchtete. Hieraus entwickelte man das, was heute in der Astrotheologie das »Fischezeitalter« genannt wird und sich über eine Dauer von ungefähr zwei Jahrtausenden erstreckt.

Dieser Zeitraum bemisst das, was man in der Astronomie die »Präzession der Erde« nennt. Damit wird auf ein astronomisches Phänomen hingewiesen, aus dem sich die ganz allmähliche Richtungsänderung der Erdachse ablesen lässt, die diese über einen Zeitraum von etwa 26.000 Jahren vollzieht. Man nennt die Dauer dieses Zyklus auch das »Platonische Jahr«. Über diese lange Zeit hinweg, ereignet sich der Sonnenaufgang zur Frühlingstagundnachtgleiche, in jedem Winkel des gesamten Tierkreises, wobei sich die Position dieses Frühlingspunktes, nicht wie im astrologischen Jahreskreis gegen, sondern im Uhrzeigersinn bewegt. Hieraus ergibt sich der sogenannte »Platonische Monat« von etwa 2.160 Jahren (≈ 26.000 Jahre : 12).

Heute ereignet sich der Sonnenaufgang zu Frühlingsanfangs in etwa zwischen den Sternbildern Fische und Wassermann, warum manche auch vom Anbruch des Wassermann-Zeitalters sprechen, den manche im Jahr 1997 vermuteten, wieder andere im Jahr 2012 oder auch erst im Jahr 2154, sowie an noch einigen anderen Jahreszahlen. Zu Zeiten Jesu aber, ereignete sich da der Übergang vom Zeitalter des Widders, in das der Fische.

Das sich die ersten Christen damals selbst als Fische bezeichneten, war nicht allein Mittel zur Ehrerbietung ihres Messias, sondern wohl bestimmt auch eine Möglichkeit inkognito zu bleiben, zumal man Angehörige des jungen Christentums verfolgt hatte. Wenn die Wahl dieses Symbols nun aber nicht zufällig erfolgte, stellt man sich vielleicht die Frage, ob nicht auch andere Symbole den selben Zweck erfüllt hätten, was anscheinend zuerst auch der Fall war, wo der Christus mal als Löwe, mal als Adler und eben auch als Fisch symbolisiert wurde.

Wie aber bereits angedeutet, scheint der astrotheologische Bezug relevant gewesen zu sein, denn schon damals besaßen Gelehrte präzise Kenntnisse über die Sternbewegungen. Neben dem Fische-Symbol, kommt hier noch die Symbolik des Lammes ins Spiel, als das der Christus ja der Menschheit geopfert wurde. Der alte Brauch des Opferlammes stammte damals (und auch heute noch) vom jüdischen Pessachfest. Jedem Astrologie-Kundigem war damals klar, dass Jesus als erster Fisch des Fischezeitalters wiederauferstehen sollte, während er als letztes Lamm, als quasi letztes Kind des abtretenden Widder-Zeitalters, am Kreuze sterben musste. Wieso diese Symbolik so bemerkenswert ist, dürfte zumindest den Astrologie-Kenner bereits aufmerken lassen: beide Sternzeichen, Fische und Widder, liegen ja direkt nebeneinander, wie auch die christliche Symbolik vom Osterlamm, die im Kirchenjahr von Bedeutung ist, wo sich die Sonne durch das Tierkreiszeichen Widder bewegt.

Planisphaeri Coeleste von Frederik de Wit - ewigeweisheit.de

»Planisphaeri Coeleste« von Frederik de Wit: Eine Himmelskarte der Sternbilder.
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Sternbild Pisces: Die Fische im Zodiak

Wenn wir uns nach der Symbolik erkundigen, die man in jener Zeit findet, als der Christus Jesus in Erscheinung trat, so dürfen wir dabei nicht ignorieren, dass damit auch eine Schatten-Thematik einherging. Wenn der Christus sich als »Licht der Welt« (Johannes 8:12) personifizierte, so klingt in dieser Botschaft auch eine polare Gegensätzlichkeit mit an, zumal ja »das Licht (nur) scheinet in der Finsternis« (Johannes 1:5). Man braucht darum nicht zu erschrecken, wenn manche Namen und Symbole, beide Seiten miteinander teilen: die Welt des Lichts und die der Finsternis. Dabei spielt eine negative oder positive Wertung zunächst einmal gar keine Rolle, auch wenn im letzten Satz auf die doppeldeutige Gestalt Lucifers angespielt wurde. Denn jenen Titel verwendeten die Römer zur Bezeichnung des Morgensterns, so dass sie in den ersten Jahrunderten n. Chr. diesen, als Herold des Tages, zu Christus in Beziehung setzten. Diese Doppeldeutigkeit aber hat noch eine weitere Lesart, die auf einen tieferen Zusammenhang anspielt, den wir uns im Folgenden genauer ansehen wollen.

