Sirius

Besuch der Großen Pyramiden von Gizeh

Besuch der Großen Pyramiden von Gizeh

Cheops-Pyramide und Sphinx - ewigeweisheit.de

Nur wenige antike Bauwerke umschweben so dichte Nebel aus Sagen, Vermutungen und Behauptungen, wie die großen Pyramiden. Eine Zeit lang war es sehr populär über die gewaltigen Monumente am Nil zu erzählen. Die Esoterik-Szene ließ kein Härchen an diesem vermeintlich haarigen Monster, dass die okkulten Geheimnisse über die Pyramiden von Gizeh, uns bisher anscheinend nur vorenthielt.

Heute aber erscheinen immer wieder neue Erklärung für das Entstehen, die Funktion und die wirkliche Bedeutung dieser drei größten Bauwerke der Antike. Nur leider widersprechen sie sich viel zu oft.

Phänomenal an den vielen Legenden und Theorien zu den großen Pyramiden bleibt, dass bis heute einfach immer noch keiner das Warum und noch viel weniger das Wie dieser Bauwerke tatsächlich und plausibel beantworten kann. Und es wurde so viel Gerede und Getöse um sie gemacht, dass manche wohl schon abwinken, wenn man auf die Pyramiden von Gizeh zu sprechen kommt.

Doch wie auch alle anderen Forschungs- und Wissensgebiete ihre Gezeiten haben, trifft das auch zu auf diese Monumente. Mal ist da wieder Offenheit, damit bei einem, wie ich gerade selbst hoffe, nochmal Neugierde entfacht wenn die Frage aufkommt: Warum stehen diese denkwürdigen Bauwerke dort in Ägypten?

Die erste Antwort darauf birgt an sich die Erkenntnis darüber was die Pyramiden alles nicht sind, um zu verstehen was ihre Bedeutung sein könnte. Damit meine ich die Widerlegung angenommener Thesen und ein damit einhergehender »Beweis durch Widerspruch«, mit dem Ziel die eigentliche Dimension ihres Sinns, aus dem Gerippe rein profaner Annahmen zu befreien und sie auf eine Art abzubilden, die ihnen auch gebührt.

Auf dem Gizeh-Plateau (Ägypten) - ewigeweisheit.de

Auf dem Gizeh-Plateau in Ägypten. Die wirkliche Größe der Pyramiden lässt sich erahnen, wenn man die winzigen Menschen am äußersten Saum des Bauwerk anschaut. Der in diesem Foto sichtbare Abschnitt, der einen Ecke der Pyramide, erreicht nur etwa ein Drittel der tatsächlichen Höhe der Pyramide!

Auf dem Gizeh-Plateau (Ägypten) - ewigeweisheit.de

Komischer König Cheops

Alles fängt in Gizeh dabei an mit den Mutmaßungen von Archäologen. Was sie bisher aus den Tiefen der Unwissenheit an die Oberfläche der Wissenschaft befördern konnten, soll unser Ausgangspunkt sein. Denn was sie uns da an alt-ägyptischer Sachkunde zu vermitteln versuchen, ist so zäh und undurchdringbar, dass sich daraus schon fast die Fundamente für eine Theorie errichten lassen, die eigentlich gar nichts mehr mit den Pyramiden selbst zu tun haben. Alle Archäologen möchten mir diese fiese Unterstellung bitte vergeben.

Doch nicht nur dass es fantastisch viele Arbeiten von Archäologen über die Gizeh-Pyramiden in den vergangenen zwei Jahrhunderten gab: Mit den Forschungsergebnissen, die sowohl Wissenschaftler als auch Pseudowissenschaftler liefern, scheinen mittlerweile immer skurrilere Facetten von Annahmen einander die Stirn zu bieten.

Schon als man zuerst in Europa versuchte das Phänomen der Pyramiden zu erklären oder sie in Beziehung setzen wollte mit Personen und geschichtlichen Ereignissen, ging all das immer mit Grotesken einher.

Zu einem der aus meiner Warte absurdesten Bezüge, zählt dabei sicherlich die Namensgebung der höchsten der drei Großen Pyramiden, die den Namen »Cheops-Pyramide« trägt.

In einer Kammer dieses Bauwerks fand man Anfang des 19. Jahrhunderts Graffiti mit diesem Namen Cheops, eine moderne Form des Namens von Pharao Khufus, der vor mehr als viereinhalbtausend Jahren im Alten Reich Ägyptens regierte und heute offiziell als Erbauer der großen Pyramide von Gizeh gilt.

Man schlussfolgerte nun, er hätte mit diesem Monument sein Grab erbaut, nur weil man zufällig in dieser und jener Ecke, undatierte Gekritzel mit seinem Namen Cheops fand.

Der englische Ägyptologe Richard William Howard Vyse sprengte eine Bresche in die Südseite der Pyramide, da er davon ausging im Innern mehr zu finden. Ob seine Hauptmotivation dafür die Suche nach Goldschätzen war, sei einmal dahingestellt, denn Gold will er darin tatsächlich gefunden haben. Nur was darin sonst noch zum Vorschein kam, hätte seinem Ruf als Archäologen wohl kaum etwas gebracht, denn er wusste nicht wofür die darin zum Vorschein gekommenen Kammern eigentlich gedacht waren. Manche glauben darum, dass er selbst den Namen Cheops dort in den Stein kratzte, zumal die Hieroglyphen dafür anscheinend falsch geschrieben sind.

Selbst aber wenn, wie von Vyse angenommen, vor langer Zeit die Bauarbeiter die Graffiti mit dem Namen Cheops dort hinterließen, was sollte das bezwecken? Wollten sie sich daran erinnern, für wen sie eigentlich die Pyramide bauten?

Bis heute scheinen die Graffiti der eindeutige Beweis dafür zu sein, um logisch schlussfolgern zu können und um damit weitere Studien herzuleiten, die bis heute als Ausgangspunkt für weitere Forschungsansätze dienen, trotz das man nie einen Leichnam oder irgendwelche Grabbeigaben in den vollkommen versiegelten Pyramiden fand, die auch nur den Anschein eines Bezugs zu dem besagten König haben könnten, nennt sie die Wissenschaft weiterhin »Pyramide des Cheops«.

Die Marsianische Stadt

Über diese Informationen nachsinnend saß ich in meinem Flugzeug nach Kairo. Draußen war es bereits dunkel. Man sah dann aber wie wir uns allmählich der Metropole näherten. Das Bild dass sich uns da zeigte war wirklich fantastisch. Bald schien der gesamte Horizont in der Ferne von unzähligen Lichter und Laternen übersät zu flimmern, so weit das Auge reichte. Es schien als befänden wir uns im Landeanflug auf eine galaktische Stadt.

Die Abwicklung am Flughafen erfolgte unkompliziert und ich erhielt schnell mein Touristenvisum. Von dort nahm ich ein Taxi nach Gizeh, wo sich mein Hotel befand. Der Taxifahrer war ein freundlicher, hilfsbereiter, älterer Mann, der einen kleinen schwarzen Turban trug und in eine graublaue Galabea gekleidet war, dem typischen, arabischen Kleid mit Kapuze für Männer. Ziemlich archaisch, doch nicht ungewöhnlich für Kairo.

Er fragte mich in gebrochenem Englisch woher ich komme und nachdem ich ihm meine Herkunft verriet, lächelte er mich mit seinen verbliebenen Zähnen im Mund an und reichte mir die Hand. Ein Taxifahrer in Ägypten der Englisch kann. Irgendwie seltsam, denn mir war das seitdem nie wieder passiert.

Er bot mir gleich eine Zigarette an, doch ich lehnte dankend als Nichtraucher ab. Er zwinkerte und lächelte, während er mich dabei wissen ließ, dass in Ägypten ja sowieso alle rauchen, was sich in den kommenden Tagen für mich auch so bestätigte. Als Tabakabstinenzler waren ich und vielleicht andere Touristen in der Minderheit.

Oft war ich in Ägypten in den vergangenen Jahren. Ein wahrlich besonderes doch auch sonderbares Land, ein Ort der Begegnung afrikanischer, asiatischer und auch europäischer Kultur. Schließlich waren die alten Ptolemäer-Könige Griechen und Ägypten lange Zeit ein Weltzentrum der Gelehrsamkeit, allen voran wohl die nordägyptische Hafenstadt Alexandria.

Kairo, auf arabisch Al-Qahira, die heutige Hauptstadt des Landes, nennen die Ägypter die »Mutter aller Städte«. Dort nämlich soll mancher Meinung nach die erste städtische Zivilisation unseres Planeten entstanden sein. Ihren Namen aber erhielt die Stadt vom Planeten Mars, den die Ägypter »An-Najm Al-Qahir« nennen: den Stern der Eroberer. So ist Kairo also die »Stadt des Mars«. Als ich darüber zum ersten Mal laß, war ich schon ein wenig verdutzt.

Wer aber erbaute diese uralte Stadt nun wirklich?

Heiliger Berg Parnass in Mittelgriechenland - ewigeweisheit.de

Das Cydonia-Hochland auf der nördlichen Hemisphäre des Planeten Mars (Foto: NASA). Oben sieht man das berühmte Marsgesicht, südlich davon, hier unten im Bild, pyramidenförmige Felsen. Die Pyramide rechts unten hat eine ungefähre Breite von etwas mehr als drei Kilometern. Bei Ufologen der Moment, in dem die Alarmglocken läuten!

Sklavenarbeit in Hochpräzision?

Zumindest waren Kairos Erbauer wohl nicht jene, die sich angeblich am Bau der Pyramiden von Gizeh beteiligten. Die nämlich sollen einfache Sklaven gewesen sein.

Wie uns der griechische Geschichtsschreiber Diodor von Sizilien mitteilte, halfen 360.000 Mann beim Aufbau der Cheops-Pyramide. Angeblich errichteten sie riesige Erdwälle, auf denen dann die gigantischen Steinquader immer weiter nach oben zogen wurden, um sie an dem für sie vorgesehenen Platz zu positionieren.

Unter Peitschenhieben gequält, schoben die Männer angeblich diese monströsen Quader aus Stein, zentimetergenau in die gewünschte Lage, was zu Hunderten, mit striemigem Rücken, bei erbärmlich praller Hitze und brennendem Sonnenlicht, ganz akkurat durchgeführt werden musste.

Ich gebe zu, hier kamen mir gewiss die Bilder des in den Fünfzigern entstandenen Monumentalschinken »Sinuhe der Ägypter« von Michael Curtiz in den Sinn. Woran denken Sie, wenn es um 360.000 Sklaven geht die die Pyramide zu Ehren Cheops erbauen mussten? Wohl kaum etwas, dass sich nicht auch Diodor vorgestellt haben musste, denn alles was er dazu aufschrieb, entstammte seiner Phantasie, lebte der Mann doch mehr als 2.000 Jahre nach dem eigentlichen Bau der Pyramide!

Wusste Diodort aber noch etwas wovon wir nichts wissen und schwieg nur darüber?

Ich selbst begann zum ersten Mal zu zweifeln an der Sklavenarbeit, als ich erfuhr wo diese riesigen Steine vielleicht herkamen. Manche meinen nämlich man hätte sie aus dem »nahe gelegenen« Mukattam-Gebirge nach Gizeh gebracht. Schön und gut. Nur wie holte man die gigantischen Steine von 2.500 Kilogramm, damals aus mehr als 23 Kilometern Entfernung auf das Gizeh-Plateau? Zu Fuß benötigt man für so eine Strecke ungefähr vier oder fünf Stunden. Wie in aller Welt aber brachte man von diesen Zweieihalbtonnern ganze 2,3 Millionen Stück auf das Gizeh-Plateau und das »nur« für eine der drei großen Pyramiden?

Man ließ sich wohl viel Zeit. Sehr viel Zeit. Oder?

Selbst wenn man 500 Jahre lang jeden Tag damit zugebracht hätte, wären es täglich mehr als 30 Tonnen Gestein gewesen, die man aus 23 Kilometern Entfernung hätte ankarren müssen – auf das Gizeh-Gelände, durch Felsklüfte und Täler, entlang von Berghängen, zu Hunderten buckelnd an Seilen zerrend. Laut Diodor aber verlief der Bau der Pyramiden in gerade einmal 20 Jahren!

Doch selbst in dieser Zeit hätte man pro Minute einen dieser zweieinhalb Tonnen schweren Steinquader verbauen müssen, um in 20 Jahren das Bauwerk zu errichten. Das heißt also, alles musste 25 mal so schnell erfolgen wie eben dargestellt. Somit hätten die Sklaven täglich 750 Tonnen Gestein aus der Ferne anrücken müssen. Pro Mann hätten da also pro Minute im Schnitt etwa vier Tonnen Steinmasse bewegt werden müssen. Machbar? Niemals. Selbst wenn jeder der Sklaven einen eigenen Kran besessen hätte, wie sollte er damit pro Minute einen solchen Stein bis letztendlich auf fast 140 Meter Höhe anheben?

Man fand außerdem nie irgendwelche Werkzeugüberreste, die bei einem solchen Aufgebot an Arbeitern, wohl sicherlich irgendwo zurückgeblieben wären. Weder Hebe- noch Zugwerkzeuge wurden gefunden; und selbst heute, wenn man dazu neueste Technik verwendete, ist dieses Werk vom Bau der großen Pyramiden von Gizeh, nach den üblichen Vorstellungen einfach nicht zu machen.

Man muss sich vor Augen führen: Die jeweilige Neigung der vier Seiten der großen Pyramide beträgt 52 Grad, was einem Gefälle von 115% entspricht. Ohne entsprechende Rampen, hätten die Steine niemals durch Bauarbeiter an ihren Ort gebracht werden können. Doch das mit dem Vorschlag, dass dort Erdrampen aufgeschüttet wurden, ist eigentlich hinfällig, zumal das dafür benötigte Material noch größerer Mengen bedurft hätte.

Doch damit immer noch nicht genug. Denn die Steine waren ja nicht einfach nur lose Brocken die dort im Mukattam-Gebirge herumlagen. Man musste einen gesamten Berg abtragen, Stück für Stück, in exakt ausgeschnittenen Teilen, die hinterher in Gizeh auf ebenso unerklärliche Weise wieder zusammengesetzt wurden, dann aber als perfekt gestaltete Pyramide, die außerdem noch mit einer vollkommen glatten Schicht versiegelt war, so dass man sie wohl sicher bis an die Küste des Mittelmeeres und weit ins Landesinnere Alt-Ägyptens, im grellen Sonnenlicht glitzern sehen konnte.
 

Man kann viel über die Gizeh-Pyramiden in Büchern lesen und sich Fotos dazu ansehen; man kann nette Berichte im Fernsehen schauen und namhafte Wissenschaftler Powerpoints zeigen lassen. Wer aber schon einmal selbst vor den Pyramiden stand und über einigermaßen gesunden Menschenverstand verfügt, der wird wohl zweifellos zugeben müssen, dass es sich hier um eine Dimension der Wirklichkeit handelt, deren Ausmaße jenseits allen Urteils liegen.

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Sternbilder Sirius und Orion

Auch wenn das Genannte eigentlich noch zu den absurderen Theorien zählt, ist für mich das Phänomen, dass die Pyramiden anscheinend einen kosmischen Bezug zu den Gestirnen aufweisen. Aber genau da liegt der Knackpunkt, der für manche eher unwissenschaftlich arbeitende Forscher eben auf der Tatsache basiert, dass nicht Menschen diese Bauwerke dort errichteten.

Wer aber dann? Waren es höher geartete Wesen einer Zivilisationen, aus einem anderen Sonnensystem? Oder etwa die Baumeister einer alten Menschheitszivilisation vom Mars?

Natürlich stelle ich diese Frage mit einem gewissen Stirnrunzeln. Doch angenommen es gab eine Zivilisation damals, die von, sagen wir, höher entwickelten Kreaturen beherrscht wurde, scheinen die Pyramiden für ihre Mitglieder zu einem wohl eher überweltlichen Zweck erbaut worden zu sein. Und überweltlich heißt hier, dass es Bauwerke sind die den Göttern geweiht einen Zweck erfüllen sollten. Doch mit welcher Absicht?

Eine Theorie besagt, dass es sich, bei den drei großen Pyramiden von Gizeh, um ein Abbild der Gürtelsterne Orions handelt. Denn die drei hellsten Sterne dieses astrologischen Zeichens stehen im verhältnismäßig selben Abstand zueinander wie eben die ägyptischen Pyramiden auf dem Gizeh-Plateau erbaut wurden. So wie die drei hellsten Sterne des Orion, befinden sich also auch die Pyramiden in Gizeh zueinander, wovon eine jedoch etwas versetzt zu den anderen beiden ist.

Selbst aber man erklärte damit die Anordnung der Form ihrer Platzierung im sogenannten Gizeh-Plateau, bleiben unzählige Fragen unbeantwortet. Dazu zählen sicherlich die verborgenen Schächte in der Cheops-Pyramiden, die sich Howard Vyse damals eben mal freibombte, denn eigentlich war das gesamte Gebäude vollkommen unzugänglich. Weder besaß es einen überirdischen noch einen unterirdischen Eingang, was im Übrigen auch für die anderen beiden Pyramiden gilt. Wegen ihrem Gefälle von 115% und ihrer glatten Oberfläche, konnte man auch nicht an ihnen hinaufsteigen. Damit waren die Pyramiden vollkommen abgeschlossene, unerklimmbare Monumente überirdischen Ausmaßes und damit allein auf ihre Funktion reduziert.

Da stellt sich erneut die Frage: Welchen Zweck erfüllten sie und welche Rolle spielten die großen Pyramiden von Gizeh für ihre Erbauer?

Heiliger Berg Parnass in Mittelgriechenland - ewigeweisheit.de

Eine Darstellung der sogenannten Orion-Korrelationstheorie (Bildquelle: Wikimedia CC BY-SA 3.0). Die Kanten der Pyramiden-Positionen in Gizeh wurden hier über die drei hellsten Sterne Orions gelegt, womit man zu einem recht beeindruckenden Zusammenhang zwischen Gizeh und dem Sternbild Orion kommen könnte. Alles nur Zufall?

Pyramiden in der Freimaurer-Symbolik

Der fehlende Schlussstein auf der Spitze der Cheops-Pyramide aber sollte in die Symbolik übergehen, die heute der Bruderschaft der Freimaurer zugeschrieben wird. Sie steht da für das unvollkommene das auf Vervollkommnung ebenso wartet und danach strebt, wie ein Neophyt der aufgenommen wurde in eine Loge. Und was waren die Logen? Es waren die Bauhütten jener weisen Architekten und Handwerker, die die heiligen Gebäude Europas errichteten, wie Klöster, Kirchen und Kapellen.

So wie diese sogenannten Gotteshäuser in Europa erbaut wurden, im selben Sinne sollen die Pyramiden ihren rein spirituellen Zweck erfüllt haben. Das man sie auch als Beerdigungsstätten vermutet, liegt wohl ganz einfach daran, dass die Ägypter einen ausgeprägten Totenkult pflegten, wo man etwa die Herrscher mumifizierte, damit ihre Seele nach dem Tod ihren Leib wieder beziehen konnte, um auf der Erde unter ihren einstigen Zeitgenossen fortzuleben.

Auch im Einweihungsritus der Freimaurer, spielt der Tod eine ganz zentrale Rolle.

Doch allein hierzu, zu diesem Thema der Auferstehung der Pharaonen nach ihrem Tod, wurden unzählige Bände verfasst, wo auch immer wieder Bezug genommen wird auf die eigentliche und ursprüngliche Funktion der Gizeh-Pyramiden.

Trotzdem bleiben diese Bauwerke ein Phänomen, auf das keine eindeutige Antwort gegeben werden kann. Zumindest nicht heute. Dass die verschiedenen Theorien die dazu im Umlauf sind, sich teils vehement widersprechen, zeigt, dass keiner so recht behaupten kann er wüsste über ihre wahre Bedeutung und wofür sie in Wirklichkeit errichtet wurden.

Die Tatsache dass es keine eindeutige Antwort für dieses Wie, Warum und Wofür dieser Monumente gibt, doch stattdessen unzählige Vermutungen, die sich oft auch widersprechen, scheint es umso mehr ein Bedürfnis zu sein, trotzdem nach Antworten zu suchen.

Gleichermaßen wissenschaftliche und pseudo-wissenschaftliche Forschungsergebnisse, regen die Phantasie weiter an. Beide machen für sich jeweils Sinn. Die universale Lösung des Pyramiden-Phänomens konnte bisher zumindest keiner liefern.

Wer aber schon einmal dort auf dem Gizeh-Plateau gestanden hat, dem scheinen sich manche Fragen wie von selbst zu beantworten – oder, anders ausgedrückt: So jemand erhält Antworten auf Fragen die er nie gestellt hat, doch ihn wie von innen heraus, tatsächlich bereichern. Schließlich wirkt die Symbolik hinter den Pyramiden weit hinein in die Urgeschichte unserer westlichen Kultur und ist damit etwas, dass einem tief liegenden Bewusstsein zu Grunde liegen dürfte.


 

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Reisetipps

Die Pyramiden von Gizeh sind mit dem Taxi zu einem angemessenen Preis zu erreichen, was sicherlich die schnellste und komfortabelste Methode ist. Eine einfache Fahrt vom Tahrir-Platz kostet zwischen 40 und 50 Ägyptische Pfund. Ein Taxi vom Bahnhof Gizeh kostet um die 50 Ägyptische Pfund, sollte aber theoretisch bis auf 30 Ägyptische Pfund verhandelbar sein (Stand 2016).

Vorsorglich soll hier aber auch darauf hingewiesen werden, dass Ägypten eines der gefährlichsten Länder in Bezug auf Verkehrsunfälle ist. Auch gibt es eine leichte Sicherheitswarnung des Auswärtigen Amts hinischtlich möglicher Demonstrationen die jederzeit auftreten könnten. Allerdings kam es dazu in den vergangenen Monaten (Stand 2019) nicht.

Grundsätzlich muss zu Ägypten dazu gesagt werden, dass eine Reise in das Land, doch insbesondere nach Kairo und auf das Gizeh-Plateau immer mit einer eigenen Erfahrung verbunden ist, denn viele Ägypter sehen in Touristen die Möglichkeit Geld zu verdienen. Wundern Sie sich also nicht, falls Sie gerade über das Gizeh-Plateau wandern und sie plötzlich ein angeblicher Polizist anhält und Ihren Pass sehen will. Eher wohl handelt es sich um jemanden der ihnen etwas verkaufen möchte. Dieses Verhalten aber ist in Ägypten, einem der ärmsten Länder der Welt, nichts Außergewöhnliches. Und Sie sollten sich, dessen bewusst, einfach entspannt mit so einer Situation umgehen lernen.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Kairo

  • Ägyptisches Museum
  • Al-Azhar Moscheee
  • Altstadt Kairos
  • Khan Al-Khalili Suq-Markt
  • Zitadelle auf den Mokattam-Hügeln
  • Sultan Hassan Moschee
  • Museum für Islamische Kunst
  • Ibn Tulun Moschee
  • Al-Azhar-Park mit Blick über die Altstadt Kairos
  • Zamalek-Viertel
  • Al-Hakim Moschee

Ursprung der Sternen-Kulte bei den Völkern des Westens

Ursprung der Sternen-Kulte bei den Völkern des Westens

Sternenreligion - ewigeweisheit.de

Wenn wir uns in der Geschichte zurückbewegen in jene Zeit wo die ersten Menschen im alten Zweistromland siedelten, so finden wir hier die Ursprünge von Landwirtschaft und Viehzucht, die sich anscheinend von dort über die gesamte alte Welt ausbreiteten. Insbesondere aber für die Bedeutung der Kulturentwicklung im Westen, war diese Entwicklung maßgeblich.

Vor 12000 Jahren

Vor dieser Zeit lebten die Menschen allein als umherziehende Nomaden, die Jagd betrieben und Nahrung in Form von Früchten und Pflanzenwurzeln sammelten. Um 10000 v. Chr. aber ereignete sich etwas Sonderbares: Plötzlich begann man Vieh zu halten und Äcker zu bepflanzen. Wer aber Felder besät, muss sich in ihrer Nähe aufhalten. Denn wer nach der Aussaat sich auf Wanderung begäbe und erst nach einer gewissen Zeit zurückkehrte, um zu ernten, dem wären hungrige Vögel und andere Tiere bereits zuvor gekommen.

Landwirtschaft zwang die Menschen also in die Sesshaftigkeit, denn die Äcker wollten bestellt werden. Das heißt, man muss sie in Ordnung halten, den Boden düngen und für Bewässerung sorgen, Unkraut jäten, Schädlinge entfernen und wilde Tiere davon abhalten das Erntegut zu abzufressen.

Aus dieser kulturtechnisch ergebenen Sesshaftigkeit, entwickelte sich im Laufe der Jahrtausende dann das, was man heute als die Wirtschaft bezeichnet. Sie basierte anfangs auf reinem Tauschgeschäft. Mit der Erfindung der Zahlen und dann der Buchstaben, ergab sich die Grundlage für eine abstraktere Ebene des Handels, was zur Entwicklung des Geldes führte.

Mit der Sesshaftigkeit auf jeden Fall, ging ein schneller Zuwachs der Bevölkerung einher. Und damit sahen sich die Menschen mit vollkommen neuen Herausforderungen konfrontiert. Denn wo viele Menschen in Gemeinschaft wohnen, muss eine gewisse Ordnung herrschen, damit das Zusammenleben auch sinnvoll funktionieren kann.

Es entwickelten sich also die Zünfte, denn für jede Sache benötigte man Fachleute, die sich um bestimmte Aufgaben in der Gemeinschaft kümmerten. Manche davon mögen die Äcker gedüngt haben, andere trieben Handel mit den produzierten Waren, die sich zu Beginn der Städtekulturen aber insbesondere auf landwirtschaftliche Produkte beschränkten und die man mit anderen Kulturzentren tauschte.

Je größer aber eine Gemeinde wurde, desto eher tendierten die Mitglieder dazu eine Herrscherklasse als Regenten einzusetzen. In deren Verantwortung stand die Ausgestaltung von Regeln, deren Durchsetzung und Einhaltung den Mitgliedern einer Siedlung oblag. Das war die Geburt der ersten Stadtstaaten.

Um das Zusammenleben tragfähig zu gestalten, ordnete man die Gesellschaft der Siedlung in vier Kasten:

  • An der Spitze saßen die Regenten.
  • die Priester, die die Verbindung zum Himmlischen aufrecht erhielten, sich der Fragen der Menschen annahmen, hinsichtlich ihrer Traumgesichte, der Mythen und der Kenntnisse der geistigen Welt, waren auch für die Weihe der Regenten verantwortlich.
  • Händler und Kaufleute sorgten für die Verteilung von Gütern in den ersten Staaten.
  • Bauern und Viehzüchter, lieferten Nahrungsmittel und Rohstoffe, die die Siedler zum Leben brauchten.

Alle von ihnen aber dienten dem selben Mittelpunkt und das war das Zentrum der Stadt. Siedlungen und Äcker der ersten Städte, waren in einem kreisförmigen Muster um das Stadtzentrum angeordnet. Was sich dort im Mittelpunkt befand, dürfte von Stadt zu Stadt natürlich unterschiedlich gewesen sein, doch mehr oder minder war es immer ein besonderes Heiligtum, das man in den Anfängen, dort als großen Stein oder Fels aufstellte oder als Baum pflanzte.

Çatalhöyük – ewigeweisheit.de

Die historische Stadt Çatalhöyük in Anatolien: Weltweit älteste Ausgrabungsstätte einer alten Siedlung aus dem 7. Jahrtausend v. Chr. (Çatalhöyük, Foto von Omar Hoftun, CC BY-SA 3.0)

Vor 10000 Jahren – Zwei Entwicklungslinien: Matriarchal und Patriarchal

Man siedelte in alter Zeit meist an Flussläufen oder in den Tälern der Hochgebirge. Wo sich Getreide züchten ließ, betrieb man Landwirtschaft. In weiten Weideländern aber hielt die Hirtenvölker ihr Vieh, die damit das alte Nomadentum beibehielten.

Ab etwa zwischen dem 8. und 7. Jahrtausend v. Chr., ereignete sich eine Trennung der Geschlechterdominanz in den ersten Gemeinschaften. Die nomadisch lebenden, viehzüchtenden Menschen waren männlich geprägt. Man war hier darauf bedacht, die eigene Herde zu schützen, sie zusammenzuhalten und gegen fremde Herden abzuwehren. Insbesondere mit dem Töten oder Schlachten der Tiere, formte sich in patriarchal-nomadisch geprägten Gesellschaften ein Kriegertum.

Mühsamer dagegen war anfänglich die Arbeit im Ackerbau, die natürlich ganz eng an die Erde gebunden ist. Und dieses Element ist dem Matriarchat zuzuordnen. Denn die Mutter bringt Leben hervor, so wie die Äcker das gepflanzte Getreide. In dieser Form der Landwirtschaft dominierte anfänglich also das Weibliche.

Vor 8000 Jahren – Drei Volksgruppen im Nahen Osten

Wo man Landwirtschaft betrieb, lebten die Menschen oft in den Flussgebieten und in den Tälern der Hochebenen. Ihnen war die Erde heilig und so verehrte man Gottheiten, die Sinnbilder einer Weltenmutter waren.

Die anderen beiden Volksgruppen bildeten zwei große Hirtengemeinschaften:

  • Eine nördlichere Gruppierung bildeten die Indoeuropäer, die sich von südlich des nördlichen Polarkreises, hin über die Nordhalbkugel ausbreiteten. Sie hielten Rinder und domestizierten später auch das Pferd. Das Pferd natürlich brachte diesen Menschen eine militärische Überlegenheit gegenüber anderen Völkern.
  • Die andere Gruppierung lebte in den syrisch-arabischen Wüsten, die sich von oberhalb des nördlichen Wendekreises hin über die Nordhalbkugel ausbreiteten. Aus ihnen gingen die Völker der Semiten hervor. Diese Nomaden lebten insbesondere als Schaft- und Ziegenhirten, die später das Kamel domestizierten, dass dann, wie bei den Indoeuropäern das Pferd, auch hier in Kriegsszenarien eingesetzt wurde.

Sowohl die Nomaden des Nordens, wie auch diejenigen, die als Semiten in den alten syrischen und arabischen Wüsten lebten, versuchten allmählich die sesshaften, matriarchal geprägten, eher friedlich zusammenlebenden Gemeinschaften immer mehr zu verdrängen. Im 6. Jahrtausend v. Chr. begann man darum in sesshaften Gemeinschaften, Siedlungen einzuzäunen und Mauern zu errichten, um sich vor den nomadischen Völkern zu schützen. Denn sowohl Indoeuropäer, wie auch die Semiten, waren recht unbarmherzige Krieger.

Sargon von Akkad – ewigeweisheit.de

Bronzekopf des alt-semitischen Königs in Mesopotamien: Sargon von Akkad (2356-2300 v. Chr.). Die Beschädigung an der Augenpartie erfolgte bereits in historischer Zeit.

Vor 4000 Jahren – Wachsender Einfluss der Kriegerkaste

Ab einem gewissen Zeitpunkt, entwickelten sich die Gemeinschaften der maskulin geprägten Hirtenvölker zu Herrschern über die Siedler der Ackerbaukulturen.

Um 2300 v. Chr. tauchte dann ein Name auf, mit dem eine neue Ära in der Geschichte Mesopotamiens beginnt: der semitische Monarch Sargon von Akkad, der mit seinen Gefährten aus westlichen Ländern kam. Dann im 2. Jahrtausend v. Chr. erbauten die Sumerer die großen Zikkurat-Bauwerke, zu denen man auch den berühmten, in der Bibel erwähnten Turm zu Babel zählen könnte.

Damit ereignete sich gewissermaßen eine Erneuerung der gesamten westlichen Zivilisation. Das war auch die Zeit des großen Priesterkönigs Gudea von Lagaš (siehe Bild, ganz oben), Herrscher über die Reiche von Sumer und Akkad. Damals entstanden viele wichtige sumerischen Texte, die diesen uralten Wandel der westlichen Menschheit dokumentieren.