Horus und Jesus

Schauen wir hierzu zunächst einmal weit in die mythische Vergangenheit des Alten Ägypten. Da begegnen wir dem Lichtgott Horus, der auf die Menschenwelt schaute, mit seinen göttlichen Augen: Sonne und Mond. Als Sohn der lunaren Göttin Isis, teilt er Attribute die man auch bei Jesus wiederfindet. Mit der christlichen Mutter Maria teilt Isis nämlich das Attribut einer lunar Erleuchteten, zumal letztere in katholischer Ikonografie oft auf einer Mondsichel stehend abgebildet wird. Rudolf Steiner (1861-1925) brachte gekonnt auf den Punkt, worauf unsere Aussage hier anspielt:

die hervorbringende Frau, die Frau mit dem Kinde, die da jungfräulich ist, die Göttin, die in jener lemurischen Zeit eine Genossin der Menschen war, und die mittlerweile dem Blick der Menschheit entschwunden ist. Die nannte man die heilige Isis im alten Ägypten.

Sie bringt den Horus nicht durch Empfängnis zur Welt, sondern es kommt zur »unbefleckten Geburt« des Gottes, durch einen Lichtstrahl, der sie berührt, aufscheinend von ihrem verstorbenen Gatten Osiris. Horus aber, sollte laut mancher Mythen einen rätselhaften Brudergenossen haben: Seth – den finsteren Gott, der zum einen den Tod, doch in alt-ägyptischer Mythologie ebenso das Böse selbst symbolisierte. In alter Hieroglyphenschrift wird Seth da oft als Mensch mit Eselskopf dargestellt. Es ist eine Symbolik, die auch in Zusammenhang steht mit dem »schwarzen Stern« Saturn. Dieser Planet, der in alter Astrologie den äußersten der siebenfältigen Wandelsterne bildete, galt der mittelalterlichen Astrologie als Sitz des Teufels. Das lässt sich zum Beispiel entnehmen, dem 1899 in Paris erschienen Buch »L’astrologie grecque« (deutsch: »Griechische Astrologie«), einem Werk des französischen Religionshistorikers Auguste Bouché-Leclercq (1842-1923). Darin heißt es:

Drachen, Schlangen, Skorpione, Vipern, Füchse, Katzen und Mäuse, nachtaktive Vögel und andere verschlagene Brut sind das Los des Saturn.

Diese Attribute Saturns ähneln also jenen des finsteren Seth, wohl auch in seiner Rolle als Widersacher alles Lichtvollen. Auch sein Name scheint das anzudeuten, scheinen die Namen Seth, Saturn oder Satan doch eine etymologische Wurzel zu teilen (set oder sat). Auch die Tatsache, dass man im Altertum Saturn, als den äußersten und letzten Planeten des Sonnensystems wahrnahm, scheint hier eine weitere Parallele zu geben zur griechischen Mythologie, wo der Lichtgott Horus, wie die Sonne im Zentrum stand, während Seth abgedrängt, sich an die Peripherie aufhielt, wie eben verkörpert durch den Planeten Saturn.

Zwillingssymbolik in der christlichen Gnosis

Wenden wir unseren Blick nun einmal auf die judeo-christlichen Ursprünge des Gnostizismus, der ersten Jahrhunderte christlicher Zeitrechnung. Dem im ägyptischen Alexandria geborenen Valentinus (100-160 n. Chr.), schreibt man die Autorenschaft zu, einer in der christlichen Gnosis wichtigen Handschrift: die Legende der »Pistis Sophia«. Daraus lässt sich etwas entnehmen, was in gewisser Weise mit dem zuvor beschriebenen Doppelaspekt einer Symbolik von Licht und Finsternis (Horus und Seth) in Erscheinung tritt. Es wird in der Pistis Sophia ein Dialog wiedergegeben, zwischen der Mutter Maria und Jesus:

Da Du klein warst, bevor der Geist über Dich gekommen war, kam, während Du Dich mit Joseph in einem Weingarten befandest, der Geist aus der Höhe und kam zu mir in mein Haus, Dir gleichend, und nicht hatte ich ihn erkannt, und ich dachte, dass Du es wärest. Und es sprach zu mir der Geist: »Wo ist Jesus, mein Bruder, damit ich ihm begegne?« Und als er mir dieses gesagt hatte, war ich in Verlegenheit und dachte, es wäre ein Gespenst, um mich zu versuchen. Ich nahm ihn aber und band ihn an den Fuß des Bettes, das in meinem Hause, bis dass ich zu euch, zu Dir und Joseph, auf das Feld hinausginge und euch im Weinberge fände, indem Joseph den Weinberg bepfählte. Es geschah nun, als Du mich das Wort zu Joseph sprechen hörtest, begriffst Du das Wort, freutest Dich und sprachst: »Wo ist er, auf dass ich ihn sehe, sonst erwarte ich ihn an diesem Orte.« Es geschah aber, als Joseph Dich diese Worte hatte sagen hören, wurde er bestürzt, und wir gingen zugleich hinauf, traten in das Haus und fanden den Geist an das Bett gebunden. Und wir schauten Dich und ihn an und fanden Dich ihm gleichend; und es wurde der an das Bett Gebundene befreit, er umarmte Dich und küsste Dich, und auch Du küsstest ihn, und ihr wurdet eins.

Einer Symbolik von eins gewordenen Zwillingsbrüdern, begegnet man auch im Symbol des Fische-Sternzeichens, wo ja zwei Fische, die sich gegenübersehen, ein Band im Schnabel miteinander verbindet (daher ja auch das astrologische Symbol    – wobei der verbindende, horizontale Strich auf das schmale Band kleiner Sterne hinweist, dass die am Nachthimmel erscheinenden Sternbilder des nördlichen und des südlichen Fisches miteinander verbindet). So scheint also Jesus bei den christlichen Gnostikern, als eine Doppelpersönlichkeit aufgefasst worden zu sein, die zum einen Teil aus dem Heiligen Geist (dem Pneuma) auf Erden inkarnierte und anderenteils aus der stofflichen Welt (der Hyle) emporsprießte, die die Figur des »Zwillingserlösers« formen.

welches das Zwillings-Mysterium ist vom Einzigen, Unaussprechlichen […] und indem Ich König bin über das Kind der Kinder, dem Zwillingserlöser […] dann werden alle Menschen, die die Mysterien vom Unaussprechlichen empfangen, mit Mir Mitkönige sein und zu meiner Rechten und zu meiner Linken in meinem Reich sitzen.

- Aus der Pistis Sophia

Christus und Bar Abbas

Für die Astrologen unter den Gnostikern, muss dieser mythische Doppelaspekt (»zu meiner Rechten und zu meiner Linken«) eines Christus-Antichristus plausibel erschienen sein, wenn sie die Symbolik der zwei Fische, im gleichnamigen Tierkreiszeichen betrachteten und dabei einem Aufdämmern des Fischezeitalters entgegen sahen. Ist es da nicht bezeichnend, wenn die evangelischen Berichte jene Episode beschreiben, wo ein Pontius Pilatus dem versammelten Volke die Wahl lässt zu entscheiden, zwischen einem berüchtigten Gefängnisinsassen namens Jesus Barabbas – und eben dem Jesus Christus:

Was wollt ihr? Wen soll ich freilassen, Jesus Barabbas oder Jesus, von dem gesagt wird, er sei der Christus?

- Matthäus 27:16f

Wenn sich der Name »Barabbas« nun ableitet, vom hebräischen »bar abbas«, was übersetzt heißt »Sohn unseres Herrn« und der Eingangs erwähnte »Jesus Christus Gottes Sohn« ist, ergibt sich hier eine regelrecht »psychologische Anspannung«. Schaut man sich nämlich die Symbolik der beiden Fische an, wie sie etwa in der Sternkarte von Frederik de Wit (1610-1698) dargestellt sind (siehe Abbildung): dann sieht man darauf die beiden Sternsymbole der Fische nicht am Schnabel, sondern am Schwanz mit einem roten Band verbunden. Der erste Fisch (links) schaut darin zum Nordpol hin, während der zweite seinen Kopf nach Westen neigt, in Richtung Sonnenuntergang also, zur Nacht hin. Die Darstellung der Himmelskonstellation Fische bei de Wit, entspricht dabei der natürlichen Position der Sterne dieses Tierkreiszeichens, die als nördlicher und südlicher Fisch, fast rechtwinklig zueinander, ein Kreuz bilden.