Das war auch die Zeit, als zum ersten Mal das Symboltier der gehörnten Schlange auftaucht. Auf der sogenannten »Vase des Gudea von Lagaš«, erscheint dieses Bild auf einem sumerischen Rollsiegel. Man sieht darauf jene ineinander umschlungenen, sich nach oben windenden Reptilien, die später anderen Göttern wie Hermes, Asklepios aber auch dem jüdischen Propheten Moses als Attribute dienten.

In der Zeit um 1750 v. Chr. entsteht das heute älteste bekannte Epos über den alt-babylonischen König von Uruk, den sagenumwobenen Gilgamesch. Das Gilgamesch-Epos stammt aus einer Zeit, wo einst auch Abraham mit seiner Frau zu einer großen Wanderung aufbrach, was darum als Geburtsstunde des jüdischen Volkes angesehen werden kann.

Vor 3000 Jahren – Entstehung einer Sternen-Religion

Das Zentrum der alten Siedlungen und ersten Städte, bildete wie bereit angedeutet, zuerst ein aufgerichteter Felsen oder ein Baum. Später wurde dieser aber durch einen Tempel ersetzt. Auch in kleineren Städten Europas, hat sich über die Jahrtausende hinweg dieser uralte Brauch erhalten. Denn noch heute befindet sich der Marktplatz dort, wo sich auch die Kirche im Zentrum des Ortes befindet.

Es war immer die Kunde vom rechten Glauben, an den alle gemeinschaftlichen Werte geknüpft waren. Und das war die Aufgabe der Priesterklasse. Sie auch waren jene, die die Schrift und die Zahlensymbole systematisierten. Natürlich verwendete man diese Symbole zuerst, um wirtschaftliche Ein- und Ausgänge zu notieren, doch später auch, um die beobachteten Bewegungen der Himmelskörper zu dokumentieren.

Solche Himmelsbeobachtungen bildeten dann also die Grundlage für die kulturelle Einwicklung einer Gesellschaft – wobei hier das Wort »Kultur« in seinem ursprünglichen Sinne zu verstehen ist, nämlich dem lateinischen cultura entsprechend: dem Ackerbau. Die Priesterschaft verfügte über ein Wissen, von dem man die Zeiten für die Aussaat ableiten konnte. Im alten Ägypten später, war etwa auch, der sich einmal jährlich ereignende Aufgang des Sirius, kurz vor Sonnenaufgang, von essentieller Bedeutung, denn dieses Ereignis zeigte an, dass der Nil sein Hochwasser führt und damit fruchtbarer Schlamm über die Äcker schwemmte. Kenntnisse dieser Vorgänge, wo von den Himmelsbewegungen abgeleitet wurde, wie sich das Agrarjahr entwickelt, besaß damals ausschließlich die Priesterkaste.

Nun waren insbesondere die klassischen Planeten von Relevanz. Denn während sie sich durch den himmlischen Tierkreis bewegen, bringen sie gewisse störende Einflüsse in den Lauf der sogenannten »Sphärenharmonie«. In dieser Erkenntnis fing man damit an, planetarische Einflüsse anhand mathematischer Formeln ganz genau zu berechnen, um sie in Zukunft vorhersagen zu können.

In dieser Entwicklung der Astronomie, kam es zu einer vollständigen Umformung der alten Mythen und Legenden, über die Götter und ihre Gesandten – wozu im alten Ägypten etwa der Gott Osiris, die Göttin Isis und ihr Sohn Horus zählten, oder bei den alten Griechen Dionysos als Sohn des Himmelsvaters Zeus eine Rolle spielte. Das Wichtige in dieser, man könnte fast schon sagen, »revolutionären religiösen Entwicklung« war, dass sich die Menschen von den irdischen Kulten allmählich lösten und ihren Gottesglauben neu auf das Himmlisch ausrichteten. Denn in den noch matriarchal geprägten Kulten, in den Jahrtausenden zuvor, galten besondere Tiere oder Bäume als verehrungswürdige Objekte oder es waren bestimmte, sogenannte »Kraftorte«, an die sich die Menschen begaben, um dort ihrer Gottheit zu huldigen. Jene Kraftorte, wurden später dann immer mehr in die Himmelskulte integriert, so dass sie zum spirituellen Bindeglied zwischen der irdischen und der himmlischen Welt fungieren konnten.

Die Vorstellung einer kosmischen Ordnung aber, führte die Menschen von der irdisch bezogenen Gottesvorstellung zu etwas vollkommen Neuem: Die Gottheit befand sich als Lenker der Gestirne und der damit zusammenhängenden Vorgänge im Jahreslauf, außerhalb des Erdkreises, jenseits und unerreichbar für den Menschen im Himmel. Alle von da an entstandenen Hochkulturen, beugten sich damit einem übergeordneten, kosmischen System der Spiritualität. Doch diese Spiritualität war nicht etwa nur ein geistiges Konstrukt, sondern hing direkt zusammen mit dem Vorgehen der landwirtschaftlich geprägten Kulturen ebenso, wie mit den Bewegungen der nomadisch lebenden Völker. Es war eben die Kenntnis über die Bewegungen der Himmelslichter, die den alten Kulturen half, ihre Ernährungsgrundlage daran ablesbar zu steuern.

Hieraus bildete sich eine grundlegende, allen Hochkulturen ähnliche Mythologie. Am täglichen und jährlichen Verlauf der Sonnenbewegung, an den monatlichen Phasen des Mondes und mit dem Verschwinden und der Wiederkehr des Planeten Venus (sowie der anderen Planeten): davon wussten die Hohepriester die natürliche Entwicklung auf der Erde abzuleiten.

Die Wirkung der Himmelsmächte, die die Priesterschaft genau vorherzusagen gelernt hatte, erhielt damit eine enorme Wirkung für das Zusammenleben der Menschen einer Kultur.

 

Das indianische Medizinrad: Symbol der Unversehrtheit

von S. Levent Oezkan

Medizinrad - ewigeweisheit.de

Die Symbolelemente des Medizinrades verbinden die essentiellen Wesensmerkmale von Himmel, Mensch und Erde. Aus den vielschichtigen Bedeutungen dieses heiligen Zeichens, lassen sich die Einflüsse der Himmelsbewegungen ebenso ablesen, wie auch die Effekte ganzheitlicher Heilweisen. So beschreibt das Medizinrad, als Symbol indianischer Religion, die Eigenarten der Stammesrituale und der Lebensführung eines jeden Menschen.

Die makrokosmische Bedeutung dieses Symbols, stellt das religiöse Wesen menschlichen Zusammenlebens dar, im Einklang mit der Natur, Erde und Himmel. In seiner mikrokosmischen Bedeutung, erklärt es die Harmonie der Lebensaspekte im Individuum.

Das Wort "Medizin" im Namen aber, erstreckt sich über einen weiteren Bedeutungshorizont, als wofür wir es in unserer Sprache verwenden. Im Medizinrad nämlich verbirgt sich ein tiefgehendes System, dass im Kontext innerer Spiritualität gesehen werden muss. Das heißt, es hilft nicht allein dem Menschen bei Heilungsvorgängen, sondern führt jemanden zu erleuchtenden Erkenntnissen und Erfahrungen.

Im Folgenden wollen wir uns zuerst mit den äußeren, himmlisch-irdischen Aspekten des Medizinrades befassen, wie später dann mit den in ihm symbolisierten, inneren, menschlichen Aspekten.

Awwakkulé: Die magischen Menschen des Kleinen Volkes

Zu Ehren des Sonnengottes, begingen die amerikanischen Ureinwohner ihre Jahresfeste. Im Mittsommer fand der heilige Sonnentanz statt, an dem neue Initianden in die Geheimnisse der Medizinrades eingeweiht wurden. Das Wissen zur Durchführung dieser Initiationsriten aber, erhielten die Medizinmänner und Häuptlinge von sagenhaften Menschenwesen: den Awwakkulé. So nennt man in der Sprache der Crow, das geheimnisvolle "Kleine Volk". In verschiedenen mündlichen Traditionen werden sie als elfenartige, zwergwüchsige Menschen beschrieben.

Lange bevor die europäischen Invasoren auf den amerikanischen Kontinent kamen, erzählten sich die Arapaho, die Lakota-Sioux, die Cheyenne und die Crow, Legenden von diesem sagenhaften Kleinen Volk. Sie, so heißt es, waren Heiler mit magischen Fähigkeiten, die über eine besondere Medizin verfügten.

Zwergenmumie von San Pedro

Die Zwergmumie von San Pedro: Einst Magierin der Awwakkulé?

Begegnungen mit den Geistzwergen

Ist die Legende von den Awwakkulé aber nichts als nur ein indianisches Märchen?
Archäologische Funde weisen anscheinend auf das Gegenteil hin: 1932 stießen Goldgräber, auf eine sehr gut erhaltene, etwa 40 cm große Mumie einer Frau, die einst Mitglied dieses sagenhaften Volkes war. Man fand den kunstvoll mumifizierten Körper in einer Höhle, in den Bergen von San Pedro, im amerikanischen Bundesstaat Wyoming.

Jenen außergewöhnlichen Menschen, begegneten Anfang des 19. Jhd. aber auch Forscher einer Expedition. Auf ihrer Reise in den Westen der heutigen USA, im Jahre 1804, trafen die Offiziere Meriwether Lewis und William Clark, Angehörige des Kleinen Volkes in der Nähe eines heiligen Ortes: dem Medizinberg. Wie Lewis in seinem Tagebuch vermerkte, waren die Menschen etwa 45 cm groß, trugen riesige Köpfe auf kurzen Hälsen. Ihre kleinen Körper hatten runde Bäuche, doch ihre Arme und Beine waren außergewöhnlich muskulös. Daher die Redewendung der Crow, jemand sei "stark wie ein Zwerg".

Diese eigenartigen Zwerge beobachteten die Eindringlinge sehr genau, waren jene doch auf dem Weg, in eigentlich ihr Territorium, worin sich der heilige Medizinberg befindet. Jeden aber der sich diesem heiligen Ort zu nähern versuchte, töteten sie mit giftigem Pfeil. Das klingt recht märchenhaft, scheint aber weit mehr als eine Legende zu sein. Lewis vermerkte in seinem Tagebuch nämlich, dass die Angehörigen der Stämme der Omaha, Otoe und Lakota-Sioux, das Kleine Volk aus Angst mieden und sich überhaupt nicht erst in die Region des Medizinberges bewegten. So erzählt etwa eine Lakota-Sioux-Legende, wie einst hunderte Krieger wegen des Kleinen Volkes ihr Leben verloren, als sie versuchten sich dem Berg-Heiligtum zu nähern.

In den Volkssagen der Crow sind die Angehörigen des Kleinen Volkes, Menschen mit magischen Heilfähigkeiten. Jedes Jahr brachten darum die Crow, dem Kleinen Volk Opfergaben dar, um sie milde zu stimmen. Man wusste nämlich, dass die Menschen des Kleinen Volkes, Segnungen auf einen Günstling der Crow übertragen und ihn in die Gesetze der spirituellen Welt einweihen konnten. Darum also begaben sich Stammesmitglieder der Crow dennoch in dieses Gebiet, wo sich ein steinernes Medizinrad befindet.

In den Höhlen unterhalb dieses Medizinrades, sollen schon seit mehr als 10.000 Jahren die Angehörigen des magischen Kleinen Volkes gelebt haben. Ihre unterirdische Wohnstatt war angeblich über einen Steinhaufen im Innern des Medizinrades zugänglich.

Vom geheimnisvollen Sinn der indianischen Steinkreise

Einer der ältesten Medizinrad-Steinkreise, befindet sich im kanadischen Majorville und ist archäologischer Schätzungen nach, mehr als 5.000 Jahre alt.
Wie bei diesem befinden sich im Zentrum aller anderen Medizinräder, aufgehäufte Felsbrocken. Diesen Mittelpunkt des Medizinrades umringen Steinkreise, die strahlenförmige Steinlegungen mit dem Zentrum verbinden.

Die alten Medizinräder wurden jedoch immer wieder nachkorrigiert, verschiebt sich der Punkt der Frühlingstagundnachtgleiche doch alle 72 Jahre um 1°. Das heißt, die horizontale Position des Sonnenaufgangs rückt ganz allmählich immer weiter nach Westen.

Auf Grundlage dieser und anderer astronomischer Fakten, erforschte man die Himmelsausrichtungen einiger Medizinräder Kanadas und der USA. Dabei fand man, dass der innere Steinhaufen, der Ausrichtung des Betrachters diente, über dem er den Sonnenaufgang zur Sommersonnenwende beobachten konnte. Die Speichen der Medizinräder halfen dem Betrachter dann, kurz vor Sonnenaufgang, bestimmte Sterne am Horizont zu sehen. Sie waren, wie wir im Folgenden sehen werden, wichtig für die Bestimmung sakral günstiger Zeitpunkte.

Astrotheologische Bedeutung des Medizinrades

Ein verblüffendes Detail liefert das Medizinrad von Bighorn, im amerikanischen Bundesstaat Wyoming. Dieses, wohl aus dem 13. Jhd. stammende Steinmonument, befindet sich nahe eines 3.000 m hohen Gipfels.

Gemäß indianischer Tradition begaben und begeben sich auch heute noch, die Stammesangehörigen zum Medizinberg, um an diesem heiligen Ort zu beten, Visionen zu empfangen und so mit ihren Ahnengeistern Verbindung aufzunehmen. Der Steinhaufen in der Mitte des Medizinrades, diente auch als Opferplatz. So lag dort auch der Totenschädel eines Büffels, in Richtung des Sonnenaufganges.

Medizinrad – ewigeweisheit.de

Alte Fotografie des Medizinrades

Wegen seiner Höhenlage, ist das Bighorn-Medizinrad nur in der Sommerzeit, um die Jahresmitte zugänglich. Das sind die windstillsten Monate mit den längsten Sonnenstunden. Den Rest des Jahres bedecken das Medizinrad Eis und Schnee. Dann ist dieser Ort unzugänglich.

In der warmen Phase des Jahres, konnte man dort, kurz vor Sonnenaufgang, bestimmte Sterne am Horizont aufgehen sehen. Die Ausrichtung der Linien des Medizinrades deuteten damals auf die Positionen von vier Sternen: Formalhaut, Aldebaran, Rigel und Sirius – vier der hellsten Sterne am Himmel.

Was wollten die alten Medizinmänner daran ablesen?

Genau 28 Tage vor der Sommersonnenwende, ereignete sich der heliakische Aufgang des Sternes Formalhaut (den Aufgang eines Sterns nennt man heliakisch, wenn er am Horizont erscheint, kurz bevor er vom Licht des Sonnenaufgangs überstrahlt wird). Sein morgendliches Aufleuchten war ein wichtiges, astronomisches Zeitmaß, denn wenn nach dieser 28-tägigen Periode, kurz vor Sonennaufgang, dann der Stern Aldebaran am Morgenhimmel, über dem Horizont flimmerte, wusste man: in Kürze findet die Sommersonnenwende statt.

Weitere Himmelsmarker waren dann, wiederum 28 Tage später, der heliakische Aufgang des Rigel und weitere 28 Tage später, das heliakische Erscheinen des Hundssterns Sirius. Entsprechend dieser Perioden, die also jeweils 28 Tage dauern, etwa einen lunaren Monat, erbaute man das Bighorn-Medizinrad mit seinen 28 Speichen. Diese Zeitabschnitte von jeweils 28 Tagen, markierten einen sakralen Zeitpunkt, der für die Riten der Crow von Bedeutung war: das Fest des Sonnentanzes.

Skizze des Medizinrades – ewigeweisheit.de

Skizze der Positionen des Medizinrades:
A = Aufgangspunkt Aldebaran, B = Aufgangspunkt Rigel, C = Aufgangspunkt Sirius, D = Aufgangspunkt Formalhaut, E = Standpunkt des Beobachters des Sonnenaufgangs zur Sommersonnenwende, F = Beobachtungspunkt der heliakischen Aufgänge der vier Sterne, G = Zentrum des Steinkreises

Der Sonnentanz

Kehren wir noch einmal zurück zu den sagenhaften Awwakkulé. Sie spielten im Glauben der Crow, eine ganz zentrale Rolle. Von ihnen bekamen sie das spirituelle System, dass hinter der Sonnentanz-Zeremonie steht. Und dieser sakrale Tanz, so die indianischen Weisen der Crow, gehört zu den ältesten Zeremonien der Menschheit.

Um den Sonnentanz zu feiern, baute man die sogenannten Sonnenzelte, deren Runddach 28 strahlenförmige Zeltbalken zusammenhielten – ebenso wie die 28 Steinstrahlen des Medizinrades. In dessen Mitte befand sich die zentrale Zeltstütze. Hieran banden sich die Teilnehmer fest. Dieser Stamm in der Mitt des Zeltes war ein Symbol für die Weltachse, über die die Erde mit der Welt des Himmlisch-Göttlichen verbunden ist. Die 28 strahlenförmigen Dachbalken, standen für den Zyklus von Licht und Finsternis, wie ihn der Mond reflektiert. Auch sind sie ein Abbild des heiligen Büffels, dessen Brust 28 Rippen zusammenhalten. Der Büffel bedeutete den Indianer in alter Zeit sehr viel. Er gab Nahrung und Kleidung, man stellte aus seinem Gerippe Werkzeuge und Geräte her. Aus Dankbarkeit dafür verehrte man die Seelen dieser heiligen Tiere, als Geistwesen, da sie den Indianern alles gaben, was sie zum Überleben benötigten.

Heilige Rituale im Sonnenzelt

Die Sonnenzelte nun, baute man zu Ehren der Awwakkulé. Eines der Ratsmitglieder des Sonnentanzes, war selbst Mitglied der sagenhaften Awwakkulé, durch das den Teilnehmern die Visionen und geistigen Einsichten übertragen wurden. Auch wer als bester Tänzer auserkoren wurde, oblag dem Ratsmitglied der Awwakkulé.

Diese Zeremonie aber wurde vor allem zur Sommersonnenwende gefeiert und dauerte 28 Tage lang, die man mit vier sehr intensiven Tagen des Rituals beschloss. Die darin ausgeführten Zeremonien ähnelten auch jenen anderer Stämme und waren begleitet von Tänzen, Gesängen und Trommelmusik. Man betete, meditierte und fastete.

Manche der Teilnehmer empfingen Visionen in das Geheimnis des Todes. Jene Initiationserfahrung aber war nur den Anwärtern der Krieger vorbehalten. Für die anderen Mitglieder bestand die Sonnentanz-Zeremonie überwiegend aus Gebeten, die man für sich oder einen Verwandten ausübte. Auf anderer Ebene, diente das Sonnentanzfest vor Allem der Sippe und der Erde.

Im Glauben der Crow hoffte man durch den Sonnentanz, regenerierende Himmelskräfte auf die Erde zu führen und damit das irdische Treiben, jedes Jahr zur Sommersonnenwende neu zu beleben – war das doch die Phase, in dem die Tage des Jahres wieder kürzer wurden und die Mächte des Todes wieder Einzug in das Leben von Mensch und Natur nehmen.

Indianischer Sonnentanz – ewigeweisheit.de

Indianischer Sonnentanz: ein wichtiger Bestandteil der Tradition des Medizinrades.

Eine äußerst schmerzhafte Einweihungszeremonie

Im Sonnentanz trafen die Stammesangehörigen zusammen, um ihren Glauben zu festigen. Der Sonnentanz hatte also eine spirituelle und auch soziale Bedeutung. Traditionell waren es Männer, die am Sonnentanz teilnahmen. Durch die besonderen Rituale des Sonnentanzes erkannten sie die Wesensbeschaffenheit des Universums und des Übernatürlichen.

Man erbrachte Opfer, teils durch besonders schmerzhafte Selbstkasteiungen, um sich dabei an die Todesgrenze zu führen. In einer so gesteigerten Trance, empfingen die Tänzer besondere Visionen, woraus sie Antworten auf ihre Lebensfragen erhielten. Sie durchstachen dazu ihre Haut an verschiedenen Stellen, durchzogen sie mit Schnüren und ließen sich daran aufhängen. Ziel dieser absichtlich herbeigeführten Schmerzerfahrung, war, das Leid der Frauen während der Geburt zu erleben. Man wollte so das Geheimnis des Blutes und des Schmerzes ergründen, ohne Krieg führen zu müssen.

Medizinrad der Lakota – ewigeweisheit.de

Das Medizinrad der Lakota-Sioux.

Das Medizinrad der Lakota-Sioux

Dieses Medizinrad bildet ein Kreis, der ein Kreuz umringt. Grundlegend stellt dieses Symbol den Erdkreis und die vier Himmelsrichtungen dar: Osten, Norden, Westen und Süden. Zwar stehen sich die Himmelsrichtungen gegenüber, wodurch sich das innere Kreuz bildet, doch seine Enden sind dennoch miteinander verbunden; dafür steht der äußere Kreis. Das also sind die vier Dimensionen des Medizinrades.

Würde man dieses Medizinrad horizontal legen, wiese der Kreuzungspunkte der Ost-West- und der Nord-Süd-Linien, nach oben und nach unten: die fünfte und sechste Dimension. Jene Kreuzung aber ist das Zentrum und bildet damit eine siebte Dimension. Das Medizinrad repräsentiert die Dimensionen, deren harmonisches Zusammenwirken sowohl Lebenszyklen, als auch die menschliche Gesundheit begünstigen:

  • Die vier Himmelsrichtungen,
  • das himmlische Prinzip des Vaters,
  • das irdische Prinzip der Mutter und
  • der Zauberbaum, als Symbol des Weltenpols.

Heilung mit dem Medizinrad: spirituell, psychisch, körperlich, emotional

Im Folgenden nun, wollen wir uns mit den vier ersten Dimensionen des Medizinrades befassen. Ihnen teilte man die vier Farben Gelb, Weiß, Schwarz und Rot zu. Sie stehen für die vier alten Kontinente in der Welt, die einst den Urkontinent Atlantis umgaben und heute bekannt sind unter den Namen Asien, Europa, Afrika und Amerika. Wäre die Welt heute vollkommenen, strebten die Menschen dieser Kontinente danach, sich miteinander zu verbinden. Unglücklicherweise, scheint das gegenwärtig jedoch nur schwer möglich zu sein.

Die Medizinmänner der Lakota-Sioux sagen, dass wir aus den vier Himmelsrichtungen heilige Gaben des großen Geistes (Gott) bekommen - in Form der vier Elemente Feuer, Wind, Wasser und Erde. Da nun jede dieser Himmelsachsen durch den Erdkreis miteinander verbunden sind, führen Ungleichgewichte im Süden (zum Beispiel Abholzung der Regenwälder, Störung des Erdelements) zu Ungleichgewichten im Norden (wie durch Stürme, sich als Störung des Windelements auswirkend). Und was sich im Großen abspielt, ähnelt auch dem, was im Leben eines Menschen vor sich geht: wer unter Depressionen leidet (Süden), dessen Denken (Norden) ist verwirrt.

Anmerkung:
Weiter unten im Text befindet sich eine Tabelle. Darin finden Sie die Zuordnungen der vier Himmelsrichtungen zu verschiedener Ebenen des Medizinrades. Wenn nun hinter einem Begriff oder Konzept, in Klammern eine Himmelsrichtung steht, soll Ihnen dass dabei helfen, in der Zuordnungstabelle Entsprechungen zu finden.

Das Wort Medizin im Namen dieses Symbols, steht für das menschliche Sein. Aus dem Osten strömt dem Menschen seine spirituelle Fähigkeit zu, aus dem Norden sein Intellekt, aus dem West seine Körperlichkeit und aus dem Süden seine Emotionen.

Kommt es zu einem Ungleichgewicht im Medizinrad, wird ein Mensch krank. Bei den Lakota-Sioux helfen die Medizinmänner, diese Disharmonien auszugleichen und beherrschen die große Fähigkeit, alle vier Aspekte im Gesamtzusammenhang zu betrachten und Menschen zu helfen wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Sie "entfernen" keine Krankheiten, wie es in der modernen Medizin der Fall ist, sondern helfen dem Betroffenen, seinen Symptomen entsprechend, sich aus sich selbst heraus zu heilen. So spielt der Kranke seine eigene Rolle im Heilungsprozess.

Noch immer versucht die moderne Medizin, diese verschiedenen Dimensionen menschlichen Daseins, voneinander zu trennen. Der Mensch aber steht eigentlich im Zentrum des Medizinrades und ist für die Wirkungen, die ihm aus den vier Himmelsrichtungen zuströmen, selbst verantwortlich. Dennoch glauben die meisten, dass sich andere um diese göttlichen Gaben kümmern müssen. Sie brauchen dann einen Priester oder Guru, der ihnen ihre Spiritualität (Osten) liefern soll. Das heißt natürlich nicht, dass wir nicht durch einen spirituellen Lehrer schneller ans Ziel kämen, als alleine. Eher soll auf die Passivität vieler Menschen hingewiesen werden, die vollkommen von ihrer spirituellen Kraftquelle abgeschnitten sind und auch nicht glauben, dass Spiritualität zuerst in ihnen selbst empfunden werden kann.
Für psychische Probleme (Norden) ist ein Therapeut wichtig. Natürlich kann er einem helfen, die eigenen Probleme selbst zu lösen. Was aber die westliche Medizin, zumindest mir vermittelt, ist, dass man zu jemandem geht, der einem ein Problem entfernt. Aus diesem Grund wird in der Chirurgie auch viel operiert und herausgeschnitten. Es scheint einfach an Zeit zu fehlen, die Ursachen der Unausgewogenheiten im individuellen Medizinrad zu erkennen. Wem das aber gelingt, kann Mangelerscheinungen durch die eigenen Stärken harmonisieren und ins Gleichgewicht zu bringen. Voraussetzung dafür aber ist die Kenntnis der eigenen Stärken. Heutzutage sind die meisten Menschen jedoch mit allem anderen beschäftigt, haben sich und ihr innerstes Wesen aber anscheinend vergessen.

Wer körperliche Beschwerden hat (Westen) geht einfach zu einem Arzt, der einem zum Beispiel etwas gibt, dass man einnimmt – ein Mittel aus dem Außen, dass das innere Problem beseitigen muss.
Man sollte aber vorsichtig sein, einfach nur die Schulmedizin als negativ abzustempeln, was in der alternativen Heilerszene viel zu häufig geschieht. Chirurgie und Allopathie einfach zu verteufeln, ist sicherlich ein falscher Weg. Denn beide gehören zum physischen Aspekt (Westen) des Medizinrades und erfüllen durchaus ihren Sinn.

Es sind eben alle vier Aspekte des Medizinrades untereinander verbunden und weisen ganz deutlich auf das oben angedeutete Problem: die meisten Menschen fühlen sich als Opfer äußerer Umstände, da sie nicht mehr über die zeitlichen, mentalen oder emotionalen Kapazitäten verfügen, um in sich, nach den Ursachen ihrer Probleme zu suchen.
Denn auch was unsere Emotionen angeht (Süden), dafür scheinen die meisten Menschen, am liebsten ihre Freunde und Familienangehörigen verantwortlich zu machen. Steht man dann nicht vollkommen unter der Kontrolle seiner Außenwelt?

So bleibt jemand unfähig alle vier Aspekte seines Daseins zu kontrollieren. Wie auch sollte er etwas in Griff bekommen, hat er doch für jeden Aspekt andere Menschen, die sich darum kümmern. Wer aber lernt, sich selbst im Zentrum seines individuellen Medizinrades zu sehen, kontrolliert diese vier Aspekte von innen heraus und wirt dabei gleichzeitig auch positiv auf seine Umwelt.

Wer den Glauben verloren hat, findet ihn wieder im Gebet. Wer nervös, verwirrt oder ängstlich ist, dem wird Meditation helfen. Einen kranken Körper und emotionale Probleme können Pflanzen heilen.

Das Medizinrad und die Kreisläufe des Lebens

Viele von uns haben bereits die Erfahrung gemacht, dass sich geistig-nervliche Belastungen (Norden) negativ auf unser körperliches Befinden (Westen) auswirken, während körperliche Beschwerden auf die Dauer emotionale Depressionen (Süden) begünstigen (zum Beispiel bei Übergewicht). Doch wenn ein Mensch weiß, dass die vier Aspekte seines Daseins alle miteinander verbunden sind, kann er sich selbst helfen und mit einem dieser Aspekte, der am stärksten ausgeprägt ist, zur Harmonisierung der anderen Aspekte beitragen. Somit könnte eine spirituelle Ausrichtung (Osten) zur Harmonisierung des intellektuellen, emotionalen und körperlichen Wohlbefindens beitragen. Das diese Annahme berechtigt ist, zeigt uns etwa die Tatsache, dass Menschen, die sehr krank sind oder im Krankenhaus liegen, sich plötzlich öffnen und nach Rat eines Priesters suchen.

Alle vier Aspekte des Medizinrades sind also miteinander verbunden und wirken aufeinander.

Unsere Werte (Osten) sind der Maßstab für unsere Entscheidungen (Norden). Sie wiederum realisieren wir in unseren Handlungen (Westen), die uns zu bestimmten Reaktionen (Süden) bringen, woraus unsere Emotionen entstehen. Diese wiederum bestätigen oder erübrigen die Bedeutung unserer Werte (Osten). Damit schließt sich der Kreis und beginnt von Neuem. Verwenden wir also die Qualitäten, die uns aus den vier Himmelsrichtungen zuströmen auf diese, kreisläufige Weise, können wir jeder Zeit damit beginnen, unser Leben zu verändern und auch zu etwas Besserem zu führen.

Es scheint also, als wurzelte alles was wir tun, in unserer Spiritualität – dem was im Medizinrad dem Ort der aufgehenden Sonne entspricht: dem Osten. Alle Entscheidungen (Norden) die wir treffen, unsere Handlungen (Westen) und Reaktionen (Süden), entspringen unserem Wertesystem (Osten) – sei es religiös oder säkular, traditionell oder modern. Genau darum sprechen die Stammesältesten der Lakota-Sioux, von der Heiligkeit unseres Lebens und der eigentlichen Spiritualität, der all unsere Handlungen zu Grunde liegen. Sie sagen, dass wir auf unsere Gefühle hören sollten, stets unserer Werte bewusst. Damit stärken wir unsere Fähigkeit, richtige Entscheidungen zu treffen und ihnen gemäß, rechtschaffen zu handeln. So werden wir in uns selbst und in unserer Umwelt Harmonie vorfinden und zum Wohle allen Lebens beitragen.

  Rot Weiß Gelb Schwarz
Richtung Süden Norden Osten Westen
Kontinent Amerika Europa Asien Afrika
Tageszeit Mittag Mitternacht Morgen Abend
Jahreszeit Sommer Winter Frühling Herbst
Lebenszeit Jugend Alter Geburt Tod
Elemente Erde Wind Feuer Wasser
Krafttier Wolf Bison Adler Bär
Kraftpflanze Mariengras Zeder Tabak Salbei
Symbole Herz Geist Seele Leib
Empfinden Emotional Intellektuell Spirituell Körperlich
Verhalten Reaktionen Entscheidungen Werte Aktionen
Handlung Geben Empfangen Bestimmen Halten
Typus Lehrer Krieger Seher Heiler
Tugend Großzügigkeit Tapferkeit Weisheit Seelenstärke

Die mündliche Geheim-Tradition

Wir hatten uns im Verlauf dieses Textes nun mit den Wissensaspekten beschäftigt, die über das Medizinrad bekannt sind. Das magische Bild, dass die Symbolik des Medizinrades auf makrokosmischer, wie auf mikrokosmischer Ebene projiziert, zeigt ganz deutlich seinen universalen Sinngehalt. Sicher aber finden sich in den mündlichen Traditionen der noch heute lebenden Indianer, viele weitere Aspekte dieses heiligen Symbols, die für uns aber leider verborgen bleiben und vielleicht nur den Eingeweihten von Mund zu Ohr übermittelt werden.

Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass solch verborgenes Wissen ganz und gar nicht kompliziert sein muss, wie vielleicht manche glauben mögen. Naheliegend erscheint mir deshalb, dass es in einer mündlichen Tradition, um die Vollendung des hier vorgestellten Systems gehen könnte.