Vorausahnung eines christlichen Fische-Zeitalters

Es ist bei dem Gesagten also durchaus angebracht, dass diese »in den Himmel geschriebene« Projektion, schon längst sichtbar gewesen war, als mit dem Auftreten des christlichen Erlösers, dieses neue Weltalter eingeleitet wurde. Die Wassersymbolik des Fisches aber, ist ja auch gegeben durch die Jahreszeit, während der er auch schon vor mehr als 2.000 Jahren gegenwärtigen Regenzeit Palästinas.

Kommen wir in diesem Zusammenhang aber noch einmal zu sprechen auf die gnostische Pistis Sophia. Dort heißt es im 21. Kapitel:

Es antwortete aber Jesus und sprach zu Maria: »Wenn die Nativitätssteller (Astrologen oder Weise, die den Stand der Gestirne bei der Geburt eines Menschen bestimmen) die Heimarmene (Schicksal) und die Sphaera (Kreisbahn der Plneten) nach links gewendet finden, gemäß ihrer ersten Ausbreitung, so treffen ihre Worte ein, und sie werden das sagen, was geschehen muss. Wenn sie die Heimarmene oder die Sphaera nach rechts gewendet begegnen, pflegen sie nichts Wahres zu sagen, weil ich ihre Einflüsse und ihre Vierecke und ihre Dreiecke und ihre Achtfigur gewendet habe […]

In gewissen Kreisen unter den christlichen Gnostikern schien die Astrologie eine gängige Sache gewesen zu sein, wenn sie, wie hier in der Pistis Sophia, selbst Jesus über jene »Nativitätssteller« reden lässt. So scheint die Fische-Symbolik des Neuen Testaments, eine gewisse Vorausahnung anzudeuten. Dabei steht der Christus Jesus als einer der beiden, als der vertikal nach Norden gerichtete Fisch, was einer zeitunabhängigen, ewigen und hierarchischen Sinnbildlichkeit entspricht; assoziiert man andererseits Vorstellungen von einem Damals und Morgen, einem Vergehen und Werden, mit dem, was durch den Ausschnitt einer Horizontalen gegeben ist, deren beiden Enden (oder Pole) sich vor diesem Hintergrund mit der Entscheidung zwischen Gut und Böse assoziieren ließen, könnte man daraus die Erwartungshaltung deuten, gegenüber eines Erscheinens des Antichristen in der Endzeit.

 

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Das Heilige Symbol der Vesica Piscis

von S. Levent Oezkan

Die Christus-Mandorla - ewigeweisheit.de

Überschneidet man zwei Kreise so, dass die Bögen ihrer Radien jeweils durch deren Mittelpunkte verlaufen, erhält man eine markante geometrische Gestalt, die, wegen ihrer Ähnlichkeit mit der Schwimmblase eines Fisches, der lateinische Name »Vesica Piscis« bezeichnet: die Blase des Fisches.

Zwei ihrer charakteristischen Merkmale machen aus ihr eine Form hoher Relevanz.

Zum einen erscheint die Vesica Piscis als mathematische Figur bei Euklid (im 3. Jahrhundert v. Chr.), dem berühmten griechisch-ägyptischen Mathematiker aus Alexandria. Er verwendete diese Figur zur Konstruktion eines gleichseitigen Dreiecks.

Auch der englische Geistliche John Venn (1834-1923) machte von ihren spezifischen Eigenschaften Gebrauch. Von ihm stamm das, was die Mengenlehre das »Venn-Diagramm« nennt. Für dieses Diagramm wird im Zirkel der Radius beibehalten, den man für die Konstruktion des Vesica Piscis verwendete; die Nadel aber sticht jetzt in einen der beiden Schnittpunkte der Vesica Piscis, worum erneut ein Kreis selber Größe gezogen wird. Hiermit entsteht das markante Bild des Venn-Diagramms (siehe Abbildung).

Zirkel und Winkelmaß: Werkzeuge der Freimaurer

Venn Diagramm der Farben - ewigeweisheit.de

Venn-Diagramm zur Veranschaulichung der Vermischung von Farblicht.