Wir sprachen ja über die verschiedenen Ebenen, die sich nach vier Himmelsrichtungen hin ausbreiten (siehe Tabelle). Was sich jedoch ausbreitet, hat einen Ursprung und bildet die Mitte. Sie ist die fünfte Himmelsrichtung im Medizinrad. Es ist eine polare Größe in der Welt: die kosmische Senkrechte. Sie durchstrahlt die unveränderlichen Wesensmittelpunkte von Himmel, Mensch und Erde. Auf der Erde repräsentiert sie die Polachse, um die sich unser Heimatplanet ununterbrochen dreht. Von der Himmelsmitte aus, erstrahlt das Licht ihres astralen Repräsentanten, ausgehend vom Hauptstern der himmlischen Konstellation des Kleinen Bären: Polaris.

Und so wie diese kosmische Senkrechte, als Weltachse Himmel und Erde durchragt, berührt ihr Strahl auch das Herz des Menschen. Dieses große Geheimnis erfahrend, wünscht sich der Initiand sein Leben mit den zyklischen Gesetzen dieser kosmischen Größen in Einklang zu bringen. Damit symbolisiert das Medizinrad den Weg des Herzens, auf dem einer zum ursprünglichen, wahren Menschsein zurückfinden kann.

Die besondere Struktur des Medizinrades ist, wie wir sehen konnten, universal, denn seit jeher verwendeten es die indianischen Weisen als Bestimmungsmittel für sakrale Zeitpunkte, Orte und Begebenheiten – zum Heil der Erde und der auf ihr lebenden Menschen. Daher vielleicht die Aussage mancher indianischer Weiser, dass das Medizinrad durch den Sonnengott vom Himmel auf die Erde kam. Schließlich bilden sich seine Symbolelemente (Kreuz, Pol und Kreis) ja genau dem kosmischen Tanz von Sonne und Erde entsprechend.

Wie wir sehen konnten, ist das Medizinrad ein universales Symbol zur Harmonisierung der Natur, eines Volkes und seiner Menschen. Seit bereits über 10.000 Jahren wird das Symbol darum zu diesen Zwecken verwendet. Wer also den Anweisungen folgt, die sich aus seiner Symbolik ablesen lassen, wird dazu befähigt, sein Leben zu Harmonie und Gleichgewicht zu führen.

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Gibt es einen geheimen Ursprung der Städtekultur?

von S. Levent Oezkan

Sirius Ackerbau - ewigeweisheit.de

Es gibt einen wichtigen Zusammenhang zwischen den alten Sternenreligionen und der frühen Ackerbaukultur. An den Sternen nämlich las man ab, zu welchem Zeitpunkt Aussaat und Ernte stattfinden mussten. Woher aber wusste man das? Kam jenes Wissen über die Sterne und die alten Kulturtechniken vielleicht sogar aus weiter Ferne?

Bis heute wurde noch keine, in sich schlüssige, wissenschaftliche Theorie darüber abgeliefert, was die frühe Menschheit dazu bewog ihr Nomadenleben aufzugeben und Ackerbau zu betreiben. Natürlich kann man annehmen, dass die Menschen zufällig herausfanden, wie man aus verschiedenen Gräsern besondere Kreuzungen herstellt, die zur Ernährung besser genutzt werden können. Die Gründe für die eigentliche Entstehung der Landwirtschaft aber, bleibt bis heute ein Rätsel.

Noch als Jäger und Sammler unterwegs, waren die Menschen viel besser ernährt und sie mussten vor allem viel weniger Zeit aufwenden, um sich von ihrer gesammelten Nahrung oder gejagten Beute zu ernähren. Mit der Entstehung von Landwirtschaft und Viehzucht, vollzog sich in der Geschichte der Menschheit jedoch ein bemerkenswerter Wandel: die Menschen wurden sesshaft, gründeten Siedlungen und schufen sich damit eine vermeintliche Sicherheit.

Erst damit, könnte man sagen, entstand auch das eigentliche Konzept dessen, was man heute unter dem Wort "Problem" versteht. Das aber ist etwas, dass den letzten, auf unserem Planeten wandernden Nomaden, bis heute etwas Fremdes geblieben ist. Nomadisch lebende Menschen nehmen die Dinge wie sie kommen, finden Auswege aus schwierigen Lebenssituationen. Ihnen bleibt ja nichts anderes übrig. Damit sind sie aber tatsächlich frei, da sie nicht an einen festen Ort gebunden sind, während Probleme sesshafter Menschen, im Extremfall in eine Sackgasse münden. Man hat sich eben auf die ewige Wiederholung des Gleichen eingestellt, im Glauben an die Sicherheit eines selbst geschaffenen Alltags. Alles unerwartet Negative, wird als Problem empfunden, weniger aber als Herausforderung, neue Wege im Leben zu gehen und dabei dazu zu lernen.

Ackerbau und Sternenkult

Ursprünglich verwendete man das lateinische cultura, als Wort zur Bezeichnung des Acker- und Landbaus, der ja unmittelbar mit der Entstehung der Siedlungen zusammenhing. Später erst charakterisierte das selbe Wort das Wesen der Gesamtheit geistiger Leistungen eines Volkes, in einer bestimmten Epoche. Im Zuge der geschichtlichen Entwicklungen, kam es zu einer allmählichen Verfeinerung der Kulturen, die von einer rein praktischen, in eine vergeistigtere Form des Schaffens sublimierte.

Im alten Sumer und Ägypten, entstanden dabei wohl die ersten Siedlungen und Städte. Die Menschen wurden sesshaft, denn ein bepflanzter Acker wollte aus einem ganz einfachen Grund gehütet werden: wilde Tiere würden das Saatgut oder die daran wachsende Frucht einfach auffressen, siedelten in ihrer Nähe keine Menschen.

Warum aber fing der Mensch an Ackerbau zu betreiben und sich von Brot zu ernähren? Gab es vielleicht einen geheimen, bisher unbekannten Grund dafür, dass die Menschen plötzlich begannen den Himmel und die Sterne anzubeten und in Siedlungen zu leben?

Im Folgenden wollen wir versuchen, einige mögliche Verbindungen, zwischen Sternenreligion, Agrar- und Städtekultur herzustellen und uns sogar mit der ungewöhnlichen Frage beschäftigen, ob das Wissen vom Bestellen der Äcker, nicht sogar von wo anders her zu uns auf die Erde kam.

Der Stern Sirius im alten Ägypten

Schaut man sich die Gebräuche der frühen Kulturen Afrikas und Asiens an, kommt man vielleicht zu der Vermutung, es bestehe eine Verbindung zwischen Landwirtschaft, Wissenschaft und Kunst. Besonders markant aber, ist die kultisch-rituelle Abstimmung der landwirtschaftlichen Zyklen mit dem Lauf der Sterne. Man denke etwa an die Sirius-Mysterien im Alten Ägypten. Sirius, der hellste Stern am nächtlichen Horizont, der dem Sternbild Orion direkt nachfolgt, spielt dabei eine zentrale Rolle. In unserer gegenwärtigen Zeitepoche jedoch, sind Sirius und Orion, auf der nördlichen Halbkugel, nur in den Wintermonaten am Nachthimmel sichtbar. Im alten Ägypten war Sirius in einer anderen Jahreszeit sichtbar und kennzeichnete den Zeitpunkt der Aussaat.

Wenn sich der Sirius damals, zum ersten mal, kurz vor Sonnenaufgang am südlichen Horizont zeigte, setzte nicht lange darauf die Nilschwemme ein. Mit diesem Ereignis war ein neuer Landwirtschaftszyklus gesichert, denn vor der Aussaat, sättigte der Schlamm des Nils die Äcker mit feiner, fruchtbarer Erde.

Für die alt-ägyptische Städtekultur, war das natürlich ein sehr bedeutendes Ereignis, stand es doch in der Verantwortung der Pharaonen, die Menschen ihres Reiches mit Nahrung zu versorgen. Nicht zufällig also, gewann der Aufgang des Sirius an kultischer Bedeutung und wurde zu einem Grundpfeiler der alt-ägyptischen Sternenreligion.

Auch die Errichtung der Monumentalbauten von Gizeh (Stadt nahe Kairo), scheinen ein Versuch zu sein, diesen uralten Astralkult zu verewigen. Schaut man sich beispielsweise die Positionen der dortigen Pyramiden an, gibt es eine verblüffende Ähnlichkeit zur Anordnung der Sterne des Orion – jenem Sternbild, das in direktem Zusammenhang steht, mit dem alten Fruchtbarkeits- und Unterweltgott Osiris, denn Orion repräsentierte für die alten Ägypter die himmlische Entsprechung, eben jenes höchsten Gottes.

Orion und die Pyramiden von Gizeh - ewigeweisheit.de

Orion und die Pyramiden von Gizeh
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Das Mysterium vom wahren Ursprung des Getreides

Doch auch ein anderes Volk, das heute überwiegend im afrikanischen Mali lebt, pflegt einen ausgeprägten Sternenkult: die Dogon. Sie bewahren ein uraltes Geheimwissen, worin ein unsichtbarer Stern erwähnt wird.

Die Dogon leben in einer sehr trockenen Region, wo nur an wenigen Tagen im Jahr Regen fällt. Darum muss die Aussaat meteorologisch genau abgestimmt sein, auf diese kurze Feuchtigkeitsperiode. Hierfür ermittelt der Stammesälteste durch Beobachtung der Himmelsbewegungen von Sonne und Sirius, den genauen Zeitpunkt, an dem das Säen des Getreidesamens erfolgen muss.

Über die Kenntnis außerirdischen Wissens

Ihr Wissen um den Stern Sirius und die mit ihm zusammenhängenden Getreidemysterien, wollen die Dogon von außerirdischen Wesen erhalten haben, die einst, vor sehr langer Zeit kamen, um die Erde zu besiedeln: die Nommos - hermaphroditische, fischartige Wesen - Kreaturen mit einem menschlichen Oberkörper und dem Unterkörper eines Fisches. Die Dogon sprechen über die Nommos als "Meister der Gewässer", "die Lehrer" oder "die Wächter" (vergl. Wächter der Henoch-Tradition).

Laut den Überlieferungen der Dogon, kam einst von Sirius eine besondere Arche und landete mit tosendem Klang auf der Erde. Diesen geheimnisvollen Klang ahmen die Eingeweihten der Dogon auch heute noch nach, durch schnelles Wirbeln eines Schwirrholzes. Erklingt dieses sonderbare Instruments, bereiten sich die Eingeweihten vor auf ihr Zusammentreffen. Der eigenartige Klang erinnert in etwa an das Dröhnen eines Propellers.

Interessanterweise, erfahren wir von so gearteten Fischwesen auch aus den Überlieferungen der alten Sumerer. Sie verehrten ein als Fisch gekleidetes Menschenwesen als Gott, den sie Dagon nannten. Er soll aus dem Meer gekommen sein, um die Menschen in die Kulturtechniken einzuweihen, verschwand dann eines Tages aber im Meer, ohne jemals wiederzukehren.

Auch der indische Gottgesandte Avatara Matsya erschien auf Erden in dieser Gestalt: halb Mensch, halb Fisch.

Gewissermaßen wiederholt sich diese Fischthematik, in Verbindung mit einem Brot- beziehungsweise Getreidemysterium auch, in der Eucharistiefeier des letzten Abendmahl: Jesus Christus teilte das Brot mit seinen 12 Jüngern. Bekanntermaßen starb er, erstand auf zu neuem Leben und fuhr auf zum Himmel, an die Rechte seines Vaters. Von dort aber soll er dereinst wiederkehren. Seither verehren ihn die Christen, im heiligen Symbol des Fisches.

Auch die Dogon, erwarten die Rückkehr ihres Gesandten in der Zukunft.

Fischsymbolik und die Mitra des Papstes

Jener Dagon, von dem oben die Rede war, halb Mensch, halb Fisch, trug wie gesagt als Kleid den Körper eines Fisches. Seine Kopfbedeckung bildet in manchen Abbildungen ein Fischkopf mit offenem Maul, was verblüffend der Mitra des Papstes ähnelt – jenem Religionsoberhaupt, der an seiner Rechten des "Fischerring" trägt und Stellvertreter des "Menschenfischers" ist.

Vorgänger dieses spirituellen Oberhaupts, waren die Hierophanten in der alt-griechischen Kultur. Sie leiteten die Mysterien der Getreidegöttin Demeter. Auch ihr Kopfschmuck erinnert an eben jenen Fischkopf Dagons.

Dagon – ewigeweisheit.de

Dagon, den man im alten Babylon auch Oannes nannte, gilt als mythischer Kulturbringer der Menschheit.

Auf übergeordneter Ebene, scheint es zwischen sakraler Fischsymbolik, Getreide und Ackerbaukultur, also einen höhren Zusammenhang zu geben.

Das Sirius-Mysterium bedeutet in verschiedenen Kulturen immer eine Einweihung in die Wissenschaft des Ackerbaus – die Einweihung in ein Geheimnis, durch das dem Menschen seine Nahrungsgrundlage in Form von Brot gegeben wird.

Unser tägliches Brot gib uns Heute

- Matthäus 6:11

Für die Dogon kam das Getreide zur Erde von diesem verborgenen Stern, der Sirius umkreist. Ihn nennen sie "po tolo", den "Hirsenstern", aus dem Amma, der Schöpfergott der Dogon, das erste von acht verschiedenen Getreidesorten erschuf.

Im Schweiße Deines Angesichts

Getreide als Nahrungsgrundlage, kennen wir auch aus dem Anfang der biblischen Genesis. Nachdem sich Adam und Eva am Baum der Erkenntnis von Gutem und Bösem, wegen der Schlange versündigten, wurden sie aus dem Garten Eden vertrieben. Über diesen Garten Eden heißt es ja, dass er sich jenseits der Welt befindet. Darum spricht man auch vom "Fall Adams". Wohin aber fiel Adam, nachdem er vom verbotenen Baum aß? Kam er aus einem Himmelsbereich auf den Planeten Erde?

Osiris – ewigeweisheit.de

Osiris: alt-ägyptischer Gott der Fruchtbarkeit und der Unterwelt.

Isis und Osiris

Als himmlische Schwestergemahlin des Fruchtbarkeitsgottes Osiris, ist die ägyptische Isis gewiss eine Vorform, der griechischen Demeter andererseits auch der Heiligen Mutter Maria. Demeter etwa wurde von ihrem himmlischen Bruder begattet: vom Wettergott Zeus. So kam das Kornmädchen Persephone zur Welt. Auch sie empfing ein Kind vom Himmlischen, der zweimal geboren wurde als Dionysos. Als von himmlischer Göttlichkeit begattet, gilt ja in gewisser Hinsicht auch die christliche Maria, "Mutter Gottes".

Jener Stern Sirius auf jeden Fall, identifizierten die Hohepriester im alten Ägypten als himmlische Erscheinung der Isis. Denn ihr Erscheinen als Sirius am Osthimmel, zur Zeit der Flussschwemme des Nils, war ein wichtiges Symbol für das fruchtbar gewordene, feuchte Land, dass etwa einen Monat später durch die Aussaat des Getreides "geschwängert" wurde.

Interessant ist, dass Schwangerschaftsthematik und Getreidemysterium, auch in der biblischen Genesis eine Rolle spielen:

[…] Ich will dir viel Schmerzen schaffen, wenn du schwanger wirst; du sollst mit Schmerzen Kinder gebären […] Du sollst nicht davon essen, verflucht sei der Acker um deinetwillen, mit Kummer sollst du dich darauf nähren dein Leben lang.

- Genesis 3:16f

Die Schlange, wird in der Bibel zwar als Versucherin des Menschen bezeichnet. Sie ist gewissermaßen aber auch seine Helferin, denn durch ihre Verführung erkannte er die Polarität von Gut und Böse. Doch dafür wurde sie auf die Erde geschmettert:

[…] Auf deinem Bauche sollst du gehen und Erde essen dein Leben lang.

- Genesis 3:14

Auch in der ägyptischen Mythologie existiert ein Schlangenwesen, das mit dem morgendlichen Aufgang des Lichts, zu tun hat: die Gottheit Apophis. Sie ist die Widersacherin der Sonne, doch wird jeden Morgen vor Sonnenaufgang erneut getötet, so dass ihr himmlisches Blut das Licht des Sonnenaufgangs rot tränkt.

Im Koran, in der nach dem Stern Sirius benannten Sure 53 ("Der Stern"), geht es auch um das Thema der Befruchtung, der Schwängerung:

Und dass er (Gott) beiderlei Geschlecht erschafft, männlich und weiblich, aus einem Samentropfen, wenn er ausgestoßen wird, […] und dass er (Gott) der Herr des Sirius ist.

- Sure 53:45f,49

Besucher aus dem All?

Sowohl also im alt-ägyptischen Mythos, wie in der Genesis, bei den Dogon und auch im Koran, stehen Fruchtbarkeitskult, Fortpflanzungsriten und damit auch die Kulturtechniken (Ackerbau und Viehzucht), in ähnlichem Kontext.

Ob es sich nun aber tatsächlich um Besucher aus dem All handelte, die den Menschen zu dem machten, was er heute ist, kann nicht abschließend festgestellt werden.

Was jedoch zu Denken gibt, ist, dass es auch in den folgenden Versen der Sure 49:50ff, um eine Bestrafung geht. Das ähnelt dem, was wir zuvor aus der Genesis zitiert hatten (Genesis 3:16f). Natürlich bedeutet das nicht, dass es einen direkten Zusammenhang gibt, zwischen den heiligen Schriften und den aus Mythologie und altem Agrarkult dargestellten Mysterien. Sicherlich aber, lässt sich überall darin, eine gewisse, vielleicht sogar gesetzmäßige Grundthematik herauslesen, die zusammenhängt mit Verführung, Sünde, Erkenntnis und dem Beginn menschlicher Kultur auf Erden.

 

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Die Siebenschläfer und der Herr des Sirius

von S. Levent Oezkan

Siebenschläfer - ewigeweisheit.de

Die Legende der "Männer der Höhle" oder "Siebenschläfer", ist im Westen seit frühchristlicher Zeit bekannt. Besonders aber Muslimen ist sie wichtig, erwähnt sie doch der Koran, in der 18. Sure Al-Khaf – "die Höhle".

Aus welcher Zeit die Geschichte aber tatsächlich stammt ist unbekannt. Es besteht jedoch Anlass zur Vermutung, dass sie sich im Zeitraum zwischen dem 3. und 7. Jhd. n. Chr. in Kleinasien ereignete beziehungsweise dort wiederholte.

Mit den Siebenschläfern sind sechs Jünglinge gemeint, die ein Schafhirte mit seinem Hund zu einem Versteck in einer Höhle führte. Sie alle waren Christen.

Viele Jahre zuvor, hatte der aus Tarsus stammende Apostel Paulus die Botschaft der christlichen Evangelien in Kleinasien verbreitet. Doch immer noch zwang man die Bürger des römischen Reichs, ihre Kaiser als Götter zu verehren und ihre Götzenbilder anzubeten. Wer sich etwa zum jungen Christentum bekannte, wurde verfolgt, gefoltert und hingerichtet.

Die Legende von der lästigen Fliege

Sechs junge Edelmänner genossen die Gunst des römischen Kaisers Decius (201-251 n. Chr.). Eines Tages saßen sie mit Gästen am Hofe des Kaisers zu Tisch, als diesen plötzlich eine lästige Fliege störte, die sich von ihm auch nicht verscheuchen ließ.

Nicht verjagen sie die Fliege.
Sie umschwärmt ihn, sticht und irret
Und verwirrt die ganze Tafel,
Kehret wieder wie des hämischen
Fliegengottes Abgesandter.

- Goethe, West-östlicher Diwan

Kaiser Decius, der sich ja selbst als Gott bezeichnete, aß und trank jedoch wie ein Mensch und geriet wegen einer kleinen Fliege in Zorn – verlor fast den Verstand. Die klugen Jünglinge sahen darin aber ein Zeichen des erhabenen Weltenschöpfers: das Insekt war ein Abgesandter des Teufels. Sie wussten: die frohe Botschaft, die der Heiligen Paulus verkündete, war die einzig wahre Religion. Im Koran heißt es dazu:

Unser Herr ist der Herr der Himmel und der Erde. Außer ihm werden wir keinen anderen Gott anbeten, sagten wir sonst doch etwas Unrechtes.

- Sure 18:14, Al Khaf, die Höhle

Sieben Heilige in der Höhle

Für ihren Glauben gaben die Edelmänner ihre hohen Stellungen auf und verzichteten auf alle Vorzüge ihres weltlichen Lebens am Hofe des Kaisers. Also entsagten sie dem Götzendienst und bekehrten sich zum Christentum. Doch weil darauf die Todesstrafe stand, mussten sie fliehen. Auf ihrer Flucht trafen sie auf einen Hirten, den ein eigenartiger Hund begleitete. Das Tier ließ sich nicht verscheuchen, wollte sein Herrchen nicht verlassen. Es schien als erfülle der Hund eine "höhere Pflicht", die darin bestand, die sieben Heiligen zu begleiten.

Der Hirte kannte die Gegend hier sehr gut und führte die Edelmänner in eine geräumige Höhle, die sich im Berg Encülüs befindet, 12 km nord-westlich der südanatolischen Stadt Tarsus, nahe des Dorfes Dedeler (deutsch: "Großväter"). Dort versteckt, beteten die Jünglinge gemeinsam zu Gott:

Unser Herr, gewähre uns Barmherzigkeit von Dir aus und bereite uns einen Weg in unserer Sache.

- Sure 18:10, Al Khaf, die Höhle

Kaiser Decius aber machte ihren Aufenthaltsort ausfindig. Auf seinen Befehl hin wurden sie dort im Jahre 251 n. Chr. eingemauert. Das aber war auch das Todesjahr des Kaisers.

Und der Fürst, dem sie entflohen,
Liebentrüstet, sinnt auf Strafen,
Weiset ab so Schwert als Feuer,
In die Höhle sie mit Ziegeln
Und mit Kalk sie lässt vermauern."

- Goethe, West-östlicher Diwan

Die sieben Heiligen fielen in einen tiefen Schlaf. Laut Koran, schliefen sie in der Höhle 309 Jahre lang. Ihr Hund aber lag wachend am Eingang.

Du könntest sie für wach halten, doch sie schlafen; und wir werden sie auf die rechte Seite und auf die linke drehen, während ihr Hund seine Vorderpfoten auf der Schwelle ausstreckt. Hättest du sie so erblickt, würdest du dich gewiss vor ihnen zur Flucht kehren und wärest mit Grauen vor ihnen erfüllt.

- Sure 18:18, Al Khaf, die Höhle

Gewiss erinnert die Sitzhaltung des Hundes, der "seine Vorderpfoten auf der Schwelle ausstreckt", an den alt-ägyptischen Schakal Anubis – dem heiligen Wächter des Totengerichts. Der Schakal, als Verwandter des Hundes, war im alten Ägypten das Tier, dass man mit der westlichen Wüste assoziierte. Im Westen aber geht die Sonne unter, weshalb diese Himmelsrichtung seit Alters her mit dem Tod in Verbindung gebracht wird. Dort in der Unterwelt leben die Seelenführer, die in der alt-ägyptischen Mythologie eben Hunde, Schakale oder Wölfe verkörpern.

Siebenschläferhöhle – ewigeweisheit.de

Blick aus der Höhle der Siebenschläfer in Dedeler, in der Nähe der alten Stadt Tarsus (Türkei).

Das Erwachen der Siebenschläfer

Lange nachdem die sieben Heiligen in der Höhle entschlafen waren, stieß ein ansässiger Bauer auf die Höhle, deren Eingang jene alte Mauer versperrte. Er aber wollte sie als Schaftstall nutzen und entfernte darum das alte Mauerwerk. Doch da erschien den Heiligen in der Höhle, der Erzengel Gabriel und erweckte sie nach ihrem hunderte Jahre langen Schlaf. Jener Erzengel war es auch, der dem Propheten Mohammed (as) die heiligen Verse des Koran eingab. Wenn Gabriel nun, auch diese sieben Förderer der Christenheit erweckte, ist es wohl kaum verwunderlich, dass Muslime von Jesus (dem Propheten Isa ibn Maryam) mit Achtung sprechen.

Einer dieser sieben Heiligen auf jeden Fall, verließ die Höhle, um für sich und seine Gefährten Brot zu holen. Er aber fand sich selbst in der Fremde und traf auf dem Weg niemanden den er kannte. Einem Bäcker gab er eine seiner Silbermünzen, die noch eine Prägung mit dem Bild des Kaisers Decius besaß. Erstaunt darüber kamen mit dem Bäcker die Bürger des Ortes zur Höhle und fanden dort alle Heiligen lebendig. Sie erschraken aber über ihre furchterregende Erscheinung, strahlten ihre Gesichter doch hell wie das Licht der Sonne. Dann aber fielen sie erneut in tiefen Schlaf, woraus sie jedoch nie mehr erwachten.

Gemäß einer anderen Version der Sage, schliefen die sieben Heiligen dort 172 Jahre lang und erwachten im 4. Jhd. in der Regierungszeit des Kaisers Theodosius. Als der Bauer jene Mauer entfernen ließ, kamen die Heiligen zum Vorschein und segneten Kaiser und Bischof, und legten vor ihnen Zeugnis ab, über die Worte des Heiligen Paulus. Dann aber entschliefen sie erneut.

Siebenschläferhöhle – ewigeweisheit.de

Das Sternbild Großer Bär (Großer Wagen).

Astrale Geheimnisse der Siebenschläfer-Legende

Seit alter Zeit assoziierte man die sieben Sterne des Großen Bären (Großer Wagen) mit den Heiligen der Siebenschläfer-Legende. Dieses Sternbild dreht sich unentwegt um die Pol-Achse des Nordhimmels, geht also nicht auf und unter, wie etwa die 12 Sternbilder des Tierkreis. Da sie also dort stets um den Polarstern kreisen und zu jeder Jahreszeit sichtbar sind, sah man in ihren Lichtern, die Entsprechungen jener sieben christlicher Helden, die dereinst wieder erwachen, um auf Erden zu erscheinen.

Die Höhle galt den Weisen des Altertum als gleichnishaftes Bild des Weltalls. Hier weihte man die Initianten in die heiligen Mysterien ein. Die Fackeln die am Höhlengrund flackerten, standen dort an Stelle der Sterne. So war die Höhle ein inneres Weltzentrum der Einweihung. Damit kann die Höhle der Siebenschläfer durchaus als Allegorie auf den Himmel gesehen werden.

Im Mittelalter wurde die Sage der Siebenschläfer dann auch mit der Artuslegende assoziiert. Vom legendären König Artus (dessen Name bedeutet im alt-keltischen "Bär", artos) glaubte man, dass er niemals starb, sondern mit sieben seiner treuesten Ritter in einer Höhle schläft, von wo aus er dereinst wiederkehren soll.

Der Hundsstern Sirius – ewigeweisheit.de

Die Sure Al-Nadjm, "der Stern", nennt Allah (Gott) den Herrn des Sirius (Sure 53:49).

Ursprünge und Deutung

Die Legende der Siebenschläfer könnte aber sehr wohl älter sein, als die christliche oder islamische Überlieferung. Wahrscheinlich liegen ihre Ursprünge im buddhistischen oder hinduistischen Kulturkreis. Vielleicht kam die Legende später durch die alt-persische Religion der arischen Zoroastrier in den Westen (vergl. Matthäus 2). Auch in Nordeuropa war die Geschichte schon lange bekannt, bevor man sie mit jenen sieben Heiligen assoziierte. In frühchristlicher Zeit erzählte man sie darum vielleicht einfach neu.

Wenn es in Sure 18:18 nun heißt, dass "sie auf die rechte Seite und auf die linke sich drehen", lässt sich daraus ein astrales Geheimnis ablesen: das Wenden nach Rechts und Links steht für die Bewegung der Planeten. Sie sind eben keine Fixsterne, sondern bewegen sich von Rechts nach Links, das heißt, im Uhrzeigersinn durch den Tierkreis – eben genau so, wie die sieben Hauptgestirne (Sonne, Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus und Saturn) über den Himmel.

Der Hund ist eindeutig assoziiert mit dem Hundsstern Sirius, fährt Sure 18:18 doch fort mit: "während ihr Hund seine Vorderpfoten auf der Schwelle ausstreckt" - das heißt, der Hund bewegt sich hier nicht, ist also fix. Schon im Altertum erkannte man in Sirius den hellsten Fixstern am Nachthimmel und nannte ihn auch den "achten Planeten".

Und er (Gott) ist es, der Herr des Sirius ist

- Sure 53: 49, Al Nadschm, Der Stern

Den alten Arabern galt der Sirius als Ursprung allen Glücks und Unglücks. Ähnliche Bedeutung maßen ihm auch die alten Ägypter zu. Nach langer Abwesenheit vom Nachthimmel, erwartete man sein Erscheinen sehnlichst. Denn mit seinem ersten Auftauchen vor Sonnenaufgang, begann die, für die alt-ägyptische Ackerbaukultur, so lebensnotwendige Nilschwemme, von der eben Glück und Unglück des gesamten Pharaonenstaates abhingen.

Sieben kosmische Urkräfte

Aus Perspektive dieser kosmischen Zusammenhänge, hat die Siebenschläferlegende gewiss auch eine hermetische Bedeutung: Das Oben entspricht dem Unteren, das Unten dem Oberen. Die makrokosmischen Geheimnisse der sieben klassischen Planeten und des Sirius am Himmel, äußern sich auf mikrokosmischer Ebene, im Mysterium der Siebenschläfer und ihrem Hund in der Höhle. Die sieben Sterne des Großen Bären bilden die spirituelle Oktave zu den sieben Planeten, während die sieben Planeten also die Oktave der Siebenschläfer sind. So stehen die Siebenschläfer, die sieben klassischen Planeten und die sieben Sterne des Großen Wagen, im Kraftstrom der sieben kosmischen Urkräfte.

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Außerirdische, UFOs, Sirius und Aldebaran

von S. Levent Oezkan

Nicht nur Verrückte glauben an Außerirdische. Sogar Politiker behaupten: »Aliens besuchen unseren Planeten seit tausenden von Jahren. Viele von ihnen sind unter uns, doch nur schwer von 'anderen' Menschen zu unterscheiden.« Selbst der Vatikan erwägt die Existenz außerirdischen Lebens und veranstaltete hierzu in Rom eine Konferenz.

Interessanterweise sind es vor allem pensionierte Politiker, Staatsbedienstete und aus dem Dienst ausgeschiedene Offiziere, die offen über Außerirdische oder das UFO-Phänomen sprechen. Paul Hellyer, Jahrgang 1923, ehemaliger Verteidigungsminister Kanadas, beschuldigt Regierungsoberhäupter verschiedener Staaten, die Existenz außerirdischer Wesen zu verheimlichen. Man lenke bewusst davon ab, dass Außerirdische gegenwärtig auf unserem Planeten leben. Er drängt die Weltmächte freizugeben, was der Öffentlichkeit bisher vorenthalten wurde: Geheimdokumente über UFO-Sichtungen, so Hellyer, werden von den Medien einfach ignoriert. Es stellt sich die Frage: fürchten Journalisten ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren, wenn sie über UFOs berichten? Oder bringen sie sich um Kopf und Kragen, wenn sie geheimes UFO-Filmmaterial veröffentlichen würden?Auch wenn sie in der Überzahl sind, sprechen anscheinend nicht nur versponnene Verschwörungstheoretiker über das UFO-Phönomen und Außerirdische. Es gibt sogar einige Journalisten, die sich an dieses Thema heranwagen. Insbesondere die englische Presse, wie »The Independent«, »Huffington Post« oder »Dailymail«, schreiben ausführlich über Paul Hellyer's Behauptungen.

Michael Gorbatschow und Ronald Reagan

Zu anderen UFO-Gläubigen zählen solche Lichtgestalten wie der ehemalige sowjetische Staatspräsident Michael Gorbatschow. In einem Interview 1991, meinte er:

Das UFO-Phänomen existiert und es muss ernst genommen werden.

Auch der ehemalige Kino-Revolverheld und spätere US-Präsident Ronald Reagan, galt als glühender Anhänger von UFO-Theorien. Er hielt sogar die Bedrohung unseres Planeten, durch Wesen aus fernen Galaxien, für äußerst real. Diese Bedenken wiederholte er immer wieder auf Pressekonferenzen in Washington oder vor den Vereinten Nationen in New York. Auf einem Treffen der American Jewish Historical Society (AJHS) kommentierte Gorbatschow Reagans Äußerungen so:

President Reagan sagte einmal zu mir: 'Was würden Sie tun, wenn die Vereinigten Staaten von Außerirdischen angegriffen würden? Würden Sie uns helfen?' Da sagte ich: zweifellos würden wir ihnen helfen. Reagan darauf: 'Auch wir wären an Ihrer Seite!'