Es dürfte kaum verwundern, dass Zirkel (von lateinisch »Circulus«, die Kreisbahn) wie auch Lineal, seit dem Altertum für die Menschen von Bedeutung waren. Sie nämlich ermöglichen jede nur erdenkliche geometrische Konstruktion durchzuführen. Einzige Neuerung, die in den Bauhütten der Steinmetzbruderschaften eingeführt wurde, sollte der sogenannte »Rechte Winkel« sein. Dass es hier aber eine direkte Verbindung gibt zu den Bruderschaften der Freimaurer, darauf deutet ja bereits deren Emblem: Der Buchstabe »G« zwischen geöffnetem Zirkel und Rechtem Winkel (was es mit dem sibyllinischen »G« auf sich hat, dazu ein andermal mehr).

In der Freimaurerei auf jeden Fall wird die Vesica Piscis auch als Symbol verwendet, insbesondere in Form der Kragen, die von Beamten der freimaurerischen Rituale getragen wurden.

Auch die geheimen Siegel der Freimaurerlogen werden stets mit einer Vesica Piscis umwunden. Schließlich wussten sie als Kirchenbauer von ihrer spirituellen Bedeutung für die christliche Bilderwelt. Denn kaum zufällig spielt die Vesica Piscis in der dort verwendeten Symbolik, Heraldik und Baukunst, eine bedeutende Rolle. Besonders die Kathedrale im französischen Chartres, scheint viele Beispiele für die Verwendung der Vesica Piscis zu geben.

Die christliche Mandorla

In der christlichen Kunst findet man die Vesica Piscis vor allem in Darstellungen des Jesus Christus (siehe auch Titelbild), der meist aus ihr heraussteigt oder manchmal auch darin sitzt oder daraus hervortritt. So etwa enthält auch das berühmte Symbol des Ichthys (Aussprache des griechischen Akronyms »ΙΧΘΥΣ«: Jesus der Gesalbte Gottes Sohn Erlöser), das einen Fisch zeigt (typisches Symbol der Christenheit), die Form der Vesica Piscis.

Vesica Piscis, Chalice Well Brunnen im südenglischen Glastonbury - ewigeweisheit.de

Hier sieht man eine geschmiedete  Vesica Piscis, die sich auf der Innenseite des Deckels befindet, der den Brunnen Chalice Well im südenglischen Glastonbury schließt.

Aus gutem Grund also war dieses Symbol oft Gegenstand mystischer Spekulationen. Schon die Pythagoreer betrachteten die Vesica Piscis als heilige Figur. Sie benannten die Proportionen zwischen der Breite und der Höhe des Vesica-Piscis-Diagramms, in einem Verhältnis von 265: 153, was einer sehr guten Annäherung an die mathematische Quadratwurzel aus 3 entspricht: einem Faktor, der sich ergibt aus der Höhe zwischen der Linie der beiden Kreismittelpunkte (linker und rechter Kreis zur Konstruktion der Vesica Piscis) und dem Schnittpunkt der beiden Kreise.

Interessant dabei ist, dass der Teiler 153, eine bedeutende Zahl in der christlichen Mystik darstellt. Man findet die Zahl 153 zum Beispiel im Evangelium Johanni 21:11:

Da stieg Simon Petrus ans Ufer und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht.

Diese Zahl jedoch hat noch weitere numerologische Bedeutungen in der christlichen Mystik, auf die an dieser Stelle jedoch nicht eingegangen werden kann (siehe aber im Lehrbuch der Numerologie von Johan von Kirschner).

Als Mandorla bezeichnet (lateinisch für »Mandel«), steht die Vesica Piscis als Symbol für den sichtbaren Ausdruck der Licht- und Heilskraft Christi. Als solche war sie im Mittelalter heiliges Sinnbild für alles Gottes- und Weltverständnis.

Ihrer Form gemäß lässt sich die Vesica Piscis durchaus auch als stilisierte Vulva interpretieren, wo sie quasi als Ursprung allen Lebens gilt (wie insbesondere Mariens Geburt des Heilands).

Im südenglischen Glastonbury (manche nennen den Ort »Avalon«), das ganz bedeutend ist für die Sage um König Artus, Morgan Le Fey und auch die Gralslegende, findet sich eine stilisierte Version der Vesica Piscis: da nämlich ist sie eingearbeitet in den Deckel eines Brunnens mit dem Namen »Chalice Well« (englisch für »Kelchbrunnen«, das heißt also »Brunnen des Grals«).

 

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