Manche UFOlogen glauben sich durch Gorbatschows und Reagens Aussagen in ihrer Vermutung bestätigt, dass Außerirdische sogar die Geschicke der derzeitigen Menschheit lenken. Zumindest stehen die Namen Gorbatschow und Reagen in der Öffentlichkeit für die Beendigung des kalten Krieges.

Krieg der Welten

Als am 30. Oktober 1938 der amerikanische Sender CBS eine Radioshow mit dem Drama »Krieg der Welten« von H. G. Wells ausstrahlte – am Mikrofon Orson Welles – brach unter den vielen Zuhörern in Amerika eine Massenpanik aus, denn sie hielten die Radiosendung für eine reale Warnung der Regierung. Überall in Amerika verließen tausende von Menschen ihre Häuser in Angst vor einem außerirdischen Angriff. Schwärme von Hilflosen versammelten sich auf den Straßen, mit hilflosem Blick in den Himmel.

In Anbetracht all der unzähligen Falschannahmen über Außerirdische, die man online findet, scheinen viele Erdlinge die Möglichkeit außerirdischen Lebens äußerst interessant zu finden. Das UFOs auch tatsächlich immer wieder gesichtet werden, daran besteht kein Zweifel. Fast jeder zehnte Amerikaner gibt an, in seinem Leben selbst schon mal ein UFO gesehen zu haben.

Sicher verschweigen Regierungen das UFO-Phänomen bewusst. Nicht nur aus Angst, so unerwartete Nebeneffekte im öffentlichen Leben zu entfachen, wie es 1938 durch die CBS-Radiosendung geschah. Welches Geheimnis aber hüllt sich in diesen Mantel dieser Verschwiegenheit?

Paul Hellyer - ewigeweisheit.de

Paul Hellyer, Kanadischer Verteidigungsminister (1963-1967)

UFO-Phänomen und Public Relations

Wie Paul Hellyer, der sich als erster Politiker mit Äußerungen über das UFO-Thema an die Öffentlichkeit wandte, so scheint auch der ehemalige US-Präsident Bill Clinton, Jahrgang 1946, jetzt alt genug zu sein, um öffentlich Vermutungen über Außerirdische anzustellen. Als Talkshow-Gast äußerte er sich einmal so:

Wir leben in einem sich ständig ausdehnenden Universum mit Milliarden von Sternen und Planeten. Unsere Teleskope verraten uns, dass in den vergangenen Jahren mehr als 20 Exoplaneten (Exoplaneten sind Himmelskörper die denen unseres Sonnensystems ähneln) außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt wurden. Diese Planeten waren weit genug von ihrer Sonne entfernt, von ihrer Beschaffenheit dicht genug und darum möglicherweise fähig, um auf ihrer Oberfläche Leben hervorzubringen. So etwas macht es eher unwahrscheinlich, dass wir allein sind. […] Ich wäre darum nicht überrascht, wenn wir eines Tages Besuch von Aliens bekämen.

Auch wenn wir nicht ausschließen können, dass es Leben in entfernten Galaxien gibt: was wäre der Grund für Außerirdische die Erde aufzusuchen? Wieso sollten sich Aliens auf den weiten Weg machen, um unseren Planeten zu finden? Es bräuchte unglaublich lange, von einem anderen Stern zu uns zu kommen. Der uns nächste Stern Alpha Centauri, den ein etwa erdgroßer Exoplanet umkreist, ist mehr als 4 Lichtjahre von der Erde entfernt; das entspricht einem Abstand von umgerechnet mehr als 40 Billionen km! Um solche Strecken in einer angemessenen Zeit zurückzulegen, bräuchten Außerirdische riesige Energiemengen. Sie hätten sicherlich einen triftigen Grund zu uns zu kommen. Bei uns angekommen, gliche ihre Mentalität wohl der von Schiffbrüchigen, die endlich Land gefunden haben.

Ausschließen lässt sich so ein Ereignis aber wirklich nicht. Die NASA forscht hierzu seit 1995 und auch andere Wissenschaftler halten außerirdische Reisen, über sehr große Distanzen, für durchführbar. Wie aber heißen wir die Außerirdischen willkommen? Oder könnten sie die Menschheit sogar bedrohen?

Außerirdische die sich um uns sorgen

Paul Hellyer geht davon aus, dass 80 verschiedene, außerirdische Spezies unbemerkt unter uns auf der Erde leben. Begegnete man einem auf der Straße, man würde ihn nicht erkennen. Irgendwie erinnert mich das an John Carpenters Film »Sie Leben« (1988): durch eine besondere Brille erkennt ein Arbeiter auf den Straßen seiner Stadt, unter den normalen Passanten immer wieder fremdartige Gesichter von Außerirdischen. Außerdem entlarven sich Werbetafeln als üble Mainpulationswerkzeuge, auf denen er Befehle liest wie »Konsumiere«, »Schlafe 8 Stunden«, »Kaufe« oder »Gehorche«.

Nach Meinung Hellyers beeindruckt das irdische Zivilleben die Außerirdischen unter uns aber nur wenig. Zwar verfügen sie über bessere und höher entwickelte Technologie als wir, sie würden sie uns aber nicht zur Verfügung stellen, da wir immer noch sinnlose Kriege gegeneinander führen, unseren Lebensraum weiterhin zerstören und die Umwelt vergiften:

Die Geschichte der UFOs ist sehr alt und natürlich gewann ihre Aktivität in den vergangenen Jahrzehnten an Bedeutung, insbesondere seit der Erfindung der Atombombe.

Hellyer meint, dass die Außerirdischen äußerst besorgt seien, was die gegenwärtige politische Lage angeht, da sie befürchteten, dass es erneut zu einem Atomschlag kommen könnte. Nicht aber weil die Aliens so viel Mitleid mit der Menschheit haben, sondern so ein Ereignis auf andere Mensch(heit)en im Kosmos zurückwirken könnte. Hellyer sagt aber:

Die meisten der Aliens sind auf unserem Planeten, um uns zu helfen.

Er nennt sie »Helfer-Aliens«, die angeblich auch Mikrochips, LED-Licht und Schusswesten erfunden hätten. Zwar ist er selbst nie einem außerirdischen Fremdling begegnet, doch er sah nach eigenen Angaben einmal ein UFO fliegen über dem Muskoka-See im kanadischen Bundesstaat Ontario. Aus nicht ganz erklärlichen Gründen weiß er aber, wie Aliens aussehen: Manche von ihnen werden die »Kleinen Grauen« genannt, die auf ihrem ca. 1,50 m kleinen Körper einen riesigen Kopf tragen. Andere sind sehr groß und hellblond, ähneln Skandinaviern. Diese Alien-Spezies arbeitetet angeblich zusammen mit der US-Regierung, in einem Geheimprojekt in der Wüste von Nevada. Zu ihnen äußerte sich in einem Fernsehinterview der ehemalige US-Luftwaffen-Offizier Jay Earnshaw:

Ich war damals Kommadeur auf einem Luftwaffenstützpunkt, als ich morgens um 3:30 Uhr einen Anruf von der Sicherheitskontrolle erhielt. Der Beamte am Telefon sagte 'Sir – da sind ein paar wirklich seltsame Flugobjekte unterwegs', ich darauf: 'Was meinen Sie damit?' Es kam heraus, dass die Mitarbeiter der Basis fünf riesige Lichter am Himmel beobachteten, die sich auf spektakuläre Weise übereinander schichteten. Weder schienen sie irgendwelchen Schaden anzurichten, noch irgendwelche Scheinwerfer zu verwendeten, um die Gegend zu erkunden. Sie schienen eher freundlich.

Earnshaw versicherte dem Reporter aber, dass kurz darauf alle Dokumente und Aufzeichnungen über diesen Vorfall spurlos verschwanden.

Auch Major Gaylan King, ebenfalls pensionierter Mitarbeiter der US-Luftwaffe, sprach von einer UFO-Sichtung in der Nähe eines Atom-Luftwaffenstützpunkts. Er sah ein UFO dass über einer Rakete schwebte und mit einer Art rotem Laserstrahl die Basis zu erkunden schien. Auch in der Nähe von Fort Knox (Kentucky), dem angeblichen Goldlager der Vereinigten Staaten, sah man im Januar 1948 ein Objekt, das gemäß US-Offizier Quinton Blackwell »die Form eines Trichters hatte, aus dem unten rotes Licht herauskam«.

Wir haben wahrscheinlich alle schon zu viele Science-Fiction-Filme gesehen, als das unsere Vernunft solche Berichte nicht sofort belächeln würde. Das bedeutet aber nicht gleichzeitig, dass, wie Hellyer betont, Regierungen gewisse Dinge ungesagt lassen oder sogar mit allen Mitteln untersagen darüber öffentlich zu berichten.

Krieg der Welten - ewigeweisheit.de

Außerirdisches Leben auf der Erde - Comic-Illustration aus dem Jahre 1906 von Alvim Corréa für das Buch "Krieg der Welten" von H. G. Welles

Sumerer von Aldebaran

Kamen in grauer Urzeit »erhabene Wesen« auf unseren Planeten vom Sonnensystem des Aldebaran? Mit dieser Frage beschäftigte sich bereits im Jahr 1917 ein Kreis von Okkultisten auf einem geheimen Treffen in Berchtesgaden – unter ihnen: Rudolf von Sebottendorf, Begründer der Thule-Gesellschaft, der deutsche Esoteriker Karl Haushofer, der Pilot Lothar Waiz, Maria Oršić, ein Channel-Medium aus Zagreb und der Prälat Gernot von der Societas Templi Marcioni (Erbengemeinschaft der Tempelritter). Auf diesem Treffen wurden die Ergebnisse einer telepathischen Kommunikation des Mediums Oršić mit Außerirdischen besprochen. Das Transkript ihres seltsamen Channelings erinnerte die Anwesenden an die alte Schrift der Sumerer. Oršić erhielt anscheinend Nachricht aus dem Sternbild Stier, vom Stern Aldebaran. Ihr wurde mitgeteilt, dass dort, auf dem Planeten Sumi-Er, der um den Stern Aldebaran kreist, eine außerirdische Zivilisation lebe, die vor sehr langer Zeit auf die Erde kam. Die Geschichte ist nicht allzu abwegig, denn man weiß heute, dass sich tatsächlich ein Exoplanet auf einer Umlaufbahn um Aldebaran befindet. Zwar ist er wegen der großen Hitze auf seiner Oberfläche nicht bewohnbar, doch vermutlich könnte er, wie auch Jupiter oder Saturn, einen bewohnbaren Mond besitzen.

Gernot war von diesem Treffen tief beeindruckt. Er lud Sebottendorf nach Marktschellendorf (Bayern) ein, wo er ihn in seinen geheimen Templerorden der »Herren vom Schwarzen Stein« einführte. Die Mitglieder dieses Geheimordens waren überzeugt, dass die Vorfahren der alten Sumerer und Urarier von Aldebaran stammten. Wissenschaftler wissen faktisch nicht, woher die Sumerer kamen, denn sie sind nicht etwa aus einer anderen Hochkultur hervorgegangen, sondern plötzlich aufgetaucht, mit all ihren zivilisatorischen Wundern. Was Sebottendorf von Gernots Geheimorden erfuhr, dürfte ihn vor ähnliche Rätsel gestellt haben.

Der Order der Herren vom Schwarzen Stein wurde anscheinend 1221 gegründet. Es heißt in esoterischen Kreisen, dass Mitglieder des Ordens bereits im Mittelalter mit Wesen von Sumi-Er in Kontakt gestanden hätten. Wirklich brauchbare Informationen die das bestätigen könnten, sind jedoch äußerst rar. Was es mit diesem tief dunkelvioletten, magischen Stein auf sich hat, der ja diesem Geheimorden seinen Namen gab, darüber lässt sich auch nur spekulieren. Die Ordensbrüder Gernots sahen in dem Schwarzen Stein ein Symbol für das kommende tausendjährige Reich der Deutschen. Nicht zufällig inspirierte Sebottendorfs Thule-Gesellschaft später die Ideologie der NSDAP: Bezeichnungen wie »Führerprinzip«, »Führer«, die Anrede »Heil«, »Deutschland erwache«, das Hakenkreuz und die SS-Runen übernahmen die Nazis aus der Thule-Gesellschaft.

Als die Nazis im Jahr 1934 die Macht ergriffen, verließ Sebottendorf Deutschland für immer. Er arbeitete von Konstantinopel (heute Istanbul) aus, für die Spionageabteilung der Deutschen. 1937 wurde seine Thule-Gesellschaft aufgelöst und verboten. Am 9. Mai 1945, einen Tag nach Kriegsende fand man Sebottendorfs ertrunkene Leiche im Bosporus.

Die »Reichsflugscheibe« der Nazis

In den 1950er Jahren kursierten in deutschnationalistischen Kreisen vermehrt Gerüchte darüber, dass die Nazis bereits vor Ende des Zweiten Weltkriegs UFOs entwickelt und getestet hatten. Nach der deutschen Kapitulation 1945, verfrachtete man diese Hightech-Superwaffe angeblich in die Arktisregion (altes Thule), nach Südamerika (Argentinien oder Chile) und die Antarktis (neues Thule). Laut einiger rechtsnationaler Autoren, soll die deutsche Reichsmarine während des Zweiten Weltkriegs Arbeitsmaterial und ein großes Heer disziplinierter und ausgebildeter Fachleuten (vermutlich aus der SS-Elite), in die Eisregion Neuschwabenlands auf der Antarktis gebracht haben. Dort grub man riesige Höhlen ins Gestein, die als Produktionshallen für Reichsflugscheiben ausgestattet werden sollten. Eine andere Bastion der Nazis wurde von der »Division Schwarze Sonne« der SS, in einer geheim gehaltenen Region Nordkanadas errichtet: am arktischen Punkt 103 – möglicherweise ein Hinweis auf den 103. Längengrad West. Von dort aus sollen immer wieder UFO-Flüge nach Neuschwabenland unternommen worden sein, um das geheime Nazireich zu erhalten. Angeblich führt von hier aus, eine verborgene Nazi-Elite seit Ende des Zweiten Weltkriegs einen geisterhafter Machtkampf gegen den Rest der Welt.

Neuschwabenland - ewigeweisheit.de

Drygalskiberge im zentralen Neuschwabenland.

Nazi-UFOs über Amerika

Die unzähligen UFO-Sichtungen in den USA nach Kriegsende, schrieben viele Nazi-Autoren immer wieder dieser angeblich im Verborgenen agierenden Gruppe zu. Die von Punkt 103 und Neuschwabenland gestarteten Untertassen, sollen von den letzten Nazi-Battalions über den Himmel gesteuert werden, die angeblich mit den Außerirdischen von Aldebaran alliiert sein sollen.

Ein sehr beliebtes Gerücht in der Neonazi-Szene ist, dass Adolf Hitler und Eva Braun, kurz vor Kriegsende, in einer Nazi-Untertasse nach Patagonien (Argentinien) gebracht wurden. Darüber schrieben ganz ausführlich US-amerikanische und europäische Zeitungen wie »New York Times«, »Baltimore Sun«, die Londoner »The Times« und die französische Zeitung »Le Monde«. Könnte es also vielleicht sein, dass Ingenieure schon während des Dritten Reichs fliegende Untertassen entwickelten? Bereits 1942 hatten Hitler und Mussolini Versuche mit UFOs durchführen lassen. In den aus Leichtmetall angefertigten, 10 m breiten Flugscheiben, die mit Ferngeschossen ausgestattet waren, erhofften sich die Faschisten über ein Superwaffe zu verfügen. Der amerikanische Geschäftsmann Kenneth Arnold traute seinen Augen nicht, als er am 24. Juni 1947, neun solcher Untertassen auf einem Flug über den Mount Rainier (Washington) sah. Sie flogen in völliger Stille bei einer Geschwindigkeit von 2.000 km/h über den Himmel. Kurze Zeit später meldeten sich Menschen aus Seattle (Washington), die solche Untertassen am Himmel erblickt haben wollen. Auch in Portland (Oregon) sahen zwei Sheriffs UFOs am Himmel.

All das erschiene vielleicht fragwürdig, wenn nicht einige Wochen später zwei erfahrene Flugkapitäne der United Airlines, über ihre UFO-Sichtungen eidesstattliche Erklärungen abgegeben hätten. Von ihrem Flug nach Portland berichteten sie:

Fünf UFOs flogen mit großer Geschwindigkeit an uns vorbei. Ihre Oberseite sah gewellt aus, ihre Unterseite schien glatt zu sein.

Amerikanische Wissenschaftler hielten diese Aussagen aber für Täuschungen. Keine der Sternwarten konnten bestätigen, wofür die beiden Piloten ihren Eid leisteten. Auch die US-Luftwaffe dementierte die UFO-Meldungen. Nach einigen Wochen aber gab es erneut UFO-Sichtungen von verschiedenen Menschen im Norden der USA.

Dies sind nur einige Beispiele von Sichtungen die Anfang der 1950er Jahre in den USA gemacht wurden. Wenn es aber tatsächlich irgendwelche Reichsflugscheiben der Nazis sind, wie in aller Welt konnten sie schon in den 1930er Jahren solche Hightech entwickeln? Wurden ihre Ingenieure etwa angeleitet von halbgöttlichen Außerirdischen von Sumi-Er?

Paul Hellyer glaubt auf jeden Fall, dass Aliens schon lange unsere Zivilisation begleiten. Sie planten gegenwärtig außerdem die Einführung einer neuen Weltordnung. Darüber sprach er vor 400 Teilnehmern im April 2015 in Calgary (Kanada), als Hauptredner auf der Disclosure Canada Conference.

Warum außerirdisches Leben wahrscheinlich ist

Bei all dem Gesagten, sollten wir uns der Dimensionen bewusst werden, die unseren vergleichsweise winzigen Planeten umgeben. Zu glauben, dass nur auf der Erde Leben existiert, ist eher abwegig. Denn unsere Sonne ist einer von ca. 300 Milliarden Sternen in der Milchstraße. Schwindelerregender aber noch, dass die Milchstraße wiederum eine von 100 Milliarden weiteren Galaxien im Universum ist. Wenn nun vor etwa 14 Milliarden Jahren, nicht lange nach dem Urknall, die Bildung von Lebensformen einsetzte: wäre es nicht die reinste Verschwendung, wenn Leben nur auf der Erde existierte? Seit 2016 sind der Astronomie mehr als 3.400 Exoplaneten bekannt. Man geht schätz heute, dass sogar um die 40 Milliarden erdgroße Planeten im Universum existieren könnten, die sich in habitabler Entfernung um ihre Sonne drehen. Den nächsten Exoplaneten auf den das zutrifft, vermutet man im Sternbild Ophiuchus, in etwa 13,8 Lichtjahren Entfernung.

Marsianer

Was wenn aber Leben bereits auf unseren Nachbarplaneten existierte noch bevor auf der Erde Leben entstand? Wichtigster Kandidat für solche Vermutungen ist der Mars. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts spekulierten viele Astronomen fieberhaft über die Existenz von Marsianern. Doch auch auf den Monden von Jupiter (Europa) oder Saturn (Titan) erwägen Wissenschaftler die Existenz biologischer Lebensformen.

Gemäß der Hypothese der Panspermie ist es durchaus denkbar, dass irdisches Leben nicht auf der Erde entstand, sondern aus dem Weltall auf die Erde kam. Bei Untersuchungen an Meteoriten fand man Spuren von außerirdischem Leben, in Form von versteinerten Mikroorganismen. Im Jahr 2011 veröffentlichte die NASA hierzu einige Forschungsergebnisse, wonach in verschiedenen Meteoriten fossile Reste extraterrestrischer Organismen gefunden worden sind.

Doch es kommt noch besser. Der pensionierte General Albert Stubblebine (* 1930), einstiger Chef des US-amerikanischen Militärgeheimdienstes, sagte mal über den Mars:

Es gibt bestimmte Strukturen auf der Marsoberfläche. Ich teile Ihnen aber auch zur Niederschrift mit, dass es auch unter der Marsoberfläche Strukturen gibt, die von den Voyager-Kameras 1976 nicht aufgenommen werden konnten. Es gibt Maschinen auf der Marsoberfläche und Maschinen unter der Oberfläche des Mars, die man sich ansehen kann: man kann viel über sie herausfinden und sehen, was sie sind, wo sie sind und eine Menge Details über ihre Eigenschaften erkennen.

Astrobiologen beim Papst

Gab es auf der Erde also eine biologische Evolution, deren Ursprung vielleicht auf außerirdisches Lebens zurückgeht? Nicht nur Naturwissenschaftler erwägen diese Möglichkeit. 2009 tagte hierzu auch die Päpstliche Wissenschaftsakademie in Rom. Auf einer fünftägigen Konferenz, unter dem Vorsitz von Bischof Marcelo Sanchez Sorondo, beschäftigte man sich mit der Suche nach außerirdischen Lebewesen. Erführen die Inquisitoren des italienischen Priesters Giordano Bruno (1548-1600) davon, sie drehten sich wohl in ihren Gräbern. Gemäß Brunos Weltanschauung nämlich, gab es überall im Kosmos, auf vielen anderen Planeten im Universum, intelligente Lebewesen – denn eine unendlich, allmächtige Gottheit, so Bruno, konnte auch nur ein unendlich vielfältiges Universum erschaffen. 1600 wurde Giordano Bruno nach achtjähriger Kerkerhaft wegen Ketzerei und Magie angeklagt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Etwas mehr als 400 Jahre nach Brunos Hinrichtung, spekulieren nun tatsächlich päpstliche »Gesandte« über die Existenz von Aliens. Die Päpstliche Akademie sucht nach Antworten auf die Frage, wie das Leben auf der Erde ganz unbiblisch entstanden sein könnte.

Vater Jose Funes, Direktor vom Observatorium des Vatikans, und treibende Kraft hinter der vatikanischen Astrobiologie-Konferenz, spricht davon, dass auch die Außerirdischen unsere »Brüder und Schwestern« seien! Das widerspreche der katholischen Theologie keineswegs. 400 Jahre nach der Kopernikanischen Wende, scheint, als müsse sich der christliche Glaube erneut wissenschaftlichen Tatsachen beugen. Irgendwann wurde schließlich anerkannt, dass nicht die Erde das Zentrum des Universums ist. In ähnlicher Weise wird wohl auch die Logik der Astrobiologie, zukünftig Wegweiser auf der Suche nach unseren außerirdischem Leben sein.

Wenn es also um Außerirdische geht, hat anscheinend selbst der Vatikan den »Kicherfaktor« überwunden. Man bereitet sich sogar darauf vor, dass vielleicht schon bald bahnbrechende Entdeckungen gemacht werden, die alles in der Welt des Glaubens verändern könnten. Ziemlich wahrscheinlich wird man bald mikrobiologisches Leben in der ausgetrockneten Marsoberfläche finden – spätestens auch wenn 2024 das Raumfahrtunternehmen SpaceX (Elon Musk) eine bemannte Mission zum Mars schickt.

Laut theosophischer Einschätzung, werde unser Marsbesuch aber zu unvorhergesehenen Veränderungen in unserem Sonnensystem führen, da sich der Mars gerade in einer Ruheperiode befindet. Außerdem dürfte der tatsächliche Nachweis außerirdischen Lebens auf dem Mars, Millionen gläubiger Menschen ziemlich desillusionieren und damit das geozentrische Weltbild der Genesis weiter untergraben.

Fantasiebild eines Außerirdischen - ewigeweisheit.de

Fantasiebild eines Außerirdischen.

Außerirdische im Koran

Der Islam scheint weniger Probleme mit Aliens zu haben. Im Koran ist sogar explizit die Rede von außerirdischem Leben:

Und zu Seinen Zeichen gehört die Schöpfung der Himmel und der Erde und jeglicher Lebewesen, die Er beiden (Himmel und Erde) eingegeben hat. Und Er hat die Macht dazu, sie allesamt zu versammeln, wenn Er will.

- Sure 42:29

Außerdem spielt der Stern Sirius eine nicht unbedeutende Rolle im Koran, wo es in Sure 53 heißt, dass Allah auch der »Herr des Sirius« ist. Insbesondere die westafrikanischen Dogon glauben, dass ihre Vorfahren vom Sirius-Sternensystem stammen. Solche Behauptungen mögen einem Wissenschaftler fantastisch erscheinen, doch bevor Astronomen das Sirius als Doppelsternsystem entlarvten, wussten die Dogon bereits von dieser Konstellation. Sie sagen dass der Stern Sirius, Sigu Tolo, vom kleineren Begleiter Po Tolo umkreist wird, was Wissenschaftler heute bestätigen. Die Wesen die von dort vor etwa 5.000 Jahren auf die Erde gekommen sein sollen, gaben Anstoß für den Aufstieg der ägyptischen Zivilisation. Wie die Sumerer geben die Ägypter der modernen Archäologie und Altertumswissenschaft nach wie vor eine Menge Rätsel auf. Von den Pyramiden in Gizeh ganz zu schweigen. Unzählige Erklärungsversuche für diese architektonischen Wunder wurden entwickelt und wieder verworfen. Wurden die ägyptischen Pyramiden vielleicht von Außerirdischen gebaut?

Dogon, Sirius A und Sirius B - ewigeweisheit.de

Zeichnung eines Dogon-Priesters mit Sirius A und Sirius B

Urbi et Orbi et Galaxia

Viele christliche Gelehrte fürchten sich vor der Entdeckung außerirdischen Lebens. Es ist nicht die Angst vor bösen, grünen Männchen, die unsere Welt gefährden könnten, als vielmehr die Gefährdung des Glaubens an sich. Da die göttliche Schöpfung sich insbesondere auf die Menschheit dieses Planeten Erde konzentriert, sind vor allem christliche Fundamentalisten sehr besorgt über den Eifer der Forscher im Gebiet der Astrobiologie. Nur wenige Christen haben schon mal darüber nachgedacht, was es bedeuten würde, fände man plötzlich nicht nur intelligentes, sondern sogar moralisch bewusstes Leben. Könnten die christlichen Konzepte von Fleischwerdung, Auferstehung und Erlösung dann an Bedeutung verlieren?

Kein Theologe oder Guru weiß, wo sich die irdischen Messiasse, Buddhas und Avataras von der Erde aus hinbegeben. Es heißt ja immer sie würden zum Himmel auffahren. Von Außen betrachtet wäre das ja der Orbit – den der Papst zu Ostern segnet mit dem Urbi et Orbi. Zwar äußerst häretisch aber dennoch denkbar erscheint mir dabei die Möglichkeit, dass vielleicht auch schon von anderen Planeten ein Christus oder Avatara zum Himmel aufgefahren sein könnte. Wenn diese äußerst fantastische Annahme ein Fünkchen Wahrheit enthielte, wäre es dann nicht auch wahrscheinlich, dass diese aufgestiegenen Wesen, als kosmische Repräsentanten ihres Planeten, wegen ihres universalen Bewusstseins auch untereinander bekannt wären? Ergäbe sich damit nicht eine Art Bewusstseinsnetz aller planetarischen Welten, von der wir Erdlinge nur ein Teil sind? Zumindest förderte das Paul Hellyers Vermutung über die irdische Anwesenheit Außerirdischer. Auch Vater Jose Funes Bezeichnung der »außerirdischen Brüder und Schwestern« bekäme mehr Sinn.

Fragt sich nur, ob es unter den »außerirdischen Brüdern« auch richtig üble Schurken geben könnte, die sich als Verbündete eines Teils unserer Zivilisation, in UFOs über den Himmel bewegen.

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Der Weiße Lotus

Der Weiße Lotus

Ein Weißer Lotus wächst aus dunkel-schlammigem Grund empor, doch öffnet seine weiße Blüte keusch den Sonnenstrahlen. So schwarz wie der nährend-fruchtbare Schlamm in dem er schwimmt, so makellos rein öffnet er seine Blätter. Seine Blüte benetzt nichts als nur Licht.

Der Lotus wurzelt aber nicht etwa fest in der Erde, sondern ist ungebunden und verändert schwimmend, allmählich seine Lage und Form. Für mich steht er darum als Symbol der Ewigen Weisheit, die weder westlich noch östlich und an keinen bestimmten Ort gebunden ist, doch sich in ihrer Reinheit zum Licht des Göttlichen hin öffnet.

Gott ist das Licht des Himmels und der Erde, das Gleichnis seines Lichtes ist wie eine Nische, in welcher eine Lampe steht, die Lampe ist in einem Glas. Das Glas ist wie ein funkelnder Stern. Es wird angezündet von einem gesegneten Baum. Einem Ölbaum, nicht östlich, nicht westlich, dessen Öl leuchtet beinahe, ohne dass es das Feuer berührt hätte. Licht über Licht. Gott leitet zu Seinem Licht wen Er will.

- Sure 24:35

Stern Sirius (Foto: Mellostrom, Lizenz: CC BY-SA 3.0) - ewigeweisheit.de

Der Sirius - Hellster Stern am Nachthimmel (Foto: Mellostrom; Quelle: Wikimedia; Lizenz CC BY-SA 3.0)

Funkelndes Licht des Sirius

Natürlich ist der Lotus eines der markantesten Symbole der Spiritualität überhaupt. Im Koran repräsentiert er den Gipfelpunkt göttlicher Offenbarung. In der Sure »Der Stern« heißt es:

Und tatsächlich hat er ihn gesehen, bei einer anderen Begegnung beim Lotusbaum am äußersten Ende, wo das Paradies der Zuflucht liegt. Dabei überflutete (Licht) den Lotusbaum, was (ihn) überflutete. Da wankte nicht der Blick, noch schweifte er ab. Wahrlich, er hatte gesehen eines der größten Zeichen seines Herrn.

- Sure 53:13-18

Die selbe Sure nennt an anderer Stelle Allah ganz klar und unmissverständlich, den Herrn des Sirius – jenen Stern der in den Isis-Mysterien des Alten Ägypten, doch von so hoher Wichtigkeit war. Denn mit seinem heliakischen Aufgang setzt die Nilflut ein, wenn sein weißes Licht die rötliche Morgendämmerung durchstrahlt, die den schwarzen, fruchtbaren Schlamm über die Äcker flutet.

Es heißt, die Urform des Lotus brachte Isis vom Sirius auf die Erde. Nicht zufällig gehörten Lotus und Sirius, zu den wichtigsten Symbolen der heiligen Stätten Alt-Ägyptens.

Leuchtendes Juwel

Auch im Osten umgibt den Lotus, als Symbol der Unberührtheit, ein besonderer Glanz. Darauf deutet ein buddhistisches Mantra hin: »Om mani padme hum« – Om, Juwel im Lotus. Im tibetischen Buddhismus denkt man sich diese Silben als Ausdruck vollkommenen Mitgefühls. Das Leuchten jenes Juwels, dass die reinen Blätter des weißen Lotus hüllen, schaut dann, ein zu vollem Bewusstsein Erwachter.

So steht der Lotus für eine Haltung, die geprägt ist von der Achtung der Würde des Menschen und damit die Fähigkeit der Menschheit, zu einer besseren Existenzform zu finden.

Die Dimension völliger Reinheit der Lotus-Blüte, ist inhaltlich auch verbunden mit dem arabischen Wort safā – dem Reinsein – der Wortwurzel des Wortes Sufi. So erscheinen die Namen Sufi und Lotus in unversehrtem Licht.

Dieses rein werden aber, war und ist für mich ein langer Weg. Denn es bedeutet, sich zuerst für die tagtäglichen Handlungen im Umgang mit Anderen zu reinigen, die Sätze die aus meinem Mund kommen von negativen Worten zu säubern und schließlich, mein nicht willentlich beeinflussbares, irdisches Sein, durch richtiges Denken zu kontrollieren. Der große Sufi-Mystiker Hadschi Bektasch Veli nannte das die Reinheit von Zunge, Hand und Lenden.

Im Zentrum des freien Sufi Ordens des Weißen Lotus, stehen die Ichwan As-Safā, die Brüder der Reinheit.

 

